Neustadt
Corona-Tests sollen immer schnell zu haben sein
Um 10 Uhr öffnet die Drive-in-Station auf dem Parkplatz des früheren Hela-Baumarkts in der Chemnitzer Straße, und sofort reiht sich ein Auto hinter das andere. Zu den Wartenden gehört eine Mutter aus Edenkoben. Im Fond des Wagens sitzt ihr Kind – weil es einen Corona-Fall in der Kindergartengruppe gegeben habe, müsse sie die Kleine testen lassen, erzählt die Frau. Dass sie im Wagen warten kann, findet sie klasse. Indes sorgt sie sich um die Ehrenamtlichen des DRK: „Haben die es auch warm genug im Zelt?“
DRK-Teststellenleiter André Willrich kann da Entwarnung geben. Das Zelt ist geheizt, seine vier Kolleginnen, die an diesem sonnig-kalten Mittwoch im Einsatz sind, seien quasi versorgt. Spannender wird es aus seiner Sicht, wenn Schmuddelwetter einsetzen sollte. Die Probe aufs Exempel wird es zeigen, denn so schnell werde sich der Testbedarf nicht legen, ist Willrich überzeugt.
OB: Fallzahlen steigen weiter
Darauf hatte zuvor auch Oberbürgermeister Marc Weigel abgehoben: „Man muss damit rechnen, dass die Fallzahlen noch einmal steigen, und damit auch der Testbedarf weiter groß sein wird.“ Weigel geht von rund drei weiteren schwierigen Monaten aus, „durch die wir gut durchkommen wollen mit Tests gegen die Omikron-Variante“. Mit der wärmeren Jahreszeit könnte sich die Lage wieder etwas entspannen.
Das neue Drive-in-Angebot ist die vierte Teststation, die der DRK-Stadtverband betreibt. Ebenso mit der Stadt zusammen arbeitet mittlerweile die „Teststelle Vorderpfalz“ des Unternehmers Frank Riffelmacher. Hinzu kommen Testangebote von Apotheken und Ärzten sowie einige weitere private Anbieter.
Tests in Weindörfern
DRK und Riffelmacher werden zudem ab Montag, 17. Januar, zusätzliche Testmöglichkeiten in den neun Weindörfern anbieten: in Diedesfeld, Geinsheim, Gimmeldingen, Haardt und Lachen-Speyerdorf stationär, in Duttweiler, Hambach, Königsbach und Mußbach mit einem kleinen DRK-Testbus. Der Fahrplan für dieses mobile Angebot wird laut Willrich bis Ende der Woche stehen und sich an dem Testbus aus den Anfängen orientieren.
Weigel nutzte die Neueröffnung, um vorneweg dem DRK für seinen bisherigen Einsatz zu danken. Über das Rote Kreuz habe in Neustadt die erste Teststation landesweit eröffnet werden können, damals noch in enger Abstimmung mit dem rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerium. „Macht mal, wir schauen dann, ob wir so etwas weiter im Land brauchen“, erinnert sich der OB an jene Gespräche. Schnell sei aber klar geworden, wie wichtig die Teststationen seien, um einerseits das Gesundheitssystem zu stabilisieren und andererseits Menschen die Teilhabe am öffentlichen und privaten Leben zu ermöglichen.
Viele helfen
Hinzu kam später die Firma Riffelmacher, die sich zwischenzeitlich mit dem DRK über das Angebot abgestimmt hat – wegen des durchaus schwierigen Testmarkts koordiniert von der Stadtverwaltung. Unterstützung gab es zudem von der Neustadter Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk, aber auch von Unternehmen, die Gelände bereitgestellt haben, darunter die Globus-Handelskette und das Sportstudio Pfitzenmeier.
Ist das Ende der Fahnenstange nun erreicht? Die Stadt unterstütze vor allem jene, die von Anfang dabei gewesen seien und auch dann nicht die Segel gestrichen hätten, als die Testung nicht mehr so gefragt gewesen sei, sagt Weigel. Das gelte für das Rote Kreuz, aber auch für Frank Riffelmacher: „Er war kein Glücksritter, sondern bewies Durchhaltevermögen.“ Angebot und mögliche Nachfrage sieht der OB für die kommende Zeit gedeckt. Zumal auch die Nachbarkommunen mittlerweile besser aufgestellt seien.
Bedarf erstmal gedeckt
Andere Anfragen für Teststationen auf öffentlicher Fläche will die Stadt also derzeit nicht unterstützen. Der Wettbewerb solle nicht aus dem Ruder laufen, damit jene, die immer da seien, nicht darunter zu leiden hätten, so Weigel. Indes erfährt die Stadt nicht immer von weiteren Testmöglichkeiten: Anbieter werden vom Land zertifiziert und können in eigenen Räumen ein Geschäft aufziehen. Kommentar
