Neustadt Das große Sorgenkind

Weniger Geburten, weniger Schüler: Trotz der demografischen Entwicklung sieht es bei den weiterführenden Schulen in Edenkoben gut aus. Sorgenkind bleibt dagegen die Realschulen plus in Maikammer. Dies geht aus dem aktuellen Schulentwicklungsplan hervor.
Jede Schule müsse sich noch stärker um Profil und Akzeptanz bemühen, lautet eine wesentliche Forderung im Schulentwicklungsplan. Schon ein Blick auf die Grundschulen zeigt allerdings: Im Landkreis Südliche Weinstraße drücken derzeit ein Drittel weniger ABC-Schützen die Schulbank, als noch 2000/2001. Ein wenig Besserung erhofft man sich durch die Zuwanderung. In den Klassenstufen 5 bis 10 ist gegenüber 2009/2010 ein Rückgang um 15 Prozent zu registrieren. Tendenz: gleichbleibend. In der Sekundarstufe profitiert das Plus (47 Prozent) unter anderem von den neuen Klassen 12 und 13 am Gymnasium Edenkoben und der Fachoberschule in Edenkoben. Der jetzige Rekord von 1404 Schülern wird aber einbrechen. Bis 2024/2025 ist ein Rückgang um 30 Prozent prognostiziert. Realschule plus Edenkoben: Auch hier schlägt die Demografie durch. Bei jetzt 741 Schülern steht ein Rückgang um 14 Prozent gegenüber 2009/2010 zu Buche. In zehn Jahren werden nur rund 600 Schüler erwartet. Die niedrigen Übergangsquoten aus den Grundschulen lassen grüßen. Realschule plus Maikammer-Hambach: Hier wird von einer dramatischen Entwicklung gesprochen. Das neue Schulgebäude hat nicht zu einem besseren Zuspruch aus der VG Maikammer geführt. Auch der für den Bestand der Schule notwendige Anteil aus der Stadt Neustadt ist deutlich zurückgegangen (von 67 auf 33). In der Klassenstufe 5 gibt es nur noch zwei Einheiten. In diesem Zusammenhang verweist die Landrätin auf ihre früheren Appelle, in Maikammer eine Integrierte Gesamtschule einzurichten. „Dann wäre die Lage dort wesentlich besser“. Aber der Kreistag habe sich anders entschieden. Eine Hoffnung auf Besserung gebe es, wenn die Stadt Neustadt auf die Einführung einer Integrierten Gesamtschule verzichtet. Gymnasium Edenkoben: Nach der Eröffnung im Jahr 2003 und der Erweiterung für die Oberstufe wenig später scheint die Attraktivität ungebrochen. Aber: Wo es weniger Viertklässler gibt, da kommen auch nicht mehr so viele Übertritte. Die Folge: Ein Rückgang, wobei die daraus resultieren Vier- statt Fünfzügigkeit gerne in Kauf genommen wird. Bei der Vorstellung des Plans würdigten Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) und Schuldezernent Bernd E. Lauerbach (FDP) die Sisyphusarbeit von Rudolf Dengler, der das neue Zahlenwerk von März 2014 bis Juni 2015 erarbeitet hat. Dass ein vielfältiges, differenziertes und durchlässiges Bildungsangebot als wichtiger Standortfaktor schon lange gehegt und gepflegt werde, erkenne man vor allem an der Tatsache, dass in den vergangenen 25 Jahren etwa 65 Millionen Euro in weiterführende Schulen des Landkreises investiert wurden, mit 60-prozentiger Unterstützung des Landes, wie es hieß. Auch wenn damit eine merkliche Verschuldung des Kreises verbunden war (mik)