Neustadt Den Benjaminpokal verschlafen

Eine Stunde lang dauert der Niederkirchener Dorflauf.
Eine Stunde lang dauert der Niederkirchener Dorflauf.

Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen gingen beim 14. Niederkirchener Dorflauf am Freitagabend elf Mannschaften mit 360 Läufern an den Start. Gestern war der Festumzug ein weiterer Höhepunkt des Festes um den Wein.

Wie bereits im Vorjahr holte sich die Gemeinschaftsgruppe der „Forster Riesling Runners“ mit der TSG Deidesheim den ersten Platz beim Dorflauf. Mit 512,5 Punkten hatte das 30 Teilnehmer starke Team einen deutlichen Vorsprung. Dagegen trennte Platz zwei und drei, mit jeweils 34 Teilnehmern, gerade eine 2,7-Punkte-Differenz. „Wir sind Deidesheim“ bekamen mit 480 Punkten den 2. Platz. Auf Platz 3 landeten (477,3 Punkte) „die Meckremer“. Die Gruppe aus der Nachbargemeinde Meckenheim ist schon das zehnte Mal beim Lauf mit dabei. Und ihr ältester Läufer, der 78-jährige Friedrich Deuschel, erhielt zum wiederholten Male den „Methusalem-Pokal“. Mit gerade acht Tagen war Lientje Flick die bei weitem jüngste Teilnehmerin. Die zwei Runden entlang des Dorf-Parcours haben sie allerdings so erschöpft, dass sie in ihrem Kinderwagen schlafend sogar ihre Ehrung verpasste und die glückliche Mutti in Vertretung den „Benjaminpokal“ entgegennahm. Mit 64 Läufern war die KJG dieses Mal die teilnehmerstärkste Gruppe und kam im Gesamtergebnis auf den 5. Platz. Bereits zum vierten Mal ging das Team der Sigmund-Crämer-Schule von der Lebenshilfe Bad Dürkheim mit zwölf Teilnehmern an den Start und kam mit 139 Punkten auf den zehnten Platz. „Ihr seid für unseren Lauf eine echte Bereicherung“, betonte Moderatorin Melanie Braun. Zudem erhielten alle Kinder unter 14 Jahren eine Medaille. Zum Organisationsteam, das den Dorflauf zum „Fest um den Wein“ jährlich auf den Weg bringt, gehören neben Braun auch Daniela Valnion, Yvonne Reuling und Juliane Bansbach. Die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten dazu laufen schon Wochen davor an. Der festgesetzte Anmeldetermin – dieses Jahr stand die Liste bereits zum 20. Juni fest – habe das Planen wesentlich erleichtert, so Reuling. Dennoch gebe es immer noch Nachmeldungen. Gemeldet waren 407 Teilnehmer, aber wahrscheinlich war es dann doch dem ein oder anderen an dem Tag zu heiß. Ein weiterer Höhepunkt des „Festes um den Wein“ ist am Sonntag der Festumzug. Mit dem Startschuss um 14.30 Uhr rollte als erstes der Wagen mit dem Modell des Niederkirchener Gotteshauses voran. Mit 18 Zugnummern ging es in einer großen Runde durch die Weinbaugemeinde. Dabei passierte der Zug den gut bevölkerten Dorfplatz gleich zweimal. Unter den Zuggruppen die Rad schlagende Turnergruppe „Flowerpower“, zwei Blaskapellen und die Guggemusik mit dröhnender Percussioneinlage. Abwechslungsreiche Wagen lösten bunte Fußgruppen ab, wie die kunterbunt gekleidete internationale Gruppe mit „Lieder gehen um die Welt“ oder das Leni-Team mit Bollerwagen. Nicht fehlen durften der Kindergarten mit dem Thema Vogelhochzeit und die KJG in Mönchskutten und Nonnentracht. Ihren Wagen zierte die Aufschrift „Schorletreue Christen vom Weine geweiht“. Es folgten Geißbock „Patrik“ und seine neue Besitzerin, Weinprinzessin Alisa I, allerdings in getrennten Fahrzeugen. Der TuS Niederkirchen war gleich mit einer ganzen Engelschar angetreten. Hinter der Niederkirchener Feuerwehr schloss sich der gemeinsame Festwagen der Verbandsgemeinde Deidesheim und der Partnerstadt Byczyna an. Dieser war mit zwei Maischebottichen ausgestattet, aus denen die polnischen Gäste den Zuschauern eine etwas höherprozentige „Schluckimpfung“ offerierten. In einem der vier VW-Käfer-Cabrios mit den Bürgermeistern und deren Stellvertretern saß auch, ritterlich gewandet, Byczynas Bürgermeister Robert Swierczek mit Ehefrau Marzena. Mit der rollenden Fassbar rückte der 1. FFC an, und die B-Jungend vom FC Mittelhaardt feierte ihren Aufstieg. Den Abschluss bildete eine ganze Reihe Traktor-Veteranen.

Eine bunte Gruppe: die Secco Singers gestern beim Festumzug.
Eine bunte Gruppe: die Secco Singers gestern beim Festumzug.
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