Hassloch „DemoKreativ – Initiative für Haßloch“: Was der neue Verein plant

Im Februar bildeten Bürger als Zeichen gegen Rechts eine Menschenkette ums Haßlocher Rathaus.
Im Februar bildeten Bürger als Zeichen gegen Rechts eine Menschenkette ums Haßlocher Rathaus.

„DemoKreativ“ heißt ein neuer Verein, der das demokratische Miteinander stärken will. Wieso Parteipolitik keine Rolle spielen soll und wie der Verein zur AfD steht.

Herr Schrader, Sie sind Gründungsmitglied von „DemoKreativ – Initiative für Haßloch“. Wofür steht der Verein?
Wir sind ein überparteilicher Zusammenschluss, der das demokratische Miteinander im Alltag stärken und Menschen für die Grundlagen unseres Zusammenlebens gewinnen möchte. Durch Vorträge, Gesprächsformate, Projekte im öffentlichen Raum und Angebote für junge Menschen macht DemoKreativ demokratische Haltung praktisch erfahrbar und lädt zur aktiven Mitgestaltung ein.

Wie kam es zur Gründung, und wer steht hinter „DemoKreativ“?
Derzeit sind wir rund neun Personen, die jeweils verschiedene parteipolitische Erfahrungen mitbringen und zum größten Teil im Gemeinderat oder in Ausschüssen aktiv sind. Zusammengefunden haben wir uns ursprünglich bei der Organisation einer Demonstration in Haßloch im Vorfeld der Bundestagswahl. Dort bildeten wir als Gegenposition zu einer AfD-Veranstaltung eine symbolische Menschenkette zum Schutz des Haßlocher Rathauses gegen Rechts. Aus dieser Erfahrung heraus entstand der Wunsch, nicht nur auf Ereignisse zu reagieren, sondern sich langfristig und kontinuierlich für Demokratie einzusetzen. Unser Eindruck ist, dass das Demokratieverständnis besonders in ländlichen Regionen abnimmt. Was bedeutet Demokratie, wo gibt es Schwierigkeiten, und wie kann sie gestärkt werden? Mit diesen Fragen wollen wir uns in unterschiedlichen Formaten auseinandersetzen. Dabei ist es uns wichtig, in erster Linie nicht gegen etwas, sondern für eine starke Demokratie einzutreten, die von der Bevölkerung getragen wird. Das gelingt nur, wenn Menschen aktiv mitmachen.

Sie sind der Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis Neustadt bei der Landtagswahl im kommenden Jahr, viele Gründungsmitglieder sind parteipolitisch ebenfalls aktiv. Wie stellen Sie sicher, dass der Verein auch Menschen außerhalb parteipolitischer Zusammenhänge anspricht?
Wir sind ein überparteilicher Zusammenschluss, Parteipolitik bleibt bei uns außen vor. Wir arbeiten beispielsweise auch mit den Kirchen zusammen und möchten durch neue Mitglieder das Meinungsspektrum erweitern und vielfältiger gestalten. Wir grenzen uns bewusst von parteipolitischen Diskussionen ab. Im Mittelpunkt steht für uns eine grundsätzliche Debatte über Demokratie und nicht Parteipolitik.

Wie soll die Arbeit des Vereins konkret aussehen? Was ist geplant?
Unsere erste Veranstaltung findet am 4. Dezember statt. Wir laden zu einem Vortrag des Publizisten Alessandro Bellardita mit dem Titel „Demokratie verteidigen – unsere Freiheit schützen“ ein. Auf dem Haßlocher Weihnachtsmarkt planen wir außerdem eine Fotoaktion mit dem Fotografen Thomas Brenner, der bereits Menschen für Demokratieprojekte auf dem Hambacher Schloss porträtiert hat. Übers Jahr verteilt möchten wir wichtige Jahrestage und Gedenktage aufgreifen und sie mit Veranstaltungen und Gesprächsformaten verbinden. Wenn es uns gelingt, im ersten Jahr fünf bis sechs Veranstaltungen auf die Beine zu stellen und neue Mitglieder zu gewinnen, betrachten wir das als großen Erfolg.

Die Gründung von „DemoKreativ“ geht auf eine gemeinsame Demonstration als Gegenposition zu einer AfD-Kundgebung zurück. Besteht das Angebot, über Demokratie zu sprechen, auch für die AfD?
In unseren Formaten möchten wir alle Menschen mit unterschiedlichen Positionen einladen, über Demokratie zu sprechen. Für eine Mitgliedschaft im Verein gilt jedoch eine klare Haltung. Wenn sich jemand aktiv in der AfD engagiert und eine Partei unterstützt, die darauf abzielt, Teile des Grundgesetzes auszuhöhlen, dann passt das nicht zu unserem Leitbild. Das orientiert sich an der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Termin

Am Donnerstag, 4. Dezember, lädt der Verein „DemoKreativ“ zu seiner ersten Veranstaltung ein. Ab 19 Uhr wird der Publizist Alessandro Bellardita unter dem Titel „Demokratie verteidigen – unsere Freiheit schützen“ in der Aula des Hannah-Arendt-Gymnasiums in Haßloch einen Vortrag halten.

Weitere Fragen zum Verein per Mail an info@demokreativ-hassloch.de.

Bei der Landtagswahl wird der Haßlocher IT-Experte Dirk Schrader (Grüne) für den Wahlkreis Neustadt ins Rennen gehen.
Bei der Landtagswahl wird der Haßlocher IT-Experte Dirk Schrader (Grüne) für den Wahlkreis Neustadt ins Rennen gehen.
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