Neustadt Briefe an die Lokalredaktion:

Wenn der VG-Rat Edenkoben und VG-Bürgermeister Gouasé einmütig und entschlossen für den Erhalt des 50-Meter-Beckens votieren, wird es doch möglich sein, den Landeszuschuss von 800.000 Euro zu erhalten. Zumal sich dadurch immense Kosten für den Um- beziehungsweise Neubau des Schwimmerbeckens einsparen lassen. Bei einer Reduzierung der Höhe von 2,25 auf 1,80 Meter könnten auch enorme Folgekosten eingespart werden. Für den Bürger erschließt sich das Verhalten der Landesregierung jedoch nicht! Sind doch für Nürburgring, Flughafen Zweibrücken, Schlosshotel Bad Bergzabern und viele weitere Projekte Millionen „in den Wind geschossen“ und „in dunkle Kanäle versenkt“ worden. Wieso will man nun unbedingt hier ein Exempel statuieren, Zwietracht säen und ein mögliches Zusammenwachsen verhindern? Nun hat Maikammer mit der Sanierung des Schwimmbades also die nächste Kontroverse, welche die Wogen hochschlagen lässt. Ein Ruhmesblatt der politischen Auseinandersetzung war auch diese bislang nicht, doch geht es angesichts des Kostenrahmens um eine wahrlich große Aufgabe, die zu stemmen ist. Dabei hilft es nicht, verpassten Chancen nachzutrauern, der Sanierungsbedarf war schließlich bekannt und die Sache könnte schon längst viel weiter gediehen sein. (...) Jetzt ist eine Kommunalpolitik gefordert, die zeigt, dass sie in der Lage ist, Probleme in Verantwortung für die gesamte Gemeinschaft auch zu lösen, dies ist nämlich ihr Auftrag. Dazu braucht es Menschen mit Mut und Geschick, vor allem aber mit kommunikativer Kompetenz. Denn durch Polarisieren für die große oder kleine Variante findet man keine langfristig tragbare, das heißt konsensfähige und finanzierbare Lösung. Im Zuge des Prozesses müssen die politisch Verantwortlichen daher endlich die engagierten Mitbürger, zum Beispiel den Förderverein, ganz bewusst einbinden und ernst nehmen. Nicht zuletzt haben diese durch die Zeichnung der Anleihe dazu einen immensen Vertrauensvorschuss geleistet. Gleich ob es am Ende eine Variante mit 25-Meter- oder 50-Meter-Becken wird, in der nächsten Wochen wird es spannend sein zu beobachten, wer im Orts- und Verbandsgemeinderat dazu in der Lage ist. Dass die wenigen leidenschaftlichen Allwetter-Schwimmer in Leserbriefen für den Erhalt „ihrer“ 50-Meter-Bahnen plädieren, versteht sich, zumal die Hälfte nicht einmal in der VG Edenkoben ansässig ist. Dass die Ortsgemeinde Maikammer ein Interesse hat, um die Wasseroberfläche möglichst zu erhalten, versteht sich ebenfalls, schließlich ist das Kalmitbad ein Hauptabnehmer des lokalen Blockheizkraftwerkes … Entscheidend aber sind die Sanierungs- und Unterhaltskosten, wer letztlich zahlt. Statt eine Mehrheit für die Vorteile einer Minderheit zur Kasse zu bitten, muss die Frage gelten, was der Allgemeinheit letztlich mehr dient. Ist das Kalmitbad wirklich so marode, dass man kurzfristig 4,27 Millionen Kosten zur Sanierung auf wenden muss? Private Bauherren können nur das finanzieren, was sie sich leisten können, danach wird bestimmt der Verbandsgemeinderat Edenkoben auch handeln. Ein Erlebnisbad wie die Plan-Alternative es vorsieht (vielleicht noch das eine oder andere reduzieren), bedient das Interesse einer Mehrheit der heimischen Badegäste und käme überdies den Ansprüchen einer Ferienregion entgegen, die verstärkt für Wanderer und Radler wirbt. Wie kann Maikammers Ortsbürgermeister Schäfer beim Informationsabend zur Sanierung des Kalmitbads „eine Hilfestellung der Ortsgemeinde Maikammer bei der Finanzierung des Projektes“ in Aussicht stellen? Ob die Maikammerer Bürger allerdings bereit sind, für die Annehmlichkeiten einer engagierten Gruppe von Schwimmern zu zahlen, ist mehr als fraglich, zumal dieser ja schon bei der Fusion Millionen in den Sand gesetzt hat. Eine PC-Tafel – was für eine tolle neue Errungenschaft in Neustadt! Sie ermöglicht nicht nur Bedürftigen eine kostenlose PC-Ausstattung. Auch wir Zu-viel-Habenden können mit der Spende unseres defekten oder wegen Neukaufs überflüssig gewordenen Computers, Druckers oder Smartphones noch ein gutes Werk tun. Zu loben ist auch die RHEINPFALZ für ihren ausführlichen Bericht. Vielleicht ist er ja der kleine Anschub für weitere PC-Tafeln in unserem Lande.