Neustadt Das großartige Geschenk Europa

und mit Europafahnen-Trägern vorneweg erlebt die Neustadter Marienkirche nicht jeden Tag: Gestern Morgen jedoch bildete die Messe den Abschluss einer mehrtägigen Tagung der Paneuropa-Union, und Erzbischof in Ruhe Robert Zollitsch (links), ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, war der Einladung als Festprediger gerne gefolgt. Zusammen mit Dekan Michael Janson (rechts) und zahlreichen Gläubigen feierte er einen Gottesdienst, der darlegen sollte, dass die Chance eines geeinten Europas auch in schwierigen Zeiten genutzt werden muss. „Wer die Geschichte kennt und in die Zukunft schaut, der kann nicht anders als ein überzeugter Europäer zu sein“, stellte Zollitsch seiner Predigt voran. 1938 geboren, hat der katholische Geistliche noch selbst den Zweiten Weltkrieg erlebt. Insofern sei nicht hoch genug zu schätzen, dass seit über 70 Jahren Frieden herrsche, wozu auch die Paneuropa-Union seit Jahrzehnten beitrage. Angesichts der aktuellen Herausforderungen nicht zu verzweifeln, sondern mutig voran zu gehen, lautete Zollitschs Appell. Europa sei, wie es Papst Franziskus formuliert habe, eine Familie verschiedener Völker, und innerhalb einer Familie halte man bei allen Gegensätzen zusammen. Christliches Abendland bedeute, miteinander und füreinander zu leben, statt Grenzzäune und Mauern zu errichten. Die aktuelle Krise, so Zollitsch, dürfe nicht dazu führen, Europa weiter zu zerstückeln. Vielmehr müsse sie als Herausforderung begriffen werden, sich neu auf fundamentale Werte und christliche Wurzeln zu besinnen und sich daran zu erinnern, „was für ein großartiges Geschenk dieses Europa ist“.