Neustadt Deidesheim: Frischer Wind im Winzer

Vertraute Ansicht im Deidesheimer Ortsbild: die Gaststätte des Winzervereins ...
Vertraute Ansicht im Deidesheimer Ortsbild: die Gaststätte des Winzervereins ...

Stabwechsel im Winzer: Nachdem der Pachtvertrag mit Thomas Papadinas ausgelaufen ist, öffnet die Gaststätte des Deidesheimer Winzervereins am 30. November unter der neuen Leitung der Moro-Gruppe. Dahinter verbirgt sich das Duo Pierre Hartung und Sven Niederbremer, die damit ihr fünftes Restaurant an der Weinstraße führen. Gestartet sind sie 2015 in der Neustadter Weinstube „Zwockelsbrück“ .

„Wir sind froh, ein attraktives Objekt mit mehr als 60 Plätzen entlang der Weinstraße gefunden zu haben“, sagt Pierre Hartung, einer der beiden Geschäftsführer der Moro-Gruppe, über die Gaststätte des Deidesheimer Winzervereins, die pünktlich vor dem ersten Advent nach einer Renovierung wieder eröffnen soll. Mit 100 Plätzen im Restaurant, einem Bankettsaal mit etwa 150 Plätzen und einem Gewölbekeller sowie der großen Terrasse sei die Gruppe nun auch für größere Feierlichkeiten gerüstet, beschreibt er den Vorteil des neuen, nunmehr fünften Standorts des noch jungen Unternehmens.

In Heidelberg Michelin-Stern

Im März 2015 hatten Hartung und sein Kollege Sven Niederbremer – das „kulinarische Herz“ der Gruppe – den Umzug aus Heidelberg in die Pfalz gewagt. Unterhalb des Schlosses hatten sie zuvor die dortige Weinstube geleitet und in der klassischen Arbeitsteilung – Hartung als Gastgeber, Niederbremer als Küchenchef – einen Stern im Guide Michelin erworben. Nach der Besichtigung der seinerzeit leerstehenden Weinstube „Zwockelsbrück“ in der Neustadter Bergstraße sei die Entscheidung für einen Umzug spontan gefallen, erinnert sich Hartung. Ein Jahr später, im März 2016, folgte die Übernahme von Nett’s Restaurant in Gimmeldingen, das seither als „Moro“ und damit als Namensgeber der Gruppe firmiert. Im April 2017 übernahm das Duo das „Alte Rathaus“ in St. Martin und im Januar 2018 „Muglers Kutscherhaus“ in Gimmeldingen. Allen Restaurants gemein ist die Deckelung auf maximal 60 Personen aus Platzgründen: „Diese Einschränkung haben wir in Deidesheim nicht, außerdem sind wir mit diesem Standort unserem Ziel etwas näher gekommen, an allen wichtigen Standorten entlang der Weinstraße vertreten zu sein“, so Hartung.

Gehobene Küche als Konzept

Gehobene Küche im „Moro“ und in der „Zwockelsbrück“, Weinstubenküche und Pfälzer Spezialitäten im „Alten Rathaus“, im „Kutscherhaus“ und künftig auch im Deidesheimer Winzer – dieses Konzept verfolgen Hartung und Niederbremer: „Wir wollen unterschiedlichen Zielgruppen jeweils passende Angebote machen“, sagt Hartung. So soll der Winzer künftig an sieben Tagen in der Woche durchgehend warme Küche von 12 bis 21 Uhr anbieten, von der klassischen Bratwurst und dem Leberknödel bis zu saisonalen Gerichten und leckeren Kleinigkeiten, begleitet von Weinen aus dem Deidesheimer Winzerverein. Außerdem soll es ein wechselndes Mittagsangebot geben. „Um das alles zu stemmen, werden wir weiter wachsen“, erklärt Hartung das geplante Aufstocken der bislang 22 fest angestellten Mitarbeiter um weitere Kräfte. Trotz des schnellen Wachstums der Gruppe sei die Atmosphäre im Team noch immer so familiär wie am Anfang, betont er, „denn nur so kann man den hohen Anforderungen gerecht werden“. Steven Kärgel, Geschäftsführer des Deidesheimer Winzervereins, freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Moro-Gruppe: „Wir sind froh, einen leistungsfähigen Partner für unsere Gastronomie gefunden zu haben, der das gesamte Potenzial der Immobilie nutzen will“, sagt Kärgel auf Anfrage. Er verspreche sich von den neuen Pächtern eine optimale Präsentation der Produkte des Winzervereins in Kombination mit einer individuellen kulinarischen Handschrift und wolle die Zusammenarbeit auch mit Veranstaltungen der Genossenschaft ausbauen – kulinarischen Weinproben beispielsweise, aber auch internen Präsentationen.

... mit den beiden Gesichtern, die künftig die dortigen Geschicke leiten: Pierre Hartung (links) und Sven Niederbremer.
... mit den beiden Gesichtern, die künftig die dortigen Geschicke leiten: Pierre Hartung (links) und Sven Niederbremer.
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