Neustadt Deutlich häufiger hat es gekracht

Nachdem die Anzahl der Verkehrsunfälle im Vorjahr zurückgegangen war, ist sie 2016 stark angestiegen: 922 Unfälle hat es gegeben (2015: 849). Bei 121 (115) dieser Unfälle wurden insgesamt 142 (144) Menschen verletzt. Das steht im „Lagebild Verkehr“ der PI, das Matthias Schramm, verantwortlich im Sachgebiet Einsatz und Verkehr, vorgelegt hat. Allein in Haßloch passierten 613 (559) Unfälle, also knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr. 95 Personen kamen zu Schaden: Ein Mensch kam ums Leben (2015: vier), 20 Beteiligte wurden schwer verletzt und 74 Personen leicht. In der Verbandsgemeinde Deidesheim gab es 309 (290) Verkehrsunfälle, was einem Plus von fast sieben Prozent entspricht. 47 Personen wurden verletzt, neun davon schwer und 38 leicht. Laut Polizei steigen die Unfallzahlen seit Jahren leicht an. Einzige Ausnahme war 2015 mit einer leichten Abnahme. 2016 aber hat sich das Bild wieder deutlich verschlechtert. Mit umgerechnet 8,6 Prozent mehr ist die Anzahl der Unfälle „so stark angestiegen wie seit Jahren nicht“. Einzig mit Sachschaden gingen diesmal 800 Unfälle aus. Im vergangenen Jahr hat es mit 278 (263) Unfallfluchten wieder mehr Vorkommnisse als früher gegeben, doch die Polizei kann eine gestiegene Aufklärungsquote von 44,6 (37,6) Prozent vermelden. Diesen Erfolg führt die Polizei selbst auf „intensive Schwerpunktermittlungen“ zurück. Der Anteil, den Unfallfluchten am Gesamtunfallgeschehen ausmachen, betrage rund 30 Prozent. In der Risikogruppe der jungen Fahrer bis 24 Jahre gab es 168 (145) Unfälle. In dieser Altersgruppe war auch der einzige Verkehrstote zu beklagen, der laut Polizei allerdings als Mitfahrer in einem Pkw dabei war. Bei den Senioren (ab 65 Jahre) wurden 212 Unfälle gemeldet, knapp 20 Prozent mehr als 2015. 31 Menschen wurden dabei verletzt, im Vorjahr waren es trotz niedrigerer Unfallanzahl noch 37 gewesen. Mehr als die Hälfte der Unfälle fand unter Beteiligung von Senioren über 75 Jahre statt. 17 Unfälle, an denen Kinder beteiligt waren, gab es, allesamt betrafen radfahrende Kinder. Zwölf von ihnen hatten die Unfälle selbst verursacht. Zwei Kinder wurden schwer verletzt, sechs leicht. Unfälle mit der „Risikogruppe Radfahrer“ sind um fast 30 Prozent „erheblich gestiegen“ auf 81 Vorkommnisse. Weit über die Hälfte der Unfälle haben Radler selbst verursacht. Unter Einwirkung von Alkohol oder Drogen fanden zwölf Unfälle statt - also nur einer weniger als im Vorjahr. „Sieben Verunglückte bei nur zwölf Unfällen belegen allerdings die hohe Gefährlichkeit hier“, merkt die Polizei im Bericht an. Fast 60-mal war Rasen die Unfallursache, knapp 90-mal wurde anderen die Vorfahrt genommen. Beides war 2015 schon ähnlich häufig passiert. In 1145 Fällen hatten die Beamten der PI Haßloch Verkehrsverstöße zu ahnden. Dabei stellten sie 339 Mängelberichte aus. 103 Strafanzeigen wurden erstattet. 19 Fahrer waren betrunken, 21-mal konnte eine „Trunkenheitsfahrt“ noch verhindert werden. Ohne gültige Fahrerlaubnis kam es zu 35 Strafanzeigen, und 159-mal musste die Polizei wegen Verstößen gegen die Gurtanlegepflicht verwarnen. Eine Unfallhäufungsstelle gab es 2016 nicht. Mit gezielter Präventionsarbeit waren die Beamten erneut an Schulen und Kindergärten, aber auch bei Veranstaltungen für Senioren im Einsatz. In der Verkehrsunfallkommission analysiert die Polizei die örtliche Unfalllage. Vor Maßnahmen im Straßenbau oder vor der Anordnung von Verkehrszeichen und -einrichtungen berät sie Entscheidungsträger.