Neustadt Conrad folgt auf erfolglosen Saltarello

Neustadt. Der Geduldsfaden ist gerissen. Infolge des 0:0 gegen das sieglose Schlusslicht Phönix Schifferstadt II stellten die Verantwortlichen des VfL Neustadt Max Saltarello als Trainer der Zweiten Mannschaft frei. Der Nachfolger steht mit Torsten Conrad fest. Gestern Abend trat der ehemalige Regionalliga-Spieler, ein Neustadter Gewächs, erstmals vor die Mannschaft.
Sieben Punkte aus 13 Spielen, eine Vielzahl an Klatschen, drittletzter Rang in der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt: Trägt daran allein Max Saltarello die Schuld? Der Vorsitzende des VfL Neustadt, Leander Baumann, verneint dies. „Die Mannschaft ist am Zug“, betont er vielmehr, „und wenn es weitergeht wie bisher, muss man sich überlegen, ob eine Zweite Mannschaft für den Verein überhaupt noch einen Sinn ergibt.“ Die Führungsriege will mit dem Wechsel einen Reizpunkt setzen. „Es gab nur zwei Möglichkeiten“, sagt Baumann: „Weiter herumdümpeln oder etwas ändern, solange man noch die Chance hat, wenigstens Viertletzter zu werden.“ Conrad soll die Mannschaft auf einen anderen Fitnessstand heben und ihr Spielkultur vermitteln. Er selbst, inzwischen 39 Jahre alt, wird nach Aussage Baumanns verstärkt an seiner Physis arbeiten und zu gegebener Zeit auf dem Platz mitwirken. Conrads erste Aufgabe heißt am Sonntag FV Berghausen (16 Uhr, Haidmühle). Max Saltarello reagierte auf seine Entlassung kurz und knapp: „Ich bin enttäuscht, aber das Leben geht weiter.“ Der TSV Königsbach trat als Aufsteiger mit der Maßgabe an, in der Klasse zu verbleiben. „Mission erfüllt“, kann man Sven Hörnschemeyer und seinem Trainerkollegen Carsten Klein nach 13 Spielen zurufen – der Vorsprung auf den drittletzten Rang beträgt 19 Punkte. „Im Moment sind wir auf einem ganz guten Weg“, sagt Hörnschemeyer verschmitzt. Klar, er will keine großen Töne spucken, drum bläst er trotz mickriger vier Punkte Rückstand auf Platz eins auch nicht zur Attacke. Lieber widmet er sich den Defiziten, die seine Mannschaft habe. „Mich nervt es ein bisschen, dass wir immer ein Tor bekommen“, sagt er. Tatsächlich blieb der TSV erst einmal ohne Gegentreffer, im Spiel bei Schlusslicht Schifferstadt. Die 90 Minuten am Sonntag bedürfen einer besonderen Wachsamkeit: Gastgeber ist (ab 14.45 Uhr) der Tabellenzweite FC Lustadt, wie Primus TSV Lingenfeld mit 30 Zählern ausgestattet. „Für mich“, sagt Hörnschemeyer, „spielen wir beim Favoriten auf die Meisterschaft.“ Welch ein verrücktes Spiel. 0:3 lag die SpVgg Edenkoben/St. Martin gegen den VfL Hainfeld nach 14 Minuten zurück, führte mit 5:4 – und kassierte in der 88. Minute den Ausgleich. Die Gegenwehr nach dem Rückstand nennt Spielertrainer Slawomir Stulin „sensationell“, die Anfangsphase „brutal“. Wie kann so ein Beginn passieren? Stulin antwortet auf die ihm eigene, ironische Art: „Wir haben für dieses Spiel neue Trikots bekommen. Ich glaube, wir wollten sie nicht dreckig machen. Schöne weiße Trikots – und wir haben gespielt wie ein weißes Ballett.“ Am Sonntag (14.45 Uhr) gastiert Stulins Elf beim TuS Altrip. Mit einem Sieg könnte die SpVgg bis auf einen Punkt zum Viertletzten der Tabelle aufschließen. Mit dem 4:1-Sieg beim FV Berghausen rückte die TSG Deidesheim auf Rang acht der Tabelle nach vorne. Spielertrainer Rudolf Benkler lobt den Auftritt seiner Elf ausdrücklich: „Seit ich hier bin, war das eines der besten Spiele, die wir abgeliefert haben.“ Und das ohne sechs etablierte Kräfte. Für die Partie am Sonntag, 14.45 Uhr, gegen Klassenprimus TSV Lingenfeld lichtet sich das Lazarett kaum. Benkler hofft auf die Rückkehr seines Stürmers Christian Schubing, den eine Fersenprellung plagt. Gegen Teams des Lingenfelder Kalibers brennt die TSG immer, gegen die „Kleinen“ fehlt oft die Konzentration. Benkler: „Wenn man sieht, was wir an Punkten haben liegen lassen, kann man eigentlich nur die Augen zumachen.“ (aboe/Archivfoto: lm)