Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Corona-Tests an Kitas: Spucken für mehr Sicherheit

Diese Schnelltests kommen in den drei Kitas zum Einsatz.
Diese Schnelltests kommen in den drei Kitas zum Einsatz.

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie kommt nun auch die Körperpolizei ins Spiel: So beschreibt es eine Kita-Leiterin. Ihr Job ist es, kleine Kinder für Schnelltests zu begeistern. In drei Kitas läuft nun ein Modellprojekt.

Wie kann man kleine Kinder für einen Corona-Schnelltest begeistern? Vor dieser Herausforderung standen Janita Ritter, Leiterin der Kita Hoppetosse, und ihre Kolleginnen. Ihre Kita ist eine von drei Einrichtungen (die anderen beiden sind die Kitas Hetzelstift und Landwehrstraße), die die Stadt für ein Schnelltest-Pilotprojekt ausgewählt hat. „Wir wollen damit einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten“, sagte die zuständige Dezernentin Waltraud Blarr (Grüne) am Dienstagmorgen im Rathaus.

Ritter und ihr Team haben am Montag schon die ersten Tests ausgewertet, die anderen beiden Kitas legten am Dienstag los. Daher bemühte Ritter am Montagmorgen die Körperpolizei. „Um die geht es immer, wenn wir etwa über Ernährung und Krankheiten sprechen“, sagt die Kita-Leiterin. So habe sie den Sinn der Tests den Kindern erklärt: „Wir wollen mit dem Test schauen, ob die Körperpolizei so stark ist, dass das Coronavirus gar keine Chance hat, oder ob das Coronavirus vielleicht unbemerkt im Körper ist und die Körperpolizei daher Hilfe von einem Arzt braucht.“

Mehr zum Thema

In immer mehr Einrichtungen wird getestet.
Kommentar

RHEINPFALZ Plus Artikel
Noch ein Puzzlestein

Kinder sind begeistert

Der Auftakt sei gelungen. Dabei helfe, dass die Stadt für das Projekt auf Spucktests setze und man keine Nasenabstriche brauche. „Manche Kinder müssen nur noch üben, genug Speichel zu sammeln“, so Ritter. Die Kinder seien in kleinen Gruppen zur Teststation in der Turnhalle gebracht worden. „Wir haben alles immer genau erklärt.“ Die Kinder waren dann auch die 15 Minuten mit dabei, um zu beobachten, wie sich die Teststreifen entwickeln. „Die fanden das sehr spannend, sind dann fröhlich zurückgerannt und haben gerufen: kein Corona.“

Dezernentin Blarr hofft, das es bei diesen positiven Erfahrungen bleibt. Man wolle in der Pilotphase herausfinden, ob sich das Kita-Personal vor Ort immer um die Tests kümmern könne oder man eher mit mobilen Testteams arbeiten müsse. Logistisch sei es aber nicht möglich, mit Kita-Gruppen in eines der Testzentren zu gehen. Angesichts der steigenden Inzidenzwerte habe sich die Stadt entschlossen, das im März gestartete Testprojekt an Grundschulen nun auf die Kitas auszudehnen.

Kosten: 5000 Euro

In den Kitas setze man auf einen vom Bundesfamilienministerium empfohlen Spucktest. „Die finden bei Eltern eine größere Zustimmung als Tests mit Nasenabstrich“, so Fachbereichsleiter Alf Bettinger. Ziel sei, nach der zweiwöchigen Pilotphase das Modell auf alle Kitas auszudehnen und dauerhaft anzubieten – und dafür hoffe man auf finanzielle Förderung. Für die Pilotphase hat die Stadt 1000 Spucktests für die 250 Kinder bestellt. Jedes Kind soll zweimal pro Woche getestet werden. Die Tests dort sollen ein Stück mehr Sicherheit bringen, da die Kinder ja ohne Maske miteinander spielen, sagt Bettinger. Die Stadt investiere 5000 Euro in das Projekt.

Sollte ein Test positiv ausfallen, würden sofort die Eltern und das Gesundheitsamt informiert. In einem der Testzentren solle dann ein Schnelltest mit Nasenabstrich vorgenommen werden. Ist dieser negativ, darf das Kind zurück in die Kita. Ist auch der Schnelltest positiv, müsse das Kind in Quarantäne. Alternativ könne ein PCR-Test vorgenommen werden. „Doch bis das Ergebnis nach ein, zwei Tagen vorliegt, muss Quarantäne eingehalten werden.“

Masken sind ein Problem

Die Schnelltests waren nicht die einzige Neuerung an der Kita Hoppetosse am Montag. Dort müssen die Erzieherinnen nun wie überall in Deutschland eine Maske tragen. Das sei anstrengend und erhöhe den Geräuschpegel, „da man automatisch lauter spricht“, sagt Janita Ritter. Die Arbeit mit den Kindern werde schwieriger: „Vielen fehlt die Mimik. Sie merken gar nicht, dass sie angesprochen worden sind. Bei kleinen Kindern nehmen wir die Maske auch mal schnell ab, damit sie unser Lächeln sehen und merken, dass wir etwas positiv meinen.“

x