Neustadt
Deidesheim: Über 40 Aussteller bei Mineralienbörse
Am Wochenende lockte die Pfälzer Mineralien- und Fossilienbörse bereits zum 47. Mal wieder viele interessierte Besucher in die Deidesheimer Stadthalle. Auch wenn aus Brandschutzgründen im Foyer diesmal weniger Stände aufgebaut waren, boten erneut über 40 Aussteller aus dem In- und Ausland ein faszinierendes Angebot an Edelsteinen, Schmuck, Heilsteinen, dazu Fossilien sowie Fachbücher und Zubehör an. An einer Nadelquarz-Kristallkombination wirkten die Nadeln zunächst sehr zerbrechlich. Die Vielfalt und Pracht der Schätze aus dem Inneren der Erde versetzt einem immer wieder in andächtiges Staunen. Zum zweiten Mal war Rudolf König aus dem österreichischen Frastanz in Deidesheim. Bei ihm findet man eine Vielfalt an wunderbaren Bergkristallen aus der Schweiz und Peru. Über den Fund einer besonders schönen Nadelquarz-Kristallkombination hat er sogar in der Mineralienfachzeitschrift Lapis berichtet. Sehr zerbrechlich wirken die feinen Nadeln beim ersten Betrachten. Doch seien sie äußerst stabil, erklärte der Fachmann. „Geschliffene Steine sind für mich tot“, betonte König. Nur der ursprüngliche Stein erzähle seine interessante geologische Geschichte. „Die Steine sind mein Leben“, gestand der passionierte Sammler. Der Stand von Tjard-Michael Kusche war wieder eine Fundgrube für Fossilienfreund. Dieses Jahr gab es zudem rund 5000 Jahre alte Feuersteinbeile und Pfeilspitzen aus Norddeutschland. Ein herausragendes Schmuckstück war auch ein rund 50 Zentimeter hoher blassgrüner Jadestein von der nepalesischen Grenze zu Indien. Für besondere Steine und Fossilien fertigt Kusche passende handgeschmiedete Ständer an.
Spannend für Jung und Alt war auch erneut seine „Drusenknacker-Aktion“. Es ist immer aufs Neue eine große Überraschung, wenn das funkelende Innenleben der Kristalle eines äußerlich völlig unscheinbaren, grauen Steinklumpens zum Vorschein kommt.
Auch das Ehepaar Astrid und Turan Zunnun kombinierte das Kunsthandwerk mit edlen Steinen. Eigens ausgewählte Achatscheiben bemalen sie kunstvoll mit verschiedenen Tiermotiven. Jedes einzelne Haar lässt sich dabei erkennen „Damit das Bild auf dem Stein dauerhaft bleibt, muss die Achatscheibe zuerst grundiert werden“, erklärte Zunnun. Damit das Bild zusammen mit dem Stein besonders zur Geltung kommt, gibt es den passenden Holzständer mit Kerzenhalterung als Hintergrundbeleuchtung. Interessenten können sogar ein Bild ihres eigenen Lieblingstiers als Motiv per E-Mail der Künstler senden. Das Ehepaar bemalt aber auch Trommeln und fertigt Schmuckstücke, so genannte Rainbow Gems, beispielsweise aus der Spondylus-Auster an.
Bernsteine aus Kolumbien in allen Variationen waren am Stand von Martha Rojas-Salazar zu bewundern. Darunter befand sich sogar ein ganz seltenes Stück mit einer eingeschlossenen Gottesanbeterin. Hier gab es auch Goldschmuckreplikate alter Kulturen aus Kolumbien, Peru und Mexiko. Sehr filigran gearbeitet war ebenfalls ein zirka zehn Zentimeter langes „goldenes Floß“, ein Kultsymbol des südamerikanischen Volks der Muisca.
Bei dem abwechslungsreichen Angebot an Mineralien, Fossilien, Edelsteinen und Schmuck konnte jeder Besucher seinen ganz persönlichen Schatz finden und mit nach Hause nehmen.
Mit der Besucherresonanz war die Organisatorin der Mineralienbörse, Ursula Birkle, sehr zufrieden.