Neustadt Das Interesse am Nachbarn lässt nach

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Vergangene Woche feierte die Deutsch-Französische Gesellschaft (DFG) Neustadt 20 Jahre Partnerschaft mit dem Partnerschaftskomitee Mâcon (CJM). Beim Empfang der Stadt am Freitag erinnerten DFG-Präsident Wolfgang Klein und CJM-Präsident François Sauzet an die Anfänge der Partnerschaft und bedauerten das nachlassende Interesse für das jeweilige Nachbarland bei den jüngeren Generationen.

Genau genommen war die Partnerschaft zwischen der DFG und dem CJM die zweitbeste Lösung. Vor 20 Jahren sollte in Mâcon eine Deutsch-Französische Gesellschaft gegründet werden, so wie sie in Neustadt schon seit 1967 existiert. „Die Idee konnte sich aber nicht durchsetzen, und so kam es zum Entschluss, eine Partnerschaft mit dem bereits existierenden Comité de Jumelage de Mâcon einzugehen“, berichtete Klein. Seither pflegen die Mitglieder der beiden Organisationen ihre Freundschaft, indem sie sich alle zwei Jahre gegenseitig besuchen. In diesem Jahr standen für acht französische Besucher und ihre Gastfamilien unter anderem die Ausstellung „150 Jahre BASF“ auf dem Programm sowie die Besichtigung der Burg Berwartstein und der Landesgartenschau in Landau. Eine Weinprobe durfte auch nicht fehlen. Gerade die Weinbaukultur sei von Anfang an eine wichtige Gemeinsamkeit der Freunde aus Mâcon und Neustadt gewesen. Beim Wein habe man voneinander lernen können, erzählte ein französischer Gast im Neustadter Ratssaal. Mit Bedauern stellten die Partner aber auch fest, dass das Interesse an der Sprache und Kultur des jeweiligen Nachbarn spürbar nachlasse und die Partnerschaftsvereine wenig Nachwuchs fänden. „Als ich 1963 am ersten Schüleraustausch mit Mâcon teilgenommen habe, waren wir über 50 Leute“, erinnerte sich Renate Nenninger. Auch heute gibt es noch einen Schüleraustausch zwischen Neustadt und Mâcon. „Aber die Kontaktpflege zwischen deutschen und französischen Schülern nach dem Austausch gestaltet sich beschwerlich“, stellte Martin Hauck fest. Klein sieht in der Globalisierung einen zentralen Grund für diese Entwicklung. Frankreich sei heute nicht mehr so gefragt als Urlaubsziel bei den Jugendlichen, deshalb verliere die französische Sprache und Kultur für sie an Bedeutung. „Außerdem scheint der Friede zwischen unseren beiden Ländern so selbstverständlich geworden zu sein“, so Klein, der in diesem Zusammenhang aber auch auf die Krisen und Herausforderungen der Europäischen Union verwies: Die Freundschaft zwischen den betroffenen Ländern in Europa sei eine wichtige Voraussetzung, um gute Lösungen zu finden. Für das kommende Jahr freuen sich die DFG und das CJM auf die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Neustadt und Mâcon. François Sauzet, der besonders gerne in den malerischen Gassen der Neustadter Altstadt spazieren geht, fiel am Ende des Empfangs übrigens ein weiterer Punkt ein, der Neustadt und Mâcon verbindet: Jeden Morgen erhalte das CJM die Neustadter Ausgabe der RHEINPFALZ – wer die schicke, wisse er aber nicht. (sba)

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