Neustadt Camphill sucht neue Bleibe
Die Camphill Lebensgemeinschaft Königsmühle sucht nach einer neuen Bleibe. Das Problem in der Königsmühle: Die Gebäude sind nicht barrierefrei.
Seit Anfang des Jahres steht fest, was Martin Schuberth, Leiter der Einrichtung, schon vorher ahnte. Ein barrierefreier Umbau der Gebäude im Kaltenbrunnertal ist nicht machbar. „Das ist das Ergebnis eines Gutachtens, das wir in Auftrag gegeben haben“, sagt Schuberth. Die Suche nach einem neuen Standort laufe jetzt auf Hochtouren. Die Camphill Lebensgemeinschaft steht deshalb im Gespräch mit der Stadt. „Wir setzen alles dran, um eine Lösung zu finden“, sagt Sozialdezernent Ingo Röthlingshöfer. Die Camphill Lebensgemeinschaft bedeute ein Stück Qualität in der sozialen Landschaft der Stadt. Allerdings sei es nicht einfach, ein passendes Grundstück zu finden. Vier oder fünf Möglichkeiten gibt es laut Schuberth, alle müssten nun baurechtlich und emissionsschutzrechtlich geprüft werden. Ein Neubau biete auf jeden Fall die besten Möglichkeiten, um alle Anforderungen erfüllen zu können. Das Haus müsse umfassend barrierefrei sein, da immer mehr Bewohner in ein Alter kämen, in dem mit Gehbehinderungen zu rechnen sei. Der Camphill Lebensgemeinschaft gehören zurzeit 24 Menschen mit Hilfebedarf an, im Alter zwischen 22 und 60 Jahren. In der Einrichtung gibt es sechs Auszubildende und sechs Teilnehmer des Internationalen Freiwilligendiensts, die ebenso wie ein Teil der Mitarbeiter in der Königsmühle leben. Das Konzept sehe das so vor, allerdings sei es nicht vorgeschrieben, sagt Schuberth. Ideal wäre für die Gemeinschaft, wenn die Bewohner von ihrem künftigen Standort aus ohne größere Probleme den Naturpark im Kaltenbrunnertal erreichen könnten. Dort sei ein Gemeinschaftsprojekt mit der IG Schöntal geplant, erklärt Schuberth. Es gehe darum den Park zu neuem Leben zu erwecken. Für die Finanzierung des Neubaus will die Gemeinschaft einen Investitionszuschuss beantragen, der üblicherweise über den Pflegesatz gewährt werde, informierte Schuberth. Entscheidend für das Finanzierungskonzept sei, ob die Königsmühle, die der Stiftung Camphill gehöre, verkauft werden könne. „Das ist ein Liebhaberobjekt“, so Schuberth. Das Ensemble steht teilweise unter Denkmalschutz, das älteste Gebäude ist 1860 erbaut worden. 1888 wurde ein Gastronomiebetrieb eröffnet. Die Nutzung als Restaurant und Hotel blieb bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhundert erhalten. 1991 zog die Camphill-Lebensgemeinschaft in das historische Gebäude ein, 1997 wurde ein weiteres Haus dazugekauft. 2006 baute die Gemeinschaft zusätzlich ein Werkstattgebäude. (kkr)