Neustadt „Das geht ganz alleine auf unsere Kappe“

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Hassloch (erab/sab). Am Ende war es still im TSG-Sportzentrum in Haßloch. Beinahe mucksmäuschenstill, wäre da nicht der Gesang der Spieler der SG Köndringen/Teningen gewesen: „Auswärtssieg, Auswärtssieg.“ Mit 25:27 (10:11) verlor die TSG die Partie zweier abstiegsbedrohter Teams und ist als Tabellenvorletzter der Viertklassigkeit ein bedrohliches Stück näher gekommen. Die TSG zog Konsequenzen: Gestern Abend informierte der Sportliche Leiter der Haßlocher, Thomas Müller, dass man TSG-Trainer Admir Kalabic entlassen habe.

Ab Dienstag wird der ursprünglich erst für die kommende Saison vorgesehene neue Coach Tobias Job das Training leiten. „Es ist niemals nur der Trainer oder nur die Mannschaft in die Verantwortung zu nehmen, aber schon länger gibt es Unstimmigkeiten zwischen Trainer und Mannschaft. Wenn die Chemie nicht mehr stimmt und beide Seiten kein vollstes Vertrauen mehr entgegenbringen, muss man handeln. Auch die Aussprache vergangene Woche hat da nicht entscheidend geholfen“, begründete Müller die Entlassung von Kalabic. „Da hat man leider keine Wahl, denn eine komplette Mannschaft können wir jetzt nicht austauschen. Das ist das Los des Trainerjobs.“ Es gehe nicht um persönliche Dinge, sondern nur um den Verein. Müller: „Wenn du plötzlich 15. der Tabelle bist und 2016 nur ein Heimspiel gewonnen hast, stehst du mit dem Rücken zur Wand.“ Weder Admir Kalabic noch Tobias Job waren gestern Abend für eine Stellungnahme zu erreichen. Nach dem Spiel gegen Köndringen/Teningen standen Haßlocher Spieler, Betreuer und TSG-Fans am Ende sprachlos da. Schienen nicht zu begreifen, wie die TSG einen 20:17-Vorsprung 13 Minuten vor dem Schlusspfiff verspielen konnte. Kreisläufer Sebastian Bösing traf sogar noch zum 21:18 (48.) nach einem blitzschnellen Anspiel von Peter Masica. Dann ging bei den Gastgebern nicht mehr viel, obwohl ihnen in der spannenden Schlussphase ein Sieg noch immer möglich war. „Das geht ganz alleine auf unsere Kappe. Wenn man nach der 21:18-Führung in der entscheidenden Spielphase so viele Bälle wegwirft und eine 4:9-Serie kassiert, darf man sich über eine Niederlage nicht wundern“, meinte TSG-Schlussmann Daniel Schlingmann. Der Breisgauer Pascal Bührer verkürzte aus dem Stand auf 19:21 (49.). Ein Freiwurf von Martin Hirling landete genau im rechten Eck des TSG-Tores: 20:21 (50.). Nachdem der überragende SG-Tormann Domenico Ebner einen Heber des Haßlocher Rechtsaußen Steffen Dietz gefangen hatte (51.), konterte Gerald Sandu zum von den Gästen viel umjubelten 21:21. Kevin Seelos, der erst in der Schlussphase torgefährlich wurde, setzte sich im Zweikampf durch: 22:21 (52.). Doch schon im Gegenzug glückte Bührer mit dem Rücken zu Chris Berchtenbreiter agierend ein Anspiel, Berchtenbreiter glich aus (53.). Mit Marco Widmann als siebtem Feldspieler kam Andreas Zellmer am Kreis frei zum Wurf – Ebner parierte mit dem Fuß (54.). Kevin Seelos fing den Ball in der Abwehr ab. Doch vor dem SG-Tor verlor Borodovskis das Spielgerät – Sandu konterte zum 23:24 (55.). Den Wurf von Hirling aus dem rechten Rückraum lenkte Schlingmann noch an die Latte. Ein Fehlpass von Elvijs Borodovskis an den Kreis führte zum erneuten SG-Konter: Felix Zipf traf zum 25:24 gut zweieinhalb Minuten vor dem Ende. Nun agierte die SG-Abwehr erneut schnell und aggressiv. „Dass wir unsere Führung gegen Ende verspielt haben, könnte an den schwindenden Kräften gelegen haben“, überlegte Kalabic. „Unerklärlich viele Bälle wurden weggeworfen. Der Gästetorwart stand mehrfach richtig.“ Überhaupt war die Abwehr der Schlüssel zum Erfolg der Breisgauer. Besonders die TSG-Rückraumspieler taten sich von Beginn an schwer gegen die offensive 3:2:1-Defensive. Erst nach der Pause gelang es wenigstens Borodovskis, sich in Zweikämpfen durchzusetzen. „Die wendige und aggressive 3:2:1-Deckung der SG bereitete uns doch größere Probleme“, gab Rechtsaußen Steffen Dietz zu. Er überzeugte bei TSG-Kontern. Ein weiterer Vorteil der Gäste: Ihre Distanzwürfe waren platzierter als die der Gastgeber. Bei der TSG war es zunächst nur Peter Masica, der im Rückraum torgefährlich war, dem aber auch immer mal ein Fehlwurf unterlief. Seine Teamkollegen links und rechts fielen anfangs kaum auf. Dafür gefiel Torwart Daniel Schlingmann: Er parierte einen Freiwurf von Felix Zipf (39.), hielt einen Konter der Gäste, nachdem Daniel Warmuth einen Pass von Peter Masica abgefangen hatte (40.). Und er wehrte einen Wurf von Linksaußen Gerald Sandu ab (40.) ab. Zwei Minuten später parierte er einen abgefälschten Warmuth-Wurf aus dem rechten Rückraum. „Die Zuschauer sahen zwei sehr gute Torhüter und gute Abwehrreihen“, stellte SG-Coach Ole Andersen fest. Letztendlich hätten Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entschieden. Andersen: „Das Ganze hätte auch zu Gunsten von Haßloch ausgehen können.“ Müller informierte indes, dass neben dem 13. Tabellenplatz auch der 14. Rang „noch zum rettenden Ufer werden kann“. Zunächst werde vorsorglich eine Relegation um den Ligaverbleib aller Tabellenvierzehnten der Dritten Ligen gespielt, Ausrichter sei der Südvertreter. Je nach Meldung und Abmeldung anderer Vereine bleibe der Sieger drittklassig. So spielten sie TSG Haßloch: Schlingmann, Eigenmann (n. e.) - Widmann (4), Seelos (4/1), Bösing (4), Masica (5), Borodovskis (4), Dietz (3), Kern, Schubert, Christmann, Zellmer, Gregori, Zimmermann (1). Spielfilm: 0:2 (6.), 4:3 (13.), 8:5 (22.), 10:8 (25.), 10:11 (30.), 13:15 (36.), 18:16 (43.), 20:17 (47.), 21:18 (48.), 21:21 (51.), 22:22 (53.), 23:24 (56.), 24:25 (59.), 25:26 (60.), 25:27 (60.). Gelbe Karten: 4/3. Zeitstrafen: 1/2. Siebenmeter: 1/1 - 0. Beste Spieler: Schlingmann, Dietz, Ebner, Warmuth, Zipf. Zuschauer: 450. Schiedsrichter: Fähnle/Schulle (Königsbronn/Oberkochen).

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