Hassloch / Neustadt / Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Corona und Sport: Wie verhalten sich Teams in der Kabine?

Das Virus muss draußen bleiben.
Das Virus muss draußen bleiben.

Die Corona-Pandemie und kein Ende: Mannschaftssportler können zwar trainieren und zu Spielen antreten. Doch wie ist es nach einer Partie, wenn jeder gerne duschen und sich in den oft engen Kabinen umziehen möchte? Viele Teams haben Wege gefunden, den Andrang in der Umkleide zu vermeiden.

Ihr Spielfeld ist im Wasser, doch das Bedürfnis nach einer Dusche ist nach Training und Spiel immer groß. Die Wasserballer des SC Neustadt wollen sich schließlich das Chlorwasser herunterschrubben. „Die Spieler duschen jetzt überwiegend zu Hause. Wir haben das über unser Hygienekonzept so kommuniziert“, erklärt Trainer Peter Jacqué. Es sei für Wasserballer etwas angenehmer, sich nur abzutrocknen, als nach einem Mannschaftssport im Freien, vielleicht noch verschmutzt, in die Klamotten zu steigen. Die großen Plaudereien, die vor Corona normal gewesen seien, während sich das Team umgekleidet habe, entfielen weitgehend. „Es ist ruhiger geworden“, stellt Jacqué fest.

Wasserball: Gegner in der Frauenumkleide

Die Maske wird immer getragen, nur im Becken natürlich nicht. Wenn ein Spiel im Stadionbad ansteht, dann dürfen die Gegner die Frauenumkleide und -duschen benutzen. Die Schiedsrichter bekommen die große Sammelumkleide zugewiesen. „Also alles ist gut entzerrt“, betont Jacqué.

In den Anwesenheitsprotokollen werde immer festgehalten, wie die Trainingsgruppen zusammengesetzt seien. Alle Spieler seien geimpft. Vor jedem Treffen werde gefragt, ob es im Umfeld der Spieler einen Coronafall gebe. Jacqué: „Die jüngeren Spieler, die noch nicht geimpft sind, werden getestet.“ Hygienebeauftragte sind Michael Heinz und Lars Ananias.

Ananias hat vor dem Heimspiel am Samstag allerdings ein Problem: Aktuelle Schnelltests sind in der Wasserball-Bundesliga vorgeschrieben. Das Team des Roten Kreuzes (DRK), das bei den ersten Heimspielen im Clubheim die Tests durchgeführt hatte, kann wegen der steigenden Nachfrage nach Testungen diesmal nicht vor Ort sein. Das DRK empfiehlt daher dem SCN, ein Testcenter zu nutzen und Wartezeit einzuplanen.

Basketball: Außerhalb des Spielfeldes mit Maske

Richtig stark ins Schwitzen kommen die Basketballer. Marc Walter, Vorsitzender des BBV Gorillas Haßloch: „Die Duschen sind aber abgeschlossen. Wir trocknen uns nach dem Training ab, dann geht es nach Hause. Aber es ist schon unangenehm, verschwitzt ins kalte Auto zu steigen.“ Ein Bier nach dem Training sei auch ohne Corona nicht drin. Man sei müde, erschöpft und wolle gar nicht zusammen in ein Lokal gehen.

Bislang gibt es laut Walter vor den Spielen noch keine Testpflicht. Kontrolliert wird, ob die Basketballer genesen, geimpft oder getestet sind. Das gilt vor allem für die Zuschauer in der Halle. Klar ist auch, dass für alle Bereiche außerhalb des Spielfeldes die Maske getragen wird. Mit den steigenden Inzidenzen wächst die Besorgnis. Walter: „Wir sind in Gedanken schon bei der Gefahr. Aber auch das ist unterschiedlich. Manche machen sich richtige Sorgen, andere sehen das entspannter.“ Auch bei den Gorillas sind alle Spieler geimpft.

Volleyball: Kabine regelmäßig lüften

Beim VBC Haßloch haben schon vor Corona die meisten Volleyballerinnen daheim geduscht, erzählt Pressesprecherin Marina Schirrmann. Maske, geimpft sein und separate Umkleidekabinen bei Training und Spiel seien obligatorisch. Gelüftet werde regelmäßig. Gemeinsames Zusammensitzen nach dem Training entfalle in der Hallensaison.

Gemütlicher ist es bei den Volleyballern im Sommer. Dann nutzen sie zusätzlich sehr rege die große Beachvolleyball-Anlage am Sandbuckel. „Dann bestellen wir schon mal Pizza nach dem Training. Es spielt sich ja alles im Freien ab“, erzählt Schirrmann. Kontrolliert wird immer vom VBC-Hygienebeauftragten. Bei Heimspielen wird noch der Hygienebeauftragte des Gästeteams ins Boot geholt.

An die gesamten Einschränkungen habe man sich bereits während der vergangenen zwei Jahre gewöhnt. Diskussionen wegen der Maßnahmen gebe es keine. Die Volleyballer seien froh, wenn sie überhaupt trainieren und spielen dürften. Schirrmann: „Käme wieder ein kompletter Lockdown, wären wir schon enttäuscht. Wir würden uns aber zusätzlich testen, wenn das hilft, dass wir weiter trainieren und spielen können.“

Fußball: Duschen in verschiedenen Umkleiden

Die Fußballer des SV Geinsheim haben Umkleiden in zwei verschiedenen Gebäuden. Im Lockdown vor einem Jahr haben sie ihren neuen Sanitärtrakt fertig gestellt. „Wir haben dort zwei Kabinen“, erzählt Trainer Rudi Brendel. Der Gegner nutzt die Umkleiden im altem Gebäude. In der Pause allerdings sei seine Mannschaft in einer Kabine versammelt. Brendel: „Bei uns sind alle geimpft. Und anschließend spielen wir ohnehin wieder draußen mit Körperkontakt.“ Holger Krämer, Trainer des SV Geinsheim II in der B-Klasse Rhein-Mittelhaardt Süd, ist mit seiner Mannschaft in der Pause oft an der frischen Luft: „Wenn’s das Wetter erlaubt, bleiben wir draußen.“

„Nach den Lockerungen der 27. Corona-Schutzverordnung vom 8. November wurde uns vom Verband mitgeteilt, dass die Kabinen und Duschen ohne Einschränkungen genutzt werden dürfen“, teilt Torsten Quell, Hygienebeauftragter des 1. FC 08 Haßloch, mit. Bis dahin habe es Anweisungen und Beschilderungen gegeben, die zum Tragen der Maske verpflichtet hätten. Allerdings sei es immer wieder vorgekommen, dass sich einige nicht daran gehalten hätten.

Seit dem bislang letzten Lockdown hat es laut Quell nur noch wenige Spieler in der Jugend gegeben, die nach dem Spiel hätten duschen wollen. „Die meisten haben sich nur umgezogen und sind nach Hause“, sagt Quell. „Unsere Gäste haben grundsätzlich nie geduscht. Nach Spielen der Aktivität und Footballer wurde geduscht. Das konnte aber immer auf vier Duschräume verteilt werden.“ Die Schiedsrichter hätten ihre eigene Kabine mit eigenen Duschen. Aber auch diese seien nie benutzt worden. Die Kabinen seien durchgehend gelüftet worden, wenn sie doch benutzt worden seien. Das sei auch bei niedrigen Temperaturen kein Problem, „weil sich gerade die ganz kleinen Jugendspieler nach wie vor zu Hause umgezogen haben“.

„Diskussionen wegen Corona hatten wir bisher nur mit zwei Eltern. Ein Vater kritisierte einen unserer Jugendtrainer, weil er nicht geimpft ist“, sagt der Hygienebeauftragte. „Aber dieser lässt sich vor jedem Training oder Spiel regelmäßig testen.“ Kritik habe es auch bei den Cheerleadern gegeben. „Eine Trainerin wurde kritisiert, weil hier strengere Regeln eingehalten werden, als gefordert. So müssen sich zum Beispiel auch unter Elfjährige regelmäßig zum Hallentraining testen, obwohl dies eigentlich nicht nötig ist.“ Aber er sei sehr froh, dass die Trainerinnen dieses Thema in der momentanen Situation besonders ernst nähmen, betont Quell.

„Ich bin froh, dass für uns schon vor über einer Woche die Winterpause begonnen hat und wir nicht wie andere Vereine noch bis Mitte Dezember spielen müssen“, gesteht Igor Keller, Trainer des TuS Maikammer, des Tabellenführers der Fußball-B-Klasse Rhein-Mittelhaardt West. „Bei uns werden die Kabinen regelmäßig gelüftet. Aber ich muss zugeben, dass wir als kleiner Dorfverein nicht mehr machen können. Bei Vereinen, zu denen wir fahren, oder Gastmannschaften, die bei uns spielen, ist das auch nicht anders.“

Handball: Mit Maske, Abstand und Tests

Bei den Akteuren des Handball-Drittligisten TSG Haßloch steht die Corona-Problematik ganz oben. Dies bestätigt Thomas Müller, der Sportliche Leiter. „Alle Spieler sind berufstätig und wollen sich nicht über den Sport infizieren“, erklärt er. In der Vorbereitung, als der Start in die neue Runde noch nicht einmal festgestanden habe, sei die Frage aufgekommen, ob es Sinn ergebe, überhaupt zu trainieren. Müller: „Niemand möchte ein Risiko eingehen.“ Er setzt in hohem Maße auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen. Dazu gehöre auch die Maskenpflicht beim Betreten der Halle. „Die Spieler wissen, dass sie beim Kommen bis in die Umkleide die Mund-Nasen-Maske zu tragen haben. Das Gleiche gilt beim Gehen“, so Müller. Auch Trainer Tobias Job thematisiert regelmäßig die Problematik. „Ich habe der TSG nur zugesagt, wenn die Dinge um Corona auch eingehalten werden“, betont Job, der selbst schwer an Corona erkrankt war. „Ich halte mich daran, trage Mund-Nase-Maske, wo es nur geht, und versuche die Abstandsregeln zu wahren. Das habe ich meiner Familie versprochen, das bin ich ihr schuldig, nachdem ich selbst erlebt habe, was die Erkrankung bedeuten kann“, so Job.

„Bei uns sind alle Spieler geimpft. Wir haben auch die zweimaligen Testungen in der Woche wieder eingeführt“, sagt Müller. Diese erfolgen jeweils dienstags und donnerstags. Auch lege der Verein großen Wert darauf, dass bereits vor und nach dem Training wie auch bei den Spielen alle Umkleidekabinen gelüftet würden, indem beide Türen geöffnet würden. Es gebe eine klare Regelung zur der Nutzung der Umkleidekabinen: Jeder Mannschaft, auch den Gästeteams, stehen zur besseren Wahrung der Mindestabstände zwei Kabinen zur Verfügung. Für die beiden Unparteiischen gebe es gesondert eine Umkleide. Dies gelte auch für den Duschbereich. „Ein gemeinsames Duschen der Mannschaft findet so gut wie nicht statt, da einige Akteure länger in der Halle bleiben, andere wiederum direkt nach dem Spiel oder Training unter die Dusche gehen“, erzählt Müller. Auch habe die TSG sich entschieden, nach einem Spiel vorerst keine Trainergespräche mehr durchzuführen, da es sonst zu einer größeren Menschenansammlung komme.

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