Neustadt „Das Wichtigste ist der Spaß“

Deidesheim. Ein Podium für junge Blasorchester und -ensembles und eine Werbung für das gemeinschaftliche Musizieren mit Blasinstrumenten soll der erste Jugendmusiktag des „Musikverbandes Deutsche Weinstraße“ sein, der am kommenden Sonntag in Deidesheim über die Bühne geht. Bernhard Welsch, der Vorsitzende des Musikverbands und selbst seit über 40 Jahren aktiver Instrumentalist in Deidesheim und Ruppertsberg, erklärt im RHEINPFALZ-Gespräch die Hintergründe und Ziele.
Der „Musikverband Deutsche Weinstraße“ verfügt über zwei große Orchester, die „Bläserphilharmonie“ und die „Junge Bläserphilharmonie“. Bei der Jugendformation, die 2012 gegründet wurde, wirken rund 60 junge Musiker mit, die mittlerweile sehr gut sind. Es war der Wunsch der jungen Leute und ihrer Eltern, ein Podium zu schaffen, um ihr Können einmal zu zeigen und Lust aufs Musizieren zu verbreiten. Wir denken, dass wir mit diesem Jugendmusiktag in der Deidesheimer Stadthalle ein angenehmes Ambiente dafür bieten können. Die Teilnehmer haben sich durch Probentage und -wochenenden intensiv auf das Konzert vorbereitet. Das Programm besteht ebenso aus populären Filmmelodien, so „Skyfall“ oder „Lord of the Rings“, wie aus sinfonischen Werken. Der „Jugendmusiktag“ bietet aber noch mehr als nur das Konzert der „Jungen Bläserphilharmonie“ ... Ja, wir wollten ganz bewusst ein breites Angebot schaffen, um möglichst viele junge Menschen zu begeistern. Deshalb schrieben wir im Vorfeld insbesondere die Musikkapellen rund um Deidesheim an und luden zum Mitgestalten ein. Ruppertsberg, Königsbach und Hochdorf sind mit von der Partie, jeweils mit 20 bis 30 jugendlichen Musikern. Darunter sind nicht nur Bläser – Sologesang, Piano und Percussions sind ebenfalls zu hören. Auch hier gibt es eine breite Palette an populären Stücken: „Gambling Man“, „Riders in The Sky“, „I have a Dream“ oder ein Stevie-Wonder-Best-of. Das Konzert der „Jungen Bläserphilharmonie“ bildet dann den Abschluss des Nachmittags. Was ist die Motivation dieser Orchester, beim Aktionstag mitzuwirken? Jeder will gerne zeigen, was er kann. Es entsteht bei Auftritten mehrerer Gruppen oft so etwas wie eine positive Konkurrenzsituation, die beflügelt. Eine optimale Gelegenheit, Inspirationen zu finden, denn bei Treffen von Musikkapellen tauscht man sich interessiert aus. Häufig ist zu hören: „Das wollen wir auch mal spielen, woher habt ihr die Noten, für welche Instrumente, ist es schwer?“ Man kann für sich Möglichkeiten ausloten, das Wichtigste ist aber, den Spaß an der Musik und am gemeinsamen Musizieren zu steigern. Was tut man sonst noch für die Nachwuchsarbeit? Die „Junge Bläserphilharmonie“ könnte man als Projektorchester bezeichnen, Proben sind nicht wöchentlich, sondern als Freizeiten gestaltet. Man kann sich anmelden, wenn man über entsprechende Vorkenntnisse verfügt und mithalten kann. Für alle jungen Bläser der Vereine werden auch ständig Fortbildungskurse angeboten, finanziert über den Verband. Wie sieht es in der Praxis bei den Bläsergruppen vor Ort aus? Unsere Orchesterleiter sind gute Instrumentalisten und als Ausbilder oder Dirigenten qualifiziert. Sie verfügen über Einfühlungsvermögen für die Anliegen der Zielgruppe und pädagogisches Geschick. Ganz wichtig: ein Musikinstrument im Verein zu erlernen, ist günstig, die Unterrichtsstunden bezahlen in der Regel die Vereine. Bisweilen gibt es auch kurzzeitig Leihinstrumente, das eigene Instrument lässt sich dann auch über ein Leasing beziehungsweise Mietkauf beschaffen. Der erste Jugendmusiktag soll sicherlich keine Eintagsfliege bleiben. Was streben Sie an? Wir kooperieren schon jetzt mit dem Kreismusikverband Rheinpfalz und verschiedenen Bläserschulen, laden junge Musiker von 9 bis 17 Jahren auf diesem Wege zu unserer Jugendphilharmonie ein. Künftig wollen wir die Vernetzung intensivieren, Impulse setzen, den Erfahrungsaustausch unter den Jugendlichen weiter steigern. Denn auch bei den Jugendmusikschulen und in allgemeinbildenden Schulen gibt es viele interessante Ensembles. Weitere Kooperationen sollen folgen. Wir wollen diesen Musiktag gemeinsam mit interessierten Partnern dauerhaft etablieren.