Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Der Bariton Konstantin Paganetti und Bernd Kämpf an Orgel und Cembalo brillieren mit einem geistlichen Konzert in Hambach

Wie aus einem Guss: Vater (Bend Kämpf, rechts) und Sohn (Konstantin Paganetti) musizieren von klein auf miteinander. Das merkte
Wie aus einem Guss: Vater (Bend Kämpf, rechts) und Sohn (Konstantin Paganetti) musizieren von klein auf miteinander. Das merkte man auch beim Konzert in Hambach.

Ein Konzert von wenig mehr als einer Stunde – genau die richtige Dauer an einem heißen Spätnachmittag, und alles drin, was man sich wünscht, vom frühesten Barock bis zur spätesten Romantik, das bot das Gastspiel des Baritons Konstantin Paganetti und des Tastenkünstlers Bernd Kämpf an Orgel und Cembalo am Samstag in der Pauluskirche in Hambach.

Die beiden Neuwieder harmonierten bei ihrem überwiegend kirchenmusikalisches Programm wie aus einem Guss – was kein so großes Wunder ist, sind sie doch Vater und Sohn und musizieren von klein auf zusammen. Bernd Kämpf war 40 Jahre lang Regionalkantor im Bistum Trier, auch Leiter des Referats Kirchenmusik und Orgelsachverständiger. Er studierte an der Musikhochschule Köln auch Gesang, Stimmfach Bariton, genau wie eine Generation später sein Sohn Konstantin, der trotz seiner Jugend – er ist 1996 geboren – bereits auf eine stattliche Anzahl von Preisen blicken kann. Auch in Hambach zeigten die beiden sofort, was sie können: Paganetti hat eine junge, kraftvolle und gleichzeitig sensible Stimme, sein Vater ist ein Könner an den Tasten mit, wo nötig, unglaublich flinken Fingern, der als Begleiter dem Sänger Raum und Stütze zugleich bietet.

In der ersten Hälfte Barock, in der zweiten Spätromantik – das war das Programm

Die beiden Musiker hatten das Konzert in eine erste Hälfte mit Musik des Barock – von Buxtehude bis Bach und vielen dazwischen - und eine zweite Hälfte mit Josef Rheinberger, Max Reger und Antonin Dvorak unterteilt. Beide Hälften leitete Kämpf jeweils mit einem Präludium auf der Orgel ein, die erste mit einem lebhaften und hoffnungsfrohes Präludium in C, BuxWV 139. Darauf stieg er herunter zum Cembalo und begleitete seinen Sohn bei der Motette „Cantabo Domino“ von Alessandro Grandi, einem Stück zum Brillieren, voller Verzierungen und stimmlicher Virtuosen-Akte. Grandi starb in Bergamo im Alter von etwa 44 Jahren an der Pest, zusammen mit seiner Frau und den zehn Kindern. Eine ganz andere, zarte und innige Marienmotette „Salve o Regina“ zeigte Paganetti als Meister subtiler Lautstärkenregelungen.

Auch Heinrich Schütz, sächsischer Meister des Frühbarock, lebte und komponierte in Krisenzeiten, in seinem Fall dem Dreißigjährigen Krieg. Das Kleine geistliche Konzert „O süßer, o freundlicher, o gütiger Herr Jesu Christe“ legt allen Trost, den geistliche Musik zu geben vermag, in die innige und gleichzeitig starke Melodie.

Der älteste Komponist des Abends war der Niederländer Jan Pieterszoon Sweelinck, der 1621 in Amsterdam starb. Paganetti und Kämpf sangen und spielten von ihm das zauberhafte volksliedartige „Uner der Linden grüne“, erst der Sohn a capella, dann der Vater in kunstvoller Variation auf dem Cembalo, und es war wie ein duftender Sommerabend in der Kirche. Den Abschluss des ersten Teils machten drei Kirchenlieder von Johann Sebastian Bach aus „Schemellis Gesangbuch“, „Brunnquell aller Güter“, „Liebes Her, bedenke doch“ und „Dir Jehova will ich singen“.

Als Zugabe gab’s „Der Mond ist aufgegangen“

Kostproben ganz anderer musikalischer Auffassungen brachte der zweite Teil mit Rheinbergers spätromantischen Lied „Ich bin des Herrn“, begleitet von der Orgel. Wie hingetupft in zartesten Aquarellfarben waren das Marienlied „Ich sehe dich in tausend Bildern“ und „Meine Seele ist still zu Gott“, beide von Max Reger und jeweils kombiniert mit einem kurzen Choralvorspiel. Im Volksliedton wie aus dem Gesangbuch beendeten zwei Psalmvertonungen von Dvorak das Konzert, gefolgt von sehr langem, begeistertem Beifall. Mit „Der Mond ist aufgegangen“ als Zugabe schickten die beiden ihr Publikum dann nach Hause.

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