Neustadt Die Altdorfer schweigen und Walcher wartet
Die Mußbacher Recycling GmbH möchte an der geplanten Erweiterung ihrer Betriebsstätte in Altdorf festhalten. Die dortige Ortsgemeinde will sich nicht zum Stand des Bebauungsplanverfahrens äußern. Und die Stadt Neustadt macht deutlich, dass sie die bisher bekannten Pläne weiterhin ablehnt.
Zur Vorgeschichte: Die Walcher Recycling baut auf dem Gelände der alten Ziegelei, südlich von Duttweiler, nur 200 Meter von der Grenze zu Neustadt entfernt, Lehm ab und betreibt eine Erd- und Bauschutt-Recyclinganlage. Sie möchte, wie berichtet, die Gebäude abreißen und ein neues Büro- und Wohngebäude erstellen. Kritik rief beim Ortsbeirat von Duttweiler und beim Neustadter Bauausschuss vor allem die geplante Firsthöhe von 15,50 Metern hervor. Altdorfs Ortsbürgermeister Helmut Litty möchte sich auf Anfrage nicht zum Stand des Verfahrens äußern. Die Verbandsgemeinde Edenkoben, die für Altdorf die Bebauungsplanänderung betreibt, hat stets auf die politische Zuständigkeit der Ortsgemeinde verwiesen. Jochen Walcher, der Projektleiter bei dem Recycling-Unternehmen, wünscht sich, das Verbandsgemeinde und Ortsgemeinde vorankommen, hat aber keine Informationen über den aktuellen Stand: „Wir wollen nach wie vor das Vorhaben wie geplant durchführen.“ Der Neustadter Stadtplaner Bernhard Adams erklärt, der Verbandsgemeinde Edenkoben die Bedenken mitgeteilt zu haben. Danach habe er nichts mehr gehört, was allerdings normal sei. Die Nachbarkommune müsse für sich schauen, wie sie damit umgehe. Man befinde sich in der frühzeitigen Beteiligungsstufe. Adams verweist auf die Stellungnahme des Bauausschusses. Demnach seien zwar die Abstände zum Schutz vor Lärm und Staub bei 500 Metern Entfernung zur Ortskernlage von Duttweiler eingehalten, dennoch müssten die Auswirkungen auf das Landschaftsbild minimiert werden. Neustadt fordere maximale Schutthöhen für zwischengelagerte Materialen und eine Firsthöhe von maximal zehn Metern. Über 15 Meter seien nicht akzeptabel – „das entspricht ja der Höhe eines fünfstöckigen Hochhauses“. Dass die erforderlichen Ausgleichsflächen auf Mußbacher Gemarkung geplant sind, hält Adams rechtlich nicht für umsetzbar. Der Bauausschuss habe in seiner Stellungnahme sehr deutlich gemacht, dass Altdorf für Mußbach keine Planungshoheit habe. „Da müsste allenfalls mit uns ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen werden“, so seine Erklärung. Neustadt bleibt auch bei seiner Haltung, dass die Abwasserentsorgung nicht über Duttweiler erfolgen könne. Der Eigenbetrieb Stadtentsorgung befürworte keine Ausnahmeregelung. Das setze wiederkehrende und einmalige Beiträge in einer Größenordnung von rund 200.000 Euro voraus, die über einen privatrechtlichen Vertrag vereinbart werden müssten. Duttweilers Ortsvorsteher Gerhard Syring-Lingenfelder sieht die Pläne ebenfalls kritisch, zumal bei der Firma Walcher auch oft in den späten Abendstunden und am Wochenende gearbeitet würde, was zu zusätzlichen Belastungen führe.