Neustadt Den Traum verwirklicht
«Neustadt.» Die beiden ehemaligen aktiven Wasserballer des SC Neustadt, Stefan Ehrenklau und Jürgen Hermanns, haben Anfang August mit Erfolg an der Masters-WM in Budapest teilgenommen. Hermanns holte den Vize-Weltmeistertitel in der Altersklasse (AK) 55, Ehrenklau erreichte in der AK 35 Rang sechs.
Gespielt wurde dabei nicht im Nationaltrikot, sondern als Vereinsformation – die SCN-Spieler mischten mit Zweitspielrecht mit. Die beiden erfahrenen Spieler mussten sich also zunächst eine passende Mannschaft suchen. „Das ist nicht leicht, denn es gibt nicht zwölf oder 13 Spieler einer Altersstufe in einem Verein. Deshalb konnten wir auch kein SCN-Team aufstellen“, so Hermanns. Er war mit Ehrenklau schon als „Rieslingbär“, einer Gruppe, die überwiegend aus Neustadter Spielern bestand, bei Seniorenturnieren dabei: „Wir nahmen 2006 an der WM in Kalifornien teil und waren 2011 bei der EM.“ Hermanns spielte für den SV Cannstatt. Der 61-Jährige traf dabei auf ehemalige Konkurrenten, mit denen er zu seiner aktiven Zeit noch um Punkte gekämpft hatte. Doch der Zusammenhalt litt nicht darunter. Schließlich waren die Männer rund eine Woche vereint und kämpften sich in das Finale. Torhüter Hermanns war dabei ein wichtiger Rückhalt. Im Halbfinale stand es nach regulärer Spielzeit 4:4 gegen den Gastgeber Ungarn. Hermanns konnte zwei Fünfmeter parieren. „Das war sehr emotional. Wir hatten erreicht, was wir uns erträumt hatten und die Silbermedaille schon sicher“, erzählt er. Im Finale wurde es dann erneut spannend. Gegen die Mannschaft aus Kalifornien stand es nach regulärer Spielzeit 4:4, doch diesmal hatte Hermanns beim Fünfmeterwerfen Pech und konnte keinen Ball abwehren. Dem Alter entsprechend habe man während der WM-Woche eher gediegen gefeiert, schließlich habe jeder das Turnier sehr ernst genommen. Zur Vorbereitung hat Hermanns im Stadionbad zwei bis dreimal die Woche trainiert. „Die Reaktionen werden im Alter zwar langsamer, die Würfe sind allerdings auch nicht mehr so wuchtig. Was zählt, ist auch die Erfahrung“, betont Hermanns. In bestem Trainingszustand ging Stefan Ehrenklau in das Turnier in Budapest. Der 43-Jährige war in der vergangenen Bundesliga-Saison ein wichtiger Rückhalt für den SCN – es soll seine letzte Spielzeit gewesen sein. Obwohl er bei der WM für die Altersklasse 45 spielberechtigt gewesen wäre, spielte er bei Bayer Uerdingen Masters in der Altersklasse 35 – ältere Spieler dürfen jederzeit die jüngeren Teams auffüllen, umgekehrt ist dies nicht möglich. Ehrenklaus Mannschaft verlor in der Gruppenphase das entscheidende Spiel unglücklich mit 8:9 gegen die San Francisco Masters und kam somit nicht in das Halbfinale. Schließlich sprang Platz sechs heraus. Wie bei Hermanns war die Altersklasse international sehr gut besetzt mit Mannschaften aus Ungarn, den USA, Rumänien, der Ukraine, Spanien und Serbien. Ehrenklau hat noch gut mithalten können und war mit 19 Treffern auch bester Torschütze seines Teams. „Wir haben nur zwei Auswechselspieler gehabt, das war letztlich wohl ausschlaggebend für das Vorrunden-Aus“, bedauert er. Er schwärmt von der tollen Atmosphäre bei dem Turnier mit 120 Mannschaften in den verschiedenen Altersklassen und 1500 Teilnehmern. „Die Margareteninsel ist ein Mekka des Wasserballs. Es wurde zeitgleich auf sechs Feldern gespielt. Wenn in der Altersklasse 40 das Superteam aus Ungarn mit den Olympiasiegern von drei Olympischen Spielen auftrat, war das Stadion mit 6000 Zuschauern gefüllt. Es war sensationell. Die Ungarn verehren diese Spieler wie Helden“, erzählt Ehrenklau.