Neustadt Briefe an die Lokalredaktion:

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Seit Jahren und immer wieder warten die Bürger unserer Stadt am Bahnhof, ob’s regnet, stürmt oder schneit, ungeschützt auf den Bus. Der Antrag der CDU-Fraktion kommt also reichlich spät. Vor einigen Jahren wurde ein solcher Vorschlag rundweg abgelehnt, wegen der Behinderung beim Aufbau der Weinfestgaudi. Offensichtlich sind die Ratsherren mit den Örtlichkeiten am Busbahnhof wenig vertraut, sonst bräuchte Werner Schreiner den Hinweis auf den nicht vorhandenen Platz nicht in die Debatte zu werfen. Dieser Antrag kommt also zweifellos rechtzeitig zum Stimmenfang für die OB-Wahl. Auch geht es wohl kaum um die „paar Bänke“, solche stehen auf jedem Bussteig. Viel gewonnen wäre schon, wenn die Busse, wie zumindest früher vorgegeben, fünf Minuten vor der Abfahrt zum Einstieg bereitstünden. So viel aus der Sicht eines behinderten Seniors, Bürger der Stadt Neustadt. Bislang hatte es anscheinend niemand von den Verantwortlichen interessiert, ob die Bürger im Regen stehen müssen, während sie auf ihren Bus warten. Dabei ist dieses unerquickliche Thema überhaupt nicht neu. Vielmehr war es schon häufig zum Beispiel in Facebook wegen der fehlenden Regenschutzhäuschen zu entsprechenden Unmutsäußerungen gekommen. Aber plötzlich tun alle so, als sei dieses Thema völlig neu vom Himmel gefallen, und das fördert natürlich die parteilichen Aktivitäten. Deswegen plädiert die noch regierende Partei plötzlich für eine Interimslösung. Die Partei, die sich Chancen ausrechnet, die Regierung demnächst zu übernehmen, tut das kategorisch als „Schwachsinn“ ab. Sie plädiert lieber dafür, zu warten, bis der angestrebte Ausbau des Bahnhofsvorplatzes Wirklichkeit wird. Dagegen ist die Partei, die tatsächlich berechtigte Chancen hat, die Regierung der Stadt zu übernehmen, dafür, zu „prüfen und zu reden“, und will den alten Schrott vom Bauhof zwischenzeitlich reaktivieren, um Kosten zu sparen. Da zieht doch das „Aroma des Wahlkampfes“ fast aufdringlich in des Bürgers Nase. In der Zwischenzeit dürfen sie weiterhin am Busbahnhof im Regen stehen, und mit nassem Haupt über die Verantwortlichen schimpfen. Warum tut man nicht einfach das Naheliegende? Sie haben mit Sicherheit Recht, dass es nicht in Ordnung ist, dass im absoluten Halteverbot geparkt wird, Schilder bewegt werden, in der jetzigen Situation ist das nicht verantwortbar. Allgemein finde ich Ihre Lobeshymnen in Ihren Artikeln auf die Organisation der Verkehrsführung der Baustelle Talstraße als Anwohner der Saarlandstraße aber nicht in Ordnung. Es wird seitens der Verantwortlichen eine offizielle Umleitungsstrecke ausgewiesen und inoffiziell nimmt man in Kauf, dass sich der Verkehr andere Strecken sucht. Rettungskräfte werden angewiesen, über die Saarlandstraße zu fahren. Auch ich will, dass die Rettungskräfte durchkommen. Es geht mir um den Schleichverkehr, der sich seinen Weg sucht. Den gilt es rauszuhalten. Dann wäre auch Platz für Rettungsfahrzeuge. In der Saarlandstraße fahren zur Zeit 70 Prozent mit Kennzeichen SÜW, DÜW und KL. Das sind keine Ortskundigen. Auch an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich seit Jahren keiner. Zumindest gibt es jetzt eine temporäre Messung. Vorbereitet wird man auf die durchgeführten Absperrmaßnahmen in der Saarlandstraße nicht, man merkt es sozusagen mit Inbetriebnahme der Baustelle Talstraße. An eine „nicht in Stein gemeißelte vorübergehende Maßnahme“ glaube ich nicht, dazu scheint das Verkehrsaufkommen zu hoch. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, uneinsichtig zu sein, so wie Sie die Anwohner der Saarlandstraße hinstellen, nur mit der jetzigen Situation war so nicht zu rechnen. Die Saarlandstraße wird meiner Meinung nach in den letzten Jahren durch Baustellen über Gebühr belastet. Den Verkehr gibt es in den anderen Nebenstraßen auch. Es ist nur zu hoffen, dass das Nadelöhr Talstraße zügig fertig wird. Warum muss es eigentlich eine Vollsperrung sein für eine so lange Zeit? Als persönlich betroffener Anwohner muss ich sehr kritisch unseren Bürgermeister und seine ihn tragende große Koalition sehen. Da wird stets viel drum herum geredet und so getan, als wäre noch nichts entschieden. Für wie dumm hält das politische Haßloch seine Bürger eigentlich? Glaubt jemand im Ernst, dass ein Bauträger jede Menge Land aufkauft, um später darauf Gänseblümchen zu pflanzen? (...) Nun müssen die Verantwortlichen im Rathaus feststellen, dass die Bürger doch nicht so doof sind, lieber frische Luft mögen, als auf Betonburgen zu schauen und sich wehren. Die Umsetzung der Maßnahme wird der Gemeinde also erschwert, und da auch die Umfrageergebnisse zu kippen drohen, schwenkt man um und artikuliert, dass jetzt die Quadratmeterzahl entscheiden soll. Wer viel Besitz hat, dessen Stimme zählt mehr. Dies ist weder sozial, liebe SPD, auch nicht christlich, liebe CDU, sondern schlicht undemokratische Klientelpolitik. Und da man möglichst viele „Großgrundbesitzer“ sicher haben möchte, wurden einige, so hört man aus der Nachbarschaft, vom Bürgermeister sogar persönlich aufgesucht. Respekt, Herr Lorch, vor so viel Tatkraft und einseitiger Einflussnahme. Um gar keine falsche Meinung aufkommen zu lassen, natürlich hat jeder Betroffene das Recht, zu verkaufen. Kennt aber jeder Betroffene auch das ganze Prozedere rund um den Verkauf? Wie wird gebaut? Wie nah an mein Anwesen wird gebaut? Was wird gebaut? Bungalows werden es sicher nicht werden. (...) Der Herr Bürgermeister könnte seinen Bürostuhl, anstatt zur Bürgersprechstunde auf den Rathausplatz, vielleicht mal für ein paar Stunden vor den Ohliggasse-Kindergarten stellen. Am besten morgens und nachmittags, wenn die Eltern ihre Kids bringen oder holen und in der viel befahrenen und schmalen Gasse nicht wissen, wo sie parken sollen. Wofür Schimmel doch alles gut ist, auch diese Anmerkung erlaube ich mir zu machen. Eine geheime Sache scheint es zu sein, nur ein paar Auserwählte dürfen den Schaden sehen. Der Abriss steht nicht in Zusammenhang mit dem geplanten Neubaugebiet, lässt der Bürgermeister verlauten. Man habe das Gebäude Ohliggasse 44 schließlich bereits 1987 gekauft, um für die Innenbereichsbebauung gewappnet zu sein. Schlussfolgerung: von 1987 bis heute kein Schimmel. 2016 kauft sich ein Bauträger Gelände: 2017 Schimmel, unbewohnbar, Abriss. (...) Alle Jahre wieder, so kann man es eigentlich auf den Punkt bringen, ist es den Landwirten oder deren Helfer nicht möglich, die Beregnungsanlagen so einzustellen, dass nur die Felder bewässert werden und nicht die Radfahrer. (...) Es fängt eigentlich schon mit dem Pflügen an. Da werden anscheinend rücksichtslos riesige Mengen an Erde von den Traktorungetümen auf dem Rad-Feldweg „abgeladen“. Bei Regen oder jetzt bei dieser Bewässerungsorgie entsteht daraus ein gefährlicher Schlammfilm. Vielleicht sollte der ein oder andere betroffene Landwirt einen Auffrischungskurs belegen. (...) Ernsthaft Leute? Das Konzert im Steinbruch soll abgesagt werden, weil vielleicht ein Uhu vom Vorsprung gerockt werden könnte. Kleiner Tipp: Schaut mal in eure Kühlschränke. Dort entdeckt ihr eventuell größere Baustellen in Sachen Tierschutz.

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