Neustadt Der dritte IGS-Anlauf
Am Mittwoch tagt der Schulträgerausschuss. Dezernentin Waltraud Blarr (Grüne) empfiehlt dem Gremium, dass die Stadt beim Land einen Antrag auf Umwandlung der Realschule plus in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) stellt. Partner für die Oberstufe soll das KRG werden.
2011 machte die Schulreform des Landes aus der Georg-von-Neumayer-Realschule und der Hauptschule Böbig die Neustadter Realschule plus. Davor war die Stadt zweimal mit ihrem Antrag beim Bildungsministerium gescheitert, mit der Fusion eine IGS zu gründen. Im dritten Anlauf soll es nun klappen. Schuldezernentin Waltraud Blarr ist besser vorbereitet als ihre Vorgänger, weil sie einen Schulentwicklungsplan vorlegen kann, den das Bonner Beratungsbüro Bildung und Region (Biregio) im Auftrag der Stadt erstellt hat (wir berichteten). Die Gutachter schlagen vor, dass die künftige Integrierte Gesamtschule eine gemeinsame Oberstufe mit dem benachbarten Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium (KRG) bildet. Das Land hatte die beiden Ablehnungen damit begründet, dass Neustadt mit drei allgemeinbildenden Gymnasien bereits über ausreichend Schulen mit einer Oberstufe verfüge. Biregio hatte in einem ersten Schritt eine Umfrage von Eltern von Schülern der zweiten und dritten Grundschulklassen durchgeführt. Dabei konnten sich 40 Prozent der Befragten vorstellen, ihr Kind auf eine IGS zu schicken. „Der Elternwille ist eindeutig, und die Gutachter sagen ja, dass mit diesem Schritt die heutige Realschule plus gestärkt wird und gleichzeitig die übrigen Realschulen plus Hambach-Maikammer und Lambrecht profitieren“, erklärt Waltraud Blarr. Anja Reinermann-Matatko, die Autorin des Schulentwicklungsplans, hatte bei der Vorstellung betont, dass wegen zurückgehender Schülerzahlen eine IGS ohne Kooperationspartner in der Oberstufe nicht bestehen könne. Gegen eine Kooperation mit dem beruflichen Gymnasium, Fachrichtung Technik, – die ursprünglich geplant war – spreche die unterschiedliche Organisation der Oberstufe. Eine IGS führt in etwas mehr als zweieinhalb Jahren zum Abitur, ein berufliches Gymnasium in drei kompletten Schuljahren. Der Schulträgerausschuss tagt heute um 18.30 Uhr im Ratssaal. Den endgültigen Beschluss trifft der Stadtrat in seiner Sitzung am 4. Oktober. Zweiter Tagesordnungspunkt der heutigen Sitzung ist der Wunsch der Schubert-Schule, neben dem Förderschwerpunkt Lernen auch einen Förderschwerpunkt Sprache einzuführen. Das will die Schule seit 2010. In den vergangenen beiden Jahren gab es bereits eine erfolgreiche Erprobungsphase. |wkr