Neustadt Der Boden macht die Weine so spannend
Die 37-jährige Stephanie Wimber ist frischgebackene Weinakademikerin und wurde als beste Absolventin des Jahres der Weinakademie Österreich zum Patenkind 2017 des Vereines Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) gekürt.
„Weine der Welt“ heißt die schwierigste Prüfung der renommierten Ausbildung zum Weinakademiker, die die Studentin am Standort Geisenheim im Rheingau mit Bravour bestanden hat. So hat sie neben dem Titel „Weinakademikerin“ auch eine VDP-Patenschaft für ein Jahr in der Tasche. Diese beinhaltet die Teilnahme an allen VDP-Veranstaltungen im nächsten Jahr, unter anderem an der exklusiven Vorpremiere der Großen Gewächse 2017 in Wiesbaden und dem Ball der Weine. Wimber hat das zweijährige Studium berufsbegleitend zu ihrer Winzerausbildung im VDP-Weingut Reichsrat von Buhl in Deidesheim durchlaufen, wo sie im dritten Ausbildungsjahr arbeitet. Eigentlich ist sie gelernte Hotelfachfrau und hatte von Haus aus mit Wein nicht ganz Geringste zu tun, erzählt die junge Frau, die aus München stammt. Doch nach einer Ausbildung zur Sommelière und nach Stationen in Paris, Orlando, Australien, Hamburg, Irland und der Schweiz, wo sie teilweise in der gehobenen Gastronomie tätig war, hat sie die „Seiten gewechselt“ und eine Winzerlehre begonnen. Vor zwei Jahren ist sie „ wegen des Weines“ in die Pfalz gezogen und wohnt in Neustadt. Der Weinbau ist so spannend, findet Wimber, auch wegen der so unterschiedlichen Böden auf kleinen Terroirs wie in Deidesheim und Forst. „Der Boden macht den Wein“, ist für sie ganz klar. Dass sie den Winzerberuf nun von der Pike auf lernt, mit allem, was dazu gehört, findet Wimber wichtig für ihr Weinverständnis. Für die Prüfung zur Akademikerin musste sie unterschiedliche Stationen durchlaufen und bei einer Blindverkostung zwölf Weine aus allen Herren Ländern erkennen. Damit nicht genug, hat sie als „beste Frau“ den Förderpreis der Vereinigung Vinissima, die Frauen in der Weinwirtschaft fördert, erhalten und genießt eine kostenlose Mitgliedschaft und Teilnahme an allen Veranstaltungen für ein Jahr. Die Sherry Education Scholarship in Jerez verlieh Wimber ebenfalls einen Preis, und die Geehrte freut sich auf eine Reise nach Andalusien, wo sie einen Sherry-Kurs besuchen darf. Auch der Top Student Award der Weinakademie Österreich geht an die beste Absolventin Stephanie Wimber. Ein weiteres großes Ziel der Weinkennerin ist der Titel „Master of Wine“, die höhere Stufe der Weinausbildung nach den Standards des Londoner „Wine & Spirit Education Trust“, mit dem die Weinakademie und die Hochschule Geisenheim zusammenarbeiten. Nur 350 Personen weltweit dürfen sich derzeit „Master of Wine“ nennen, dessen Ausbildung fünf bis zehn Jahre in Anspruch nimmt, erläutert Wimber. Einen Vorgeschmack kann sie bereits im Januar bekommen, wenn sie einen kostenlosen Schnupperlehrgang für diesen Titel im österreichischen Rust mitmachen darf. Ob sie neben dem Rebensaft noch andere Hobbys habe, verneint sie lachend. Denn durch die Jahre des Lernens und ihre ehrgeizigen Pläne bleibe nicht viel Kraft und Zeit für anderes, außer ihrem Freund natürlich, der ebenfalls Gastronom ist. Ihr Lieblingswein? Ganz klar ein guter Sherry – doch der Riesling „Kieselberg“ von Buhl mache bei ihr das Rennen! |piw