Neustadt Der Hartplatz kann keine Ausrede sein

«DEIDESHEIM.» Sofern es die Platzverhältnisse und die Witterung erlauben, nimmt die TSG Deidesheim am Sonntag als erster A-Klasse-Vertreter der Region Neustadt die Fußball-Saison wieder auf. Gastgeber des Tabellenvierten ist ab 14.30 Uhr der ASV Harthausen, derzeit Achter des Klassements.
Mit einem Erfolg würde die Elf von Spielertrainer Danko Boskovic die Vereinsfahne auf Rang drei hissen und dem Tabellenzweiten Rot-Weiss Seebach auf die Pelle rücken. Der Rückstand beliefe sich auf nur noch zwei Punkte. Branchenprimus SV Altdorf/Böbingen läge drei Zähler voraus. Zum Ende des vergangenen Jahres waren der TSG sechs Siege in Serie gelungen. Konnte sie ihren Lauf über die Winterpause retten? „Klar hatten wir eine Serie und hätten die gerne weiter ausgebaut“, sagt Spielertrainer Boskovic, andererseits habe er das „eine oder andere neu justieren“ können. Den nach einer Meniskus-Operation zurückgekehrten Dominic Bach wertet Boskovic beinahe als Neuzugang. Ein solcher ist Marvin Ehrenpreis nach einem halben Jahr „Auslandsaufenthalt“. Vor der aktuellen Saison wechselte der Stürmer zum VfB Haßloch, um bei dem Bezirksligisten eine neue Herausforderung zu suchen. Im Eichelgarten fühlte er sich jedoch nicht heimisch und wohl. Der Kontakt zwischen Boskovic und Ehrenpreis riss aber nie ab. Schließlich wurde der Wechselwunsch konkret. „Ich habe ihm vermittelt, was wir in Zukunft in diesem Verein umsetzen wollen, wir haben den Wechsel dann für alle Seiten relativ gut hinbekommen“, sagt Boskovic. „Marvin ist einer, der den Unterschied ausmachen kann.“ Durch seine Tore. In der Saison 16/17 traf Ehrenpreis für die TSG in der Bezirksliga 18-mal. Er avancierte zum drittbesten Schützen der Spielklasse. Den Abstieg verhinderten Ehrenpreis’ Tore nicht. In dieser Runde ließ er den VfB elfmal jubeln. Auch heuer haben ligaweit nur drei Spieler öfter getroffen. Trotz der Verstärkung und einer ohne Verletzungen zu Ende gegangenen Vorbereitung meidet Boskovic das Wort Aufstieg. Und damit wolle er nicht tiefstapeln. „Die Mannschaft weiß jetzt zwar, wie sie in dieser Klasse zu spielen hat“, sagt Boskovic, „bislang aber hat uns die Konstanz gefehlt, um vom Titel sprechen zu können.“ Die Erfolge vor der Winterpause deuten an, dass dieses Problem sich erledigt haben könnte. In der Hinserie unterlag die TSG dem ASV Harthausen 2:4. Eine dicke Kröte, die Boskovic und Co. da schlucken mussten – die beiden entscheidenden Gegentreffer fielen in der 89. Minute und der Nachspielzeit. Vermutlich findet die Revanche auf einem Hartplatz statt. „Nichts Neues“, sagt Boskovic, „wir trainieren seit zwei Monaten darauf. Das kann schon mal gar keine Ausrede sein.“ Abseits des Tagesgeschäfts hat die Führungsetage der TSG die Zukunft geplant. Ex-Profi Boskovic und sein Assistent Florian Schalk werden die Mannschaft auch in der kommenden Saison betreuen. „Beide bringen sich super ein“, lobt Abteilungsleiter Andreas Anslinger. Die Spieler seien durch die Tätigkeit der beiden höchst motiviert – und hätten für die kommende Saison zugesagt. Eine Ausnahme bildet allein Christian Henel. Der hat ebenfalls Erfahrung als Berufsfußballer und spielt ab nächster Runde für den SV Bad Dürkheim. Aufgrund seiner Tätigkeit bei der Bundeswehr in Ingolstadt gehen Henel und die TSG seit Längerem schon getrennte Wege. Eine Änderung wird es in Bezug auf die Zweite Mannschaft geben. Juri Gerner legt sein Traineramt nach der Runde nieder. Als Spieler und Stellvertretender Abteilungsleiter bleibt er der TSG erhalten. Die Nachfolge ist noch nicht geregelt. Auch in der Spielzeit 2018/19 wird die TSG drei Mannschaften auf Punktejagd schicken. Alle drei lägen dem Verein am Herzen, betont Anslinger. Kameradschaft, Respekt und Disziplin seien die obersten Werte in einem „familiären Umfeld“, das den Verein auszeichne.