Neustadt Der ewig junge Clown in der Bütt’

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RUPPERTSBERG. Sie ist klein und zierlich, aber ein Energiebündel: Lilo Vautrin, die „Grand Dame der Fasnacht“, die heute 83 Jahre alt wird und bei der Seniorensitzung der Verbandsgemeinde Deidesheim am Sonntag als Clown wieder auf der Bühne stand.

Wir trafen sie in ihrem häuslichen Fasnachtsfundus bei der Kostümprobe für eine Rolle in der nächsten Kampagne. „Wenn mich der Karneval Club Deidesheim (KCD) wieder will, komme ich als „Tante Frieda“, sagt die Büttenrednerin und schmeißt sich in Schale. Der große Beifall am Sonntag als Clown (wir berichteten am Mittwoch) hat sie angespornt, über ein Comeback nachzudenken. Denn seit drei Jahren hat sich „Clown Lilo“, wie sie bekannt ist, zurückgezogen von der Bühne. Nicht wirklich. Die närrischen Geister lassen die Karnevalistin nicht los. Als sie mit dem KCD-Präsidenten Walter Egersdörfer und Sitzungspräsidenten Eckhard Fouquet über Fasnacht ins Gespräch kam, war das Engagement gebucht. „Danach hatte ich dann doch ein bisschen Herzklopfen, ob ich alte Schachtel gut ankomme“, verriet sie ihre Gefühle zwischen Lachen und Weinen: Eben wie ein Clown. Fasnachtliche Gene hat sie nicht. Lilo ist eine Unternehmerstochter aus der Firma Motoren Baader (heute in Lachen-Speyerdorf), aufgewachsen mit zwei Geschwistern am Kohlplatz in Neustadt. In der närrischen Turnstunde bei der TSG steckte sie der Fasnachtsvirus an. Turnfreundin Marianne plauderte Lilos Talent bei den Fasnachtsmachern „Singende Elf“, und Präsident Heinz Dörr holte sie für einen ersten Auftritt bei einer Fasnacht in den Beethovensaal des Saalbaus. Entdeckt für den Karnevalverein 1840 Neustadt (KVN) hat sie der spätere Sitzungspräsident Norbert Herold. Er hat ihr die Büttenreden auf den Leib geschrieben und den „Clown Lilo“ erfunden, der ihr Markenzeichen ist. Jahrzehnte verkörperte Lilo Vautrin bei KVN-Prunksitzungen die „Klä Knorzel“, einen Hotelboy und eine Schlossführerin, einen Bundeswehrsoldaten, ein Schulmädel und einen „Gigolo“, für den sich „kein Schwein interessiert“. Ihre Rollen-Manuskripte füllen Aktenordner. Berühmt wurden ihre Bütten mit Pfiff, in denen sie wie als „Katze“ aus dem Musical „Cats“ in Ilse Werners Art pfiff, und ihre Paraderolle als Clown in immer wieder neuen Variationen. Kaum war sie umgezogen nach Maikammer, engagierte die damalige Dorffasnacht Lilo Vautrin für Büttenauftritte, und in ihrer neuen Heimat Ruppertsberg wirkte sie im närrischen Programm der „Fröhlichen Zecher“ mit. (awk)

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