Neustadt „Das ist genau mein Ding“
Neustadt. Ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolviert der 19-jährige Neustadter Nico Berger beim SC Neustadt. Der aktive Wasserballer, der beim letzten Saisonspiel 2015/2016 des SCN im Juni in der Partie gegen den SV Cannstatt sein erstes Bundesliga-Tor erzielt hatte, verließ im Frühjahr das Leibniz-Gymnasium mit der Fachhochschulreife.
Damit dieser Schulabschluss anerkannt wird, müssen die Absolventen, die diese Qualifikation an einem allgemeinbildenden Gymnasium erworben haben, entweder eine Ausbildung anschließen oder entsprechend andere praktische Erfahrungen unter bestimmten Kriterien machen. „Der Vorschlag kam von SCN-Manager Michael Heinz. Und das ist genau mein Ding“, freut sich Berger. Er wurde offiziell über den Sportbund Pfalz angemeldet und erhält jetzt ein Taschengeld von rund 300 Euro. Vertragspartner für Berger ist der Förderverein SCN-Wasserball. Seine Arbeitszeit beträgt zwar 40 Stunden die Woche, lässt sich aber nicht auf einen herkömmlichen Achtstunden-Tag aufteilen. So betreute er in den Ferienwochen die Wasserball-Jugendlichen zusammen mit Peter Jacqué an jeweils zwei Wochentagen, hilft beim Aquaball-Training der Jüngsten und ist zuständig für die Kommunikation der Jugendmannschaften. „Ich kann mir das ziemlich frei einteilen, einiges von der Verwaltungsarbeit mache ich zu Hause am Computer. Jetzt kümmere ich mich um die Spielerpässe der U19- und U17-Mannschaft“, erklärt Berger. Und unterstützt dabei seinen Vater Ingolf Berger, der die beiden Teams trainiert. Nico hat zudem mehrere Pflichtseminare im Terminkalender stehen, die für jeden Freiwilligendienstler angeboten werden. Es sind jeweils fünftägige Seminare zu Rhetorik, sozialpädagogischen Grundlagen oder Umgang mit Gruppen. Das ist für ihn perfekt, denn der junge Mann strebt im nächsten Sommer eine Ausbildung bei der Polizei an. Doch so richtig festlegen möchte er sich zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht. Das FSJ dient ihm, wie so vielen Gleichaltrigen, als Orientierung zwischen Schule und Ausbildung oder Studium. Mit den Kindern und Jugendlichen im Becken kommt Nico Berger gut klar, denn er weiß, wie die Jugend „tickt“. Er weiß es noch aus eigener Erfahrung, wie er selbst mit jugendgerechter Sprache motiviert worden ist, mehrmals in der Woche zu trainieren. Er übernimmt auch eine Vorbildfunktion. Schließlich steht mit Nico jemand vor ihnen, der den Sprung in die Erste Mannschaft geschafft hat. Der gelassene, ruhige Sportler muss dabei nicht autoritär auftreten. Gerade erklärt er, wie die Jungs und Mädels den Ball bewegen sollen. „Schaut her“, sagt er und macht es vor. Die Nachwuchsspieler hängen mit ihren Blicken an ihm und versuchen, die Übung möglichst perfekt nachzumachen. Im Januar möchte Nico Berger parallel dazu innerhalb des FSJ die Ausbildung zum Übungsleiter absolvieren. Auch seine eigenen sportlichen Fähigkeiten kann er jetzt ausbauen. Für die spielfreie Zeit hat er vom erfahrenen, ehemaligen Wasserball-Erstliga-Trainer Peter Jacqué einen individuellen Trainingsplan erhalten. Der praktische Nutzen für die Erste Mannschaft wird sich aber erst im Herbst zeigen, wenn die Bundesliga-Saison wieder startet. Doch für Nico Berger ist schon nach wenigen Wochen FSJ eine positive Zwischenbilanz möglich: „Ich spüre genau, dass ich mich so weiter entwickeln kann.“ |kle