Neustadt Der nächste Retrotrend
„Nach den Nanobecken haben wir jetzt einen weiteren Trend bei der Aquariengestaltung“, sagt Reinhard Fischer, Vorsitzender des 1. Aquarien- und Terrarienvereins Lachen-Speyerdorf, und meint die neuen Unterwasserlandschaften. Der kleine Verein hatte wieder zur Kurpfälzer Zierfisch- und Wasserpflanzenbörse in die Alte Turnhalle nach Lachen-Speyerdorf eingeladen.
zeigt anhand von Fotos Aquarien, die im Stil von kleinen Zen-Gärten (Trockengärten mit Steinen) angelegt sind. Noch habe man keinen Spezialisten im Verein, informiere sich aber über den Landschaftsaufbau mit feinem Kieselboden, Felsstücken und Schluchten, oft nach dem Goldenen Schnitt. „Aquascenes, nennt man die Landschaftsbilder“, erklärt Fischer und beschreibt, wie die reine Steinlandschaft dann auch durch gezielt gesetzte Wasserpflanzen zu einem harmonischen, lebenden Unterwasserbild modelliert werden kann. Durch die Bepflanzung von Totholz und Wurzeln entstünden Bonsai-Effekte im Wasser, er sei da am Experimentieren. Züchter Uwe Freche und sein Standhelfer Richard haben Wasserpflanzenableger wie Echinodorus bleheri vom Amazonas zum Verkauf bereit liegen. Diese Schwertpflanze böte sich wuchsfreudig und anspruchslos als Solitärpflanze an, meinen sie und erinnern sich an die Holländischen Pflanzenaquarien, auch „Holländerbecken“ genannt, die eine Art Vorläufer des jetzigen Trends „Aquascenes“ schon vor 50 Jahren gewesen seien. „Damals haben Aquarianer eine richtige Gartenlandschaft mit nach Wuchshöhen gestaffelten Wasserpflanzen geschaffen“, meint Richard, und Fischer ergänzt, dass Fische in den so gestalteten Aquarien eine untergeordnete Rolle mit nur wenigen, ausgesuchten Exemplaren spielten, „die aber nicht alles durchwühlen dürfen, wie Barsche“, sagt der Vereinsvorsitzende lachend. Man wähle Eigenzüchtungen wie lebendgebärende Guppys und Platys sowie auch Garnelen und Schwertträger aus, erklärt Richard. Schwertträger hat Freche an diesem Morgen bereits verkauft. Männchen bilden hier einen schwertartigen Fortsatz der Schwanzflosse am Rumpf aus und unterschieden sich dadurch äußerlich von den Weibchen mit ihrer dreieckigen Afterflosse, Merkmale, die bereits ganz junge Fische im Becken zeigen. Alle Zierfische des Standes liebten über 20 Grad Celsius warmes Wasser, das regelmäßig etwa alle vier Wochen zu einem Drittel erneuert werde. Zwei Drittel Altwasser garantierten, dass immer noch genügend fördernde Mikroorganismen im Wasser blieben, um die Fische gesund zu erhalten, sagt er. Daher tausche man auch Wasser nicht zum gleichen Zeitpunkt wie die Wasserfilter. „Und auf keinen Fall die Aquarien in die Sonne stellen“, rät Richard, denn durch das Sonnenlicht vermehrten sich Algen, die kein Aquarianer gerne in großen Mengen im Becken habe, stark.