Neustadt „Das hat sich in vielen Schritten ergeben“
Ganz große Gedanken hatte mich mir im Vorfeld gar nicht gemacht. Da ich nach meiner Kandidatur sehr viel Zustimmung bekommen hatte, war ich recht entspannt, auch die Mehrheit zu bekommen. Ich hätte die Wahl auch bei 50 Prozent plus eine Stimme angenommen. So ist es mir aber natürlich lieber, zumal die Wahlbeteiligung mit 75,2 Prozent sehr hoch war. Ihr Wechsel ist ja ein beruflicher Einschnitt, da Sie nun seit 22 Jahren in Ludwigshafen arbeiten. Wie ist es um Ihre Gefühlswelt bestellt? Die ist zwiespältig. Ich hätte mir sehr gut vorstellen können, meine Berufslaufbahn als Technischer Werkleiter zu beenden. Ich fühle mich hier sehr wohl. In Deidesheim wartet nun eine ganz neue Aufgabe, und auf diese freue ich mich natürlich auch. Bei dieser Frage musste ich mich eben entscheiden. Das habe ich getan und freue mich nun auf die neue Aufgabe. Sie sind ja 61. Als Bürgermeister sind Sie für acht Jahre gewählt. In Ludwigshafen hätten Sie schon früher das süße Ruhestandsleben genießen können. Stimmt, in viereinhalb Jahren. Das hatte ich sogar schon ausgerechnet. Aber ich habe jetzt vor, die acht Jahre als Bürgermeister auszufüllen, wenn die Gesundheit mitspielt. Meine Frau weiß auch Bescheid. Sie ist ebenfalls noch länger berufstätig. Von daher ist das kein Problem. Was reizt Sie auf die alten Tage denn am Jobwechsel? Ehrlich gesagt, hätte das so gar nicht funktioniert, wenn man es hätte planen wollen. Ich war in der vergangenen Legislaturperiode schon im Werkausschuss engagiert und wurde 2014 mit großer Mehrheit zum Beigeordneten gewählt. 2015 folgte der Vorsitz des CDU-Gemeindeverbands. Und dann habe ich die Verantwortung übernommen und die Kandidatur angetreten, weil unser zunächst geplanter Kandidat erkrankt war. Dann habe ich viel Zuspruch erfahren und hatte noch nicht mal einen Gegenkandidaten. Das war so alles nicht durchgeplant, sondern hat sich in vielen Schritten ergeben. Was sind die zentralen Herausforderungen für Sie in Deidesheim? Ich will die Verwaltung so führen, dass die Mitarbeiter motiviert sind. Wichtig ist, dass wir ein Service-Center sind für die Bürger, sodass die Menschen bei uns freundlich und kompetent bedient werden. Thematisch gibt es immer neue Herausforderungen, auch rund um das Thema Abwasserbeseitigung und Klärschlamm. Dann will ich den guten Stand bei unseren drei Feuerwehren erhalten. Bei den Schulen stehen Sanierungen an. Wir müssen hier für die Anpassung der bestehenden außerschulischen Betreuungsangebote an Anforderungen der Familien sorgen. Beim WBL sind Sie für 650 Mitarbeiter verantwortlich, bei der Verbandsgemeinde werden es 45 sein: Worin wird sich der Bürgermeister vom Werkleiter unterscheiden? Das wird gar nicht so unterschiedlich sein. Ich arbeite gerne kooperativ und animiere meine Mitarbeiter zu selbstständigem Arbeiten. Bisher war die Ausrichtung eher technisch, künftig geht’s mehr um Verwaltung, aber sonst ändert sich für mich nichts. Ich selbst werde mich noch stärker ins Thema Haushalt einarbeiten müssen.