Neustadt Der Neustadter Peter Jacqué ist Trainer des Jahres in Rheinland-Pfalz

Schon 1999 hat ein Fernsehteam die Wasserballer des SC Neustadt im Stadionbad besucht: Der SCN war nach 13 Jahren wieder in die
Schon 1999 hat ein Fernsehteam die Wasserballer des SC Neustadt im Stadionbad besucht: Der SCN war nach 13 Jahren wieder in die 1. Bundesliga aufgestiegen – mit 40:0 Punkten; Jürgen Schmidt, Flutlicht-Redakteur des SWR, interviewte damals SCN-Trainer Peter Jacqué (rechts).

Peter Jacqué, Coach des SC Neustadt, ist am Sonntag vom Landessportbund (LSB) zum Trainer des Jahres in Rheinland-Pfalz gekürt worden. Ein Filmteam hat ihn beim Wasserballtraining im Neustadter Stadionbad besucht. Der 75-Jährige hat seine Gäste verblüfft.

Ursprünglich sollte die Ehrung zur Landessportlerwahl in Mainz während der Sendung „SWR Sport“ live vor der Kamera erfolgen. Wegen der Corona-Pandemie wurde dies jedoch auf Eis gelegt. Sportlerin des Jahres wurde Kanuslalom-Olympiasiegerin Ricarda Funk, Sieger bei den Männern Jason Osborn (Mainz). Er hatte in Tokio Silber im Doppelzweier gewonnen. Zur Mannschaft des Jahres wurden die Kunstradfahrerinnen des VfH Worms erkoren – zu ihnen gehört Nora Erbenich, Ärztin am Neustadter Hetzelstift. Das Quartett wurde Weltmeister in Stuttgart. Als Nachwuchssportler wurden Jette Simon (Scratch-Radfahren, Kaiserslautern) und Luca Spiegel (Teamsprint, Offenbach) ausgezeichnet.

Peter Jacqué und die Sportler des Jahres werden in der Sendung „Flutlicht“ am Sonntagabend ab 21.50 Uhr im SWR-Programm vorgestellt. Deshalb war am Mittwoch ein Kamerateam im Training des SC Neustadt im Stadionbad Peter Jacqué dicht auf den Fersen. Der 75-jährige Neustadter ließ die Filmaufnahmen mit der für ihn typischen Gelassenheit über sich ergehen.

Trophäen im Clubheim

Er führte die Filmcrew zunächst ins SCN-Clubheim, wo eine umfassende Trophäensammlung der Wasserballer und Schwimmer zu sehen ist. Für Jacqué Anlass für einen Rückblick auf den bislang größten Wasserball-Erfolg des SCN: 1998 qualifizierte sich der Club für die Endrunde um den Deutschen Wasserball-Pokal unter Coach Jacqué. Das Endturnier mit vier Teams ist im Stadionbad ausgetragen worden und endete mit Platz vier für den damaligen Zweitligisten SCN.

Jacqué, der danach als neuer Schulleiter des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums als Chefcoach zurücktrat, baute erst einige Jahre nach seiner Pensionierung eine Nachwuchsmannschaft auf. Diese Jungs starteten durch, sie belegten 2019 bundesweit Platz drei der U16 und wurden 2021 als U18-Team deutscher Vizemeister. Beide Endrundenturniere sind im Stadionbad gespielt worden.

Auch bei den Männern im Einsatz

Diese erfolgreichen Nachwuchswasserballer bilden jetzt den Stamm der Neustadter Männer-Bundesliga-Mannschaft. Auch bei den Männern steht Jacqué als Vertretungstrainer oder Betreuer häufig am Beckenrand. Die jüngsten Erfolge sind jetzt Anlass für die Ehrung vom Landessportbund. Nach einer Umfrage unter den angeschlossenen Vereinen erhielt der LSB eine Reihe von Vorschlägen für die Auszeichnung. Die Wasserballwartin des Südwestdeutschen Schwimmverbandes (SWSV), Aletta van den Haak, meldete sich schließlich beim SCN. Manager Michael Heinz trug einige Informationen zum „Chief“ Jacqué zusammen. Ein Expertengremium des LSB habe sich schließlich für den Trainer der „Randsportart Wasserball“ entschieden, freut sich Heinz. Es sei ein schöner Erfolg für die Stadt Neustadt, den SCN sowie auch eine Würdigung der Lebensleistung des Geehrten.

„Bei den Fragen der Filmcrew ging es auch um meine Emotionen. Die Filmer waren wohl etwas verblüfft über meine Gelassenheit“, erzählt Jacqué. Schließlich habe er darauf verwiesen, dass die Erfolge ja nicht ohne die Mannschaften, also die Spieler, verwirklicht worden seien. Sein Anteil als Trainer solle daher nicht überbewertet werden. Danach ging es mit den Filmern in den „Moby Dick“. Jacqué stellte eine Trainingseinheit zusammen und bat seine Jungs zu einem kleinen Trainingsspiel. Damit die Wucht des Wasserballs auf den Fernsehbildern gut zu erkennen ist, ließ er diesmal eine besondere Variante spielen. „Wir nennen das ,Viktoria’“, erklärt er. „Dabei darf einfach alles im Wasser gemacht werden, was sonst vom Schiedsrichter abgepfiffen wird. Etwa über den Kopf steigen, und einfach noch wesentlich resoluter zupacken, als es ohnehin üblich ist.“

Aufnahmen unter Wasser

Damit die Aktionen auch wirklich von allen Seiten zu sehen sind, gibt es davon sogar Unterwasserbilder. Spieler Alex Chaloupka wurde mit einer wasserdichten Kamera ausgestattet und fungierte als Helfer des Aufnahmeteams. Auch die Spieler kommen zu Wort – sie sollten vor der Kamera ihren Trainer kurz charakterisieren.

Termin

Sonntag, 21.50 Uhr, Flutlicht im SWR; danach noch über die Mediathek abrufbar.

Peter Jacqué im Jahr 2000 in einer Viertelpause in einer Partie gegen Spandau: Der Trainer bleibt nicht immer gelassen.
Peter Jacqué im Jahr 2000 in einer Viertelpause in einer Partie gegen Spandau: Der Trainer bleibt nicht immer gelassen.
Peter Jacqué ist inzwischen 75 Jahre alt. Nach wie vor steht er am Beckenrand.
Peter Jacqué ist inzwischen 75 Jahre alt. Nach wie vor steht er am Beckenrand.
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