Neustadt Die Lust auf Kunst

Benno Lehmann versteigert Kunst in der Ludwigshöhe.
Benno Lehmann versteigert Kunst in der Ludwigshöhe.

Die neunten Lions-Kunsttage lockten mit der launischen Frage „Lust auf Kunst?“ wieder zwei Tage lang Kunstfreunde in die Villa Ludwigshöhe über Edenkoben. In den Räumen des Schlosses trafen Besucher auf weit über 400 Kunstwerke, die mit ihrer unglaublich großen Spannweite an Künstlern, Stilrichtungen und Ausdrucksformen kaum einen Wunsch offen ließen. Eingeliefert wurden die Werke von Nachlass-Verwaltern, von Künstlern direkt oder von Galerien.

Stammgäste und Erst-Besucher kamen nicht nur aus der Region, sondern auch von weit her. Manche hatten sich gezielt im Vorfeld über das Angebot informiert, andere wollten sich überraschen lassen und flanierten, mit riesigen Filzpantoffeln über den Schuhen, an den Bilderwänden entlang. 40 der 400 Werke wurden versteigert, der Rest konnte direkt von der Wand weg gekauft werden. Organisiert hatten gleich fünf Lionsclubs das Kunst-Spektakel, das ursprünglich auf einer Idee von Mathias Hauber vom Lionsclub Edenkoben basiert. Der Kunstkenner gehörte auch in diesem Jahr zum Organisationsteam, war in allen Räumen und Fluren gleichzeitig präsent und freute sich sichtbar über jedes Werk, das er von den Wand abhängen und einem Käufer in die Arme legen durfte. Regionale Künstler wie Werner Brand, Wolfgang Blanke, Carmen Stahlschmidt, Alexander Solotzew, Armin Hott, Sabine Türk, Monika Follenius oder Marie Strieffler waren vertreten. Weiter überregional bekannte Namen wie Markus Lüpertz, international anerkannte Größen, darunter Gerhard Richter, Klaus Fußmann oder Joan Miró, aber auch eine Vielzahl von populären skandinavischen Malern. Dazu gehörte Gunnar Torhammen, von dem das Gemälde „An der Oliven-Presse“ für einen vierstelligen Betrag versteigert wurde. Ein Bild von Heinz Mack, freute sich Mathias Hauber, „das zu einem Mindestgebotspreis von 500 Euro angesetzt war, ging für 1.300 Euro weg.“ Am Sonntag, zur Mittagszeit, füllten sich die Räume zusehens, der Samstag verlief eher zu ruhig, nicht zu vergleichen mit den Kunsttagen im vergangenen Jahr, die den Lionsclubs ein Rekordergebnis beschert hatten. Vor einer Bilderwand mit historischen Ansichten von europäischen Städten ließ sich ein Ehepaar aus Lingenfeld gerade von einem Lionsclub-Mitglied beraten. Die beiden hatten sich im Internet das Angebot der Kunsttage angesehen und sich schon vorher für mindestens vier oder fünf Stadtansichten entschieden. Reinhold Gerber aus Kehl ist gerade zu Besuch im Saarland. Mit seinen Freunden besuchte er bereits die Völklinger Hütte. Jetzt stand die Villa Ludwigshöhe auf dem Programm. Er genoss es, einfach „zu schauen“. Im Hintergrund erklang immer aus einer neuen Ecke des Schlosses klassische Musik, die die Klarinettisten und Lionsclub-Mitglieder Heinrich Schnelloch aus Bad Bergzabern und Martin Tistler aus Böblingen passend für das Ambiente ausgewählt hatten. „Wir gehen sehr gerne zu den Kunsttagen im Schloß“, erzählte Irmtraud Halbgewachs aus Bad Bergzabern, die von ihrem Mann begleitet wurde. Überhaupt seien die beiden stark an Kunst interessiert und entdecken immer wieder neue Werke, die ihnen gefallen. Wie bei so vielen Kunstfreunden gibt es auch bei ihnen kaum noch Platz für neue Bilder. Ins Auge fiel den beiden sachkundigen Besuchern sofort ein eher kleines Werk von Klaus Fußmann, es war eine abstrahierte Darstellung von Schneeglöckchen. Da der Rahmen aber nach ihrem Geschmack zu wuchtig für das Bild im Postkartenformat war, entschieden sie sich gegen einen Kauf. Bis zum Sonntagnachmittag verließen noch viele Werke, sorgfältig in Luftpolsterfolie verpackt und fest verklebt, die Villa Ludwigshöhe. Darunter auch 22 versteigerte Werke. „Da wir am Sonntag sehr gute Umsätze erzielten, waren auch die neunten Lions-Kunsttage ein Gewinn für alle Beteiligten“, war Mathias Haubers sein Fazit. Die Clubs haben wieder Mittel für soziale und gemeinnützige Zwecke erwirtschaftet.

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