Neustadt Der Wolf kehrt zurück

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Der Wolf hat seinen schlechten Ruf weg. Was ranken sich für Geschichten um den hinterlistigen, grausamen, kinder- und großmutterfressenden Gesellen. Seit 15 Jahren breiten sich diese „bösen Raubtiere“ nun wieder vor allem im Osten Deutschlands langsam wieder aus, oft gegen den Widerstand von Jägern, Bauern oder verängstigten Bürgern. Dabei ist in Deutschland seit dieser Zeit kein Fall bekannt, in dem ein Wolf einen Menschen angegriffen hat. In ganz Europa gibt es in den letzten 50 Jahren nur vier glaubhafte Angriffe von Wölfen auf Menschen. Auch ernähren sich Wölfe zum Großteil von Wildtieren. Die Angriffe auf Nutztiere seien sehr gering, so die Forscher des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz, welche die Wanderausstellung zusammengestellt haben, die nun im Naturkundemuseum Karlsruhe zu sehen ist. Anhand von genetischen Bestimmungen, beispielsweise über den Kot, Haare oder Bissspuren, kann man heute klar herausfinden, ob Wölfe oder andere Tiere – meist Hunde - Nutztiere gerissen haben. Das ist wichtig wenn beispielsweise Landwirte Schadensersatz für gerissenes Vieh möchten. Ebenso kann die Herkunft der Tiere bestimmt werden. Der Wolf, der im vergangenen Jahr bei Lahr überfahren wurde, stammt aus einem Rudel in der Schweiz. Einer seiner Brüder wurde wenige Monate später auf der Schwäbischen Alb überfahren. Die Tiere sind also rund 200 Kilometer gewandert. So könnte es nicht nur im Osten Deutschlands Wölfe geben, sondern auch der Südwesten ist „Wolferwartungsland“. Würden sich die italienischen/schweizerischen und die Wölfe aus dem Osten irgendwo in Deutschland treffen und vermischen, wäre dass für den deutschen Wolf ein Glücksfall. Durch die Vermischung der Gene könnte Inzucht vermieden werden, sagen die Forscher. Wölfe leben in einem Familienrudel in einem riesigen Jagdrevier von 80 bis 1500 Quadratkilometern, dass sie vor anderen Wölfen verteidigen. Bis zu zwei Jahre sind die Wolfsjungen von ihren Eltern abhängig. Leben dann zu viele Tiere in einem Revier, wandern die älteren Kinder aus und suchen sich ein eigenes Revier. Bis sie ein Rudel gegründet haben, leben sie in der Regel als Einzelgänger. In einem Wolfsrudel gibt es auch keine Alpha bis Omega – Tiere. Die Eltern besitzen eine natürliche Autorität, Kämpfe um die Stellung im Rudel finden nicht statt. Nur in Wildgehen, in denen der Mensch erwachsene Wölfe zum Zusammenleben zwingt, bilden sich Hierarchien. Der in Lahr überfahrene Wolf wurde im Karlsruher Naturkundemuseum skelettiert. „Leider waren die Verletzungen so groß, dass er nicht mehr präpariert werden konnte“, sagt Monika Braun, von der Museumspädagogik des Museums. Seine Knochen ergänzen jetzt die Sonderausstellung, in der man sonst auf rund 120 Quadratmetern alles über den Wolf und seine Rückkehr nach Deutschland erfahren kann. Info Sonderausstellung„Wölfe“ noch bis 2. April 2017 im Naturkundemuseum Karlsruhe am Friedrichsplatz. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag jeweils 9.30 bis 17 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 10 bis 18 Uhr, montags geschlossen. Eintritt: Erwachsene 5 , ermäßigt 3, Familienkarte 10 Euro, Kinder unter sechs Jahren frei. Museums-PASS-Musées frei. Telefon: 0721 175-2111, Internet: www.smnk.de. |lnn

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