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Warum „Wasser in die Stadt“ weitergehen muss.

Hand aufs Herz: Können Sie sich die Laustergasse zwischen Elwedritschenbrunnen und Kriegerdenkmal noch ohne den Wasserlauf vorstellen? Ohne das Kinderlachen im Sommer, ohne Touristen, die die Fabeltier-Figuren entlang von „Wasser in die Stadt“ begeistert fotografieren, ohne Neustadter, die die Sitzgelegenheiten nutzen, um in Ruhe ihr Eis zu essen? Und vor allem ohne den Bauhof, der die Rinnen einmal die Woche mit vollem Einsatz vom Algengrün befreit?

Der erste Abschnitt des Projekts ist eine Erfolgsgeschichte, trotz kleiner Mängel und auch wenn die Kritik am fehlenden Grün nicht abreißt. Um es an dieser Stelle noch einmal zu sagen: Gepflanzt werden kann in der Laustergasse schon deshalb nichts, weil die Durchfahrt gesichert sein muss. Und da untendrunter die Tiefgarage Klemmhof liegt, kann auch nichts aufgebaggert und danach wurzelndes Grün eingebracht werden.

Fontänen als Publikumsrenner

Die Erfolgsgeschichte von „Wasser in die Stadt“ wurde in dieser Woche fortgesetzt. Zugegeben, ob die Nachbildung einer Speyerbach-Rinne in der Marktgasse zwischen Adler-Apotheke und Gemüsestand wirklich notwendig war, darüber kann man streiten. Wer nicht weiß, um was es dabei geht, kommt beim Spaziergang Richtung Marktplatz ganz sicher nicht drauf.

Dafür sind die neuen Becken samt Fontänen auf dem anschließenden Juliusplatz ein Publikumsrenner, seit es am Dienstagmorgen „Wasser marsch“ hieß. Obwohl viel diskutiert wurde, welcher Stein verwendet werden soll, ob das neue und das alte Pflaster zusammenpassen, wie es auch dort mit dem Grün aussieht: Die Menschen nahmen das kühle Nass sofort an und haben seither ihren Spaß. Unterm Strich fügt sich der zweite Bauabschnitt so gut auf dem Platz ein, dass man versucht ist zu fragen, warum es dort nicht schon lange plätschert.

Letzter Schritt: Grünes Dreieck

Apropos lange: Viel Geduld haben die Impulsgeber für „Wasser in die Stadt“, allen voran die Bürgerstiftung Neustadt gefolgt vom Lions Club, bei dem Projekt bewiesen. Vor rund sieben Jahren war die Idee geboren worden, wurde im Anschluss bei Stadtverwaltung und Stadtpolitik dafür geworben, und auch die Bürger sollten begeistert werden. Erinnert sei nur an ein Kunst- und ein Weinprojekt mit Unterstützung des Neustadter Grafikers Gerhard Hofmann und des Weinguts Peter Stolleis, um Geld einzuwerben.

Schon damals wurde angeregt, einen sozusagen inoffiziellen letzten Bauabschnitt umzusetzen. Die Rede ist von einem grünen Dreieck hinter dem Juliusplatz. Dort also, wo jetzt das verkommene Bassin an der Marienkirche ein trauriges Bild abgibt, der Speyerbach dahinter aber munter sprudelt, bevor er beim Casimirianum in den Untergrund verschwinden muss. Wasser ins Bassin, Durchbruch der Brückenbögen und ein Wasserrad im Bach – so lässt sich ein letzter Bauabschnitt kurz zusammenfassen.

Wunsch nach Kühle

Indes gehört dieser nicht zum Gesamtprojekt, für das geplant und beim Land ein Zuschuss beantragt worden war. Insofern besteht für das grüne Dreieck noch viel Handlungsbedarf. Dafür zu werben, dessen werden Bürgerstiftung und Lions Club indes nicht müde. Bei Stadt und Stadtrat scheinen sie offene Türen einzurennen – vielleicht auch dank steigender Temperaturen und dem sehnlichen Wunsch nach etwas Kühle in der Innenstadt. Das grüne Dreieck würde also voll im Trend liegen.

Der Anschluss von „Wasser in die Stadt“ an den Speyerbach – er ist nun zumindest aufs Gleis gesetzt. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass es noch bis zur Landesgartenschau 2027 damit klappt. Mag sein, dass das ein ehrgeiziges Ziel angesichts dessen ist, was bis zur Schau noch alles passieren und auch bezahlt werden muss. Lohnen würde es sich aber allemal.

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