Neustadt Cembalo wird in Stiftskirche vorgestellt

Ein bedeutender Neuzugang für die regionale Musikszene wird am kommenden Samstag, 12. November, in der Neustadter Stiftskirche erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt: ein seltenes Cembalo des 2014 verstorbenen Cembalo-Pioniers Martin Skowroneck, das die Neustadter Greve-Stiftung auf Vermittlung des in Neustadt lebenden Tasteninstrument-Experten Koos van de Linde unlängst gebraucht erwerben konnte. Nach Angaben von Bezirkskantor Simon Reichert handelt es sich um ein außergewöhnliches Instrument, von dem nur noch drei weitere Exemplare in Europa erhalten sind. „Nach der Fertigstellung der neuen Edskes-Orgel in der Stiftskirche steht in Neustadt damit ein weiteres bedeutendes Instrument für die Aufführung barocker Musik zur Verfügung“, schwärmt er. Skowroneck und seine Bremer Werkstatt besitzen in Fachkreisen einen geradezu legendären Ruf für ihre nach historischen Konstruktionsprinzipien gefertigten Cembali, Clavichorde, Spinette und Virginale, deren Lieferzeit mitunter bei bis zu 20 Jahren lag. Das Neustadter Exemplar entstand in den 1990er Jahren nach einem Vorbild, das im 18. Jahrhundert von der berühmten flämischen Instrumentenbauerfamilie Dulcken in Antwerpen gefertigt wurde und ist nach Reicherts Einschätzung in seiner Klanggestalt ideal für die Wiedergabe der Werke von Bach, Händel oder Telemann in größeren Räumen. Am Samstag nun werden Reichert und van de Linde das Instrument um 19 Uhr gemeinsam mit dem ebenfalls in Neustadt lebenden Cembalisten Miklos Spanyi erstmals in einem Konzert einsetzen. Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Händel und weitere Komponisten des 18. Jahrhunderts. Mit einer Improvisation in Form einer Suite wird Spanyi die besondere Klangfarbe des Cembalos vorstellen. Als Kammermusikpartner wirken Norbert Gamm an der Blockflöte, Fritz Burkhardt mit seiner Barockvioline und der durch einen glücklichen Zufall am selben Tag anwesende sächsische Bass-Bariton Wolf Matthias Friedrich mit, der als Interpret von Barockmusik weltweites Ansehen genießt. Koos van de Linde wird zudem die technischen Besonderheiten des Cembalos erklären und nach dem Konzert für Fragen zur Verfügung stehen. Eintritt ist frei. |hpö