Neustadt CDU: Frische Gesichter und neue Ideen

Marco Göring.
Marco Göring.

Die Neustadter CDU hat in einer gemeinsamen Sitzung von Kreisvorstand und Stadtratsfraktion die Niederlage bei der Oberbürgermeisterwahl diskutiert. „Es war eine ehrliche und offene Debatte, die mir Hoffnung macht für die Kommunalwahl 2019“, erklärt der Kreisvorsitzende Marco Göring.

Der langjährige Kreisvorsitzende Ingo Röthlingshöfer war bei der Urwahl auf 21,8 Prozent der Stimmen gekommen. Er lag damit nur knapp vor Pascal Bender von der SPD (20 Prozent) und deutlich abgeschlagen hinter dem Sieger Marc Weigel (58,1 Prozent) von der FWG. „Es hat einigen auf der Seele gebrannt, sich mal auszusprechen, das war deutlich zu spüren“, so Göring. Er selbst habe die Sitzung in vielen Einzelgesprächen in den vergangenen Wochen intensiv vorbereitet. Man sei nun auch fair miteinander umgegangen und habe vereinbart, die inhaltliche Selbstkritik nicht nach außen dringen zu lassen: „Was vorbei ist, ist vorbei. Wir müssen jetzt mit frischen Gesichtern und neuen Ideen in die Kommunalwahl im Frühjahr 2019 gehen.“ Die CDU habe in Neustadt traditionell ein Wählerpotenzial zwischen 30 und 50 Prozent. Es sei sein eigener Anspruch, dies abzurufen. Vor den Mitgliedern stehe viel Arbeit. Die Partei nehme mit Ehrgeiz die Herausforderung an, die RHEINPFALZ-Überschrift zum Wahlergebnis („CDU abgewählt“) zu widerlegen. Man habe neben der üblichen Klausur zur Vorbereitung des städtischen Haushaltes für den Februar 2018 eine Tagung von Vorstand und Fraktion beschlossen. Diese Tagung werde vom Lenkungsausschuss der Partei vorbereitet. Ihm gehören an neben Göring: sein Stellvertreter Dirk Herber, Schatzmeister Klaus Kerth, der Fraktionsvorsitzende Clemens Stahler sowie die CDU-Mitglieder des Stadtvorstandes, also Hans Georg Löffler, Ingo Röthlingshöfer und Dieter Klohr. Löffler wird dem Ausschuss nach dem OB-Wechsel zum 1. Januar nicht mehr angehören – „er ist dann Rentner. Seine Mitarbeit in dem Gremium war an das Amt geknüpft“, so Göring. Welche Rolle Ingo Röthlingshöfer, der 16 Jahre die Partei führte, künftig übernehme, sei noch offen. „Er ist unser Bürgermeister und damit sicherlich wichtig. Aber ich sage ganz klar auch, die Partei wird von mir und Dirk Herber geführt“, so Göring. Er lege viel Wert auf die Abstimmung mit seinem Stellvertreter: „Wir verstehen uns sehr gut und sind auch innerhalb der CDU gleich verortet. Zwischen uns passt kein Blatt Papier. Dass ist wichtig für den Neuaufbau.“ Auch der Landtagsabgeordnete Dirk Herber lobt die Arbeit im Team mit Marco Göring: „Wir haben uns über die Politik kennengelernt und sind sehr gute Freunde geworden.“ Der Generationenwechsel im Vorstand sei damit bereits eingeleitet. In der Fraktion werde er sich zwangsläufig auch ergeben, weil mehrere langjährige Ratsmitglieder sich zurückziehen wollten. Vor der Kommunalwahl ist Dirk Herber nicht bange: „Neustadt hat am 24. September bürgerlich gewählt. Es wäre etwas anderes, wenn die SPD deutlich zugelegt hätte, was nicht der Fall war.“ Die CDU sei selbstbewusst genug, ihren Führungsanspruch als stärkste Fraktion gegenüber den Freien Wählern zu behaupten.

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