Leichtathletik Deidesheimer Linus Valnion darf auf internationalen Einsatz hoffen

Bereits nach der vorletzten Hürde stand der Sieg von Linus Valnion (rechts) in seinem ersten 400-Meter-Hürdenrennen fest.
Bereits nach der vorletzten Hürde stand der Sieg von Linus Valnion (rechts) in seinem ersten 400-Meter-Hürdenrennen fest.

Der Deidesheimer Linus Valnion feiert bei Leichtathletik Pfalzmeisterschaften eine erfolgreiche Premiere über 400 Meter Hürden und darf auf internationalen Einsatz hoffen.

Das Beste kam am Schluss beim ersten Teil der Leichtathletik-Pfalzmeisterschaften in Kaiserslautern mit den Wettbewerben der Aktiven und U18: Es war schon kühl geworden, und leichter Regen setzte ein, als Linus Valnion von der TSG Deidesheim in seinem ersten 400-Meter-Hürdenrennen überhaupt auf Anhieb Platz eins in der deutschen Bestenliste eroberte und die Norm zur möglichen Teilnahme am European Youth Festival (EYOF) Ende Juli in Skopje erfüllte.

Die Unsicherheit und Nervosität vor der Premiere auf dieser Strecke war beim früheren deutschen U16-Meister über 300 Meter Hürden und seinem Trainer Sebastian Groß vor dem Start mit den Händen zu greifen. Nach einem sehr gut verlaufenen Trainingslager in Latsch (Südtirol) und dem guten Wettkampfeinstand über 200 Meter musste Linus Valnion in den vergangenen Wochen wegen eines Problems im hinteren Oberschenkel etwas kürzer treten. Zudem standen zwei ernsthafte Konkurrenten auf der Bahn, „und der momentan herrschende Wind ist für Hürdenläufer sehr ungünstig“, zeigte sich Groß vor dem Start etwas skeptisch.

Sein Schützling aber strafte ihn Lügen, lag mit einer guten Beschleunigung bereits bei der ersten Hürde deutlich vorne und konnte trotz technischer Probleme über den Hürden im weiteren Verlauf des Rennens sein Tempo halten. Mit 54,20 Sekunden unterbot er die EYOF-Norm (54,50 Sekunden) um drei Zehntelsekunden, muss sich zur endgültigen Qualifikation aber noch auf der deutschen U18-Gala in Wetzlar gegen die deutsche Konkurrenz durchsetzen. Hinter ihm behauptete auch Clemens Pfadt (TV Nußdorf) mit 55,47 Sekunden seine Zugehörigkeit zur deutschen U18-Spitze und lief ebenso eine Bestleistung wie der Drittplatzierte Max Sellmeier (LC Haßloch, 62,70). Die zweite Medaille des Tages für die TSG Deidesheim sicherte Lucas Flarmann mit Platz zwei und Bestzeit von 56,83 Sekunden über 400 Meter der U18.

Sprintkönig Rau

Zum Sprintkönig der Meisterschaften hatte sich bereits in den Stunden zuvor Constantin Rau von der TSG Neustadt gekrönt. Von zu starkem Winde verweht waren noch die 11,12 Sekunden aus dem Vorlauf gewesen, die Siegerzeit von 11,14 Sekunden im U18-Finale dann regulär. Eine deutliche Steigerung gegenüber der nur wenige Wochen alten Bestleistung von 11,27 Sekunden, die Constantin Rau innerhalb eines Zehnkampfes in Weingarten erzielt hatte. Damit hatte er auch bereits die Norm für die deutschen Meisterschaften überboten, an denen er aber wegen eines parallel vorgesehenen Studienaufhaltes in England nicht teilnehmen wird: „Das ist etwas ärgerlich, aber vielleicht klappt es im nächsten Jahr.“

In seinem Lauf zum zweiten Gold über 200 Meter ließ er in 22,71 Sekunden eine weitere Bestleistung folgen und sicherte sich schließlich zusammen mit Silas Zakner, Ryan Neethling und Julian Gärtner in 45,86 Sekunden den Titel in der 4x100-Meter-Staffel der Männer vor der StG LC Haßloch/TG Limburgerhof. Einen weiteren Zehnkampf hat der Neustadter gegen Ende der Saison in der Planung, weshalb er in Kaiserslautern noch den Diskuswurf testhalber in Angriff nahm. „Auf 30 Meter will ich trotz wenigen Einheiten mit dem Gerät schon kommen“, war seine Vorstellung, die er im fünften Durchgang bei 31,82 Metern in die Realität umsetzen konnte und damit sogar Bronze holte.

Märdian erfolgreich zurück

Durch Ashraf Ali-Ouro-Bossi vom LC Haßloch gab es hinter Rau mit Bronze und Bestzeit von 11,69 Sekunden eine weitere Medaille für einen Läufer aus der Region im 100-Meter-Finale der U18. Freuen durfte man sich bei dem Verein auch über den Auftritt von Moritz Märdian, der nach längerer Wettkampfpause und nur kurzer Vorbereitung mit 51,39 Meter knapp unter seiner Bestweite das Speerwerfen der Männer gewann. „Ich habe vor zwei Wochen erstmals nach einem Zehnkampf im September 2023 wieder richtig trainiert“, so Märdian, der auch im Hochsprung mit 1,82 Metern und Platz zwei einen gelungenen Wiedereinstand feierte. Sein nächstes Ziel sind die süddeutschen U23-Meisterschaften in Kandel mit einer Speerwurf-Norm von 52 Metern. „Vielleicht aber reicht diese Leistung schon, wenn das Feld aufgefüllt wird“, überlegt LCH-Trainer Christoph Sölter. Einen weiteren Titel für den LCH holte über 100 Meter Hürden Ann-Kathrin Rohe, die ohne Konkurrenz 17,63 Sekunden erreichte und mit 4,90 Metern Zweite im Weitsprung wurde.

Sieg für Bub

Erfolgreichster Starter des Lokalrivalen TSG Haßloch war Daniel Bub als Sieger über 200 Meter der Männer (23,99 sec) und Dritter im Diskuswurf (36,55 m). Konkurrenzlos war seine Vereinskameradin Sophie Schmitt als Siegerin im Dreisprung (8,37 m). Jeweils Platz zwei im Weitsprung ging an Julian Wendt (5,50 m) und im Speerwurf an Lea Karasu (30,31 m).

Sie lag damit unmittelbar vor Gina Felden mit ihrem besten Versuch auf 28,45 Meter. Damit holte die Starterin vom TV Gimmeldingen nach der Erholung von einem Skiunfall bereits ihre zweite Medaille des Tages nach Silber im 100-Meter-Lauf der Frauen und war dabei in 13,16 Sekunden bis auf die Tausendstelsekunde zeitgleich mit Michelle Pister vom 1. FC Kaiserslautern.

Noch zwei Schritte, und der zweite Pfalztitel für den Neustadter Constantin Rau (links) im 200-Meter-Rennen ist perfekt.
Noch zwei Schritte, und der zweite Pfalztitel für den Neustadter Constantin Rau (links) im 200-Meter-Rennen ist perfekt.
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