Neustadt „Den Patienten helfen“
Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer (CDU) findet die vom Innenministerium gefundene Lösung für Krankenfahrten nach wie vor unbefriedigend und will politisch aktiv werden. „So lange es vor Ort keine Kapazitäten gibt, haben die Patienten von der Anordnung aus Mainz nicht viel“, so der Sozialdezernent.
Wie am 13. Dezember berichtet, gibt es in Neustadt derzeit nur einen Krankenwagen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der auch liegende Patienten oder Rollstuhlfahrer zu Arzt- oder Krankenhausbehandlungen fährt, was offensichtlich nicht ausreicht. Die Notarztwagen sollen seit Mitte November nur noch in Ausnahmefällen von den Rettungswachen dafür zur Verfügung gestellt werden, wie Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) gestern verbindlich anordnete. „Das ist keine kommunale Aufgabe, aber die Kritik von Patienten und auch den Seniorenheimen an der aktuellen Situation geht verstärkt bei uns im Sozialamt ein“, begründet Röthlingshöfer seinen Vorstoß. Bund und Land müssten dringend mit den Kassen darüber in den Dialog treten. Er werde deshalb die Bundes- und Landtagsabgeordneten der Region anschreiben und auch den Städtetag darüber informieren. Er wundere sich sehr, wie ignorant die Verantwortlichen mit der Thematik umgehen würden. „Das kann eines Tages jeden von uns treffen. Das ist klassische Daseinsfürsorge der Politik für die Menschen. Im Moment habe ich den Eindruck, dass alle versuchen, möglichst mit dem Thema nichts zu tun zu haben“, so Röthlingshöfer. Für Neustadt kündigt Röthlingshöfer an, bei der Suche nach neuen Betreibern behilflich zu sein und nannte den Club Behinderter und ihrer Freunde: „Der CeBeeF könnte helfen, aber da müssen wir uns Gedanken machen, wie ein Fahrzeug finanziert wird, und wo das Personal herkommt.“ Südwest