Neustadt Das „komische“ Gefühl, am Gurt zu hängen

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Ein Viertel aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden werden laut Statistik von 18- bis 24-jährigen Autofahrern verursacht. Auch um dieser Tatsache entgegenzuwirken, findet jährlich ein Verkehrssicherheitstag am Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium (KRG) statt – gestern zum 15. Mal.

Für die rund 100 Schüler der Jahrgangsstufe zwölf waren vier Stationen aufgebaut. Vor der Schule wartete ein Überschlagsimulator der BASF. Dabei setzten sich die Schüler in ein Fahrzeug, das an einer Halterung auf den Kopf gedreht wurde. Anschließend mussten sie sich aus dem Auto befreien. Beim Lösen des Gurts waren vor allem die richtige Abstütztechnik und das richtige Abrollen entscheidend, um nicht unkontrolliert zu fallen. „Es ist ein komisches Gefühl, nur am Gurt zu hängen und die Orientierung komplett zu verlieren“, sagte der 19-jährige Ludwig. Vorher hatten die Schüler erklärt bekommen, was sie im Ernstfall beim Überschlag erwartet und wie es dabei im Inneren des Fahrzeugs aussieht. Ebenso thematisiert wurden die richtige Kopfstützen- und Sitzposition im Fahrzeug sowie die richtige Art, sich anzugurten. Auch Präventionsarbeit stand gestern auf dem Programm: Zum Thema „Alkohol und Drogen am Steuer“ gab es einen 90-minütigen Vortrag. Darin ging es um Verkehrsstatistiken, die Definition und Risiken von Drogen, aber auch um die strafrechtliche Betrachtung. So wurde praxisnah erläutert, wie eine Verkehrskontrolle abläuft. Dazu passte dann auch ein Slalomparcours, der mit „Alkoholbrille“ zu absolvieren war. Die Brille schränkt die Wahrnehmung ein, dadurch bekommt ihr Träger die starken Auswirkungen von Rauschmittelkonsum auf die Motorik gut zu spüren. Die Polizisten der Verkehrserziehung hatten auch einen sogenannten Gurtschlitten aufgebaut. Hier wurde ein Autositz beschleunigt und dann ruckartig abgebremst. So konnten die Schüler einen Unfall mit langsamer Geschwindigkeit erleben. Das hinterließ bei vielen bleibende Eindrücke: Benedikt (16) war von der Härte des Aufpralls überrascht – und das obwohl er schon einen Autounfall miterlebt hat. Ricarda (18) berichtete von einem schmerzhaften „Ziehen durch den ganzen Körper“ beim Aufprall. Die Polizeibeamten wiesen hier vor allem auf die richtige „Sitzkultur“ hin, soll heißen: Sie zeigten den Schülern die richtige Sitzeinstellung. Am Bremswegsimulator wurde demonstriert, wie sich die Länge des Anhaltewegs in verschiedenen Situationen verändert. Schon kleinste Abweichungen bei der Geschwindigkeit haben hier große Auswirkungen. |mhe

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