Neustadt „Die häufigste Todesursache überhaupt“

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Krankhafte Veränderungen an den Gefäßen können eine tickende Zeitbombe sein: Das sagen Dr. Mathias Wenk, Chefarzt der Chirurgischen Klinik mit Schwerpunkt Gefäßchirurgie, und Dr. Andreas Jung, einer der drei Chefärzte des Instituts für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin am Hetzelstift.

Wenk und Jung arbeiten im Gefäßzentrum Vorderpfalz an der Neustadter Klinik. Wenk ist am Dienstag, 15. Dezember, Ansprechpartner am RHEINPFALZ-Expertentelefon. Von 16.30 bis 17.30 Uhr wird er Fragen von Leserinnen und Lesern zum Thema unter der Telefonnummer 06321/8903-34 beantworten. Schwerpunkt des Lesertelefons werden Erkrankungen der Arterien sein. „Arterien können verkalken und verschleißen, das ist ein Teil des Alterungsprozesses“, erklärt Wenk. Bemerkbare Symptome eines solchen Verschleißes äußern sich zum Beispiel bei der so genannten Schaufensterkrankheit: „Es ist ein muskelkaterartiger Schmerz, der den Patienten dazu zwingt, alle paar hundert Meter stehen zu bleiben und sich ein wenig zu erholen“, so der Experte. Dies betrifft die Blutversorgung in den Beinen, doch Gefäßverkalkungen und -verschlüsse können im ganzen Körper vorkommen. „Wenn die Halsschlagader verkalkt, steigt das Risiko eines Schlaganfalls erheblich“, weiß Wenk. Auch die Bauchschlagader kann gefährlich werden, wenn sie sich weitet: Man spricht dann von einem Aneurysma, das platzen und schließlich zum Tod durch inneres Verbluten führen kann. Doch Aneurysmen können auch im Kopf vorkommen. „So etwas ist ein absoluter medizinischer Notfall, da besteht akute Lebensgefahr“, betont Wenk. Oft verlaufe ein solcher Prozess nahezu beschwerdefrei, bis es zu einem gravierenden Zwischenfall komme. Das sei alles andere als selten: 900.000 Menschen stürben jedes Jahr in Deutschland an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, davon 400.000 an Gefäßkrankheiten: „Das ist die häufigste Todesursache überhaupt.“ Der bedeutendste Risikofaktor sei Diabetes mellitus, eine Krankheit, an der weltweit immer mehr Menschen leiden: „Allein in Deutschland haben wir fast neun Millionen Erkrankte“, sagt Wenk. Rauchen, falsche Ernährung, dauerhafter Bluthochdruck und Bewegungsmangel seien weitere Mitverursacher von Gefäßerkrankungen. Vorbeugung sei relativ einfach, betont Wenk: „Gelegentlich den Blutdruck messen und gegebenenfalls beobachten kann man in der Apotheke oder beim Hausarzt.“ Und ausreichend Bewegung habe man schon bei knapp 10.000 Schritten am Tag, was einer Strecke von fünf bis sieben Kilometern entspreche. Würden einzelne Auffälligkeiten festgestellt, reichten oft schon kleinere Folgeuntersuchungen, um Klarheit zu erlangen. Behandeln könne man Gefäßerkrankungen gut medikamentös, und Verschlüsse könnten mit modernen Operationsmethoden wie Stents oder Ballondilatationen geöffnet werden. Anrufen Chefarzt Dr. Mathias Wenk beantwortet am Dienstag, 15. Dezember, von 16.30 bis 17.30 Uhr unter der Nummer 06321/8903-34 Fragen am RHEINPFALZ-Lesertelefon. (hox/Foto: Hetzelstift)

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