Neustadt Brendel gegen Brendel
«NEUSTADT/HASSLOCH/DEIDESHEIM.» Der Fußball-Verbandspokal Südwest ist in dieser Saison so attraktiv wie nie zuvor. Erstmals wird der 1. FC Kaiserslautern mit seinen Profis daran teilnehmen. Allerdings steigt er erst in der vierten Runde ein. Landesligist SV Geinsheim sowie die beiden Bezirksligisten 1. FC 08 Haßloch und TSG Deidesheim dürfen also auf ein Pflichtspiel gegen den 1. FCK hoffen. Doch zuerst müssen sie die in den nächsten fünf Tagen angesetzten Erstrundenspiele überstehen.
Als erster muss der SV Geinsheim ran. Das Team von Trainer Rudi Brendel gastiert bereits morgen, Freitag, 18.30 Uhr, beim SV Altdorf-Böbingen, der sich als Kreispokalfinalist der vergangenen Saison für den Verbandspokalwettbewerb qualifizierte. Die Geinsheimer sind zwar zwei Klassen höher als ihr Gastgeber angesiedelt, aber Brendel ist sich bewusst, dass diese Aufgabe nicht einfach wird. „Ich kenne alle Spieler von Altdorf-Böbingen sehr gut und kenne natürlich auch ihre aggressive Spielweise. Außerdem sind sie ihren kleinen Platz besser gewöhnt“, meinte er zum ersten Pflichtspielgegner. Alles andere als ein Sieg sei aufgrund des Klassenunterschieds aber auf jeden Fall eine Enttäuschung. In der vergangenen Saison gehörte der kleine Konkurrent aus dem Gäu zu den Spitzenteams der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt und qualifizierte sich als Tabellenzweiter für die Aufstiegsrunde zur Bezirksliga Vorderpfalz, in der er jedoch scheiterte. Der SV stellte mit Simon Hartmann, der 23 Treffer erzielte, auch den Torschützenkönig der Liga. Zweitbester Altdorfer Torjäger war mit Nils Brendel, mit 16 Toren Siebter der Torschützenliste, der Sohn des Geinsheimer Trainers. Für Rudi Brendel sei es aber kein Problem, dass sein Sohn das Trikot des Gegners trage. „Nils spielt dort mit seinen Kumpels zusammen. Für mich ist das völlig in Ordnung. Wenn er aber irgendwann zu uns wechseln möchte, ist er natürlich willkommen“, äußerte er sich hierzu. Die Geinsheimer können morgen auf den fast kompletten Landesliga-Kader zurückgreifen: „Ich habe 16 einsatzfähige Spieler. Lediglich für Tobias Gleich, der eine Meniskusverletzung hat, und Julian Pfeifer käme ein Einsatz noch zu früh“, so Brendel. Bei der TSG Deidesheim freut man sich riesig auf das Duell mit dem Landesligisten FSV Schifferstadt, das am Samstag, 14.30 Uhr, angepfiffen wird. „Die Mannschaft ist heiß“, ließ Deidesheims Co-Trainer Florian Schalk wissen. Die Vorbereitungszeit sei allerdings aufgrund großer Verletzungsprobleme nicht optimal verlaufen. „Bitter ist vor allem, dass sich unser Torjäger Marvin Ehrenpreis ein Wadenbein gebrochen hat und bis zum kommenden Winter ausfallen wird“, bedauerte er. Aber auch ohne den vor einem halben Jahr vom VfB Haßloch zur TSG zurückgekehrten Stürmer traue er dem Team gleich zum Saisonauftakt eine Überraschung zu. „Die Spieler bringen nach dem direkten Wiederaufstieg das nötige Selbstbewusstsein mit. Da wir den Kader auch kaum verändert und auf spektakuläre Neuverpflichtungen verzichtet haben, ist das Mannschaftsgefüge auch weiterhin intakt“, meinte Schalk. Da ein Großteil des Teams bereits in der vorletzten Saison in der Bezirksliga Erfahrung sammeln konnte, könnten manche Fehler, die damals begangen worden seien, zukünftig vermieden werden, glaubt der Trainerassistent. Anfangen, dies zu beweisen, kann seine Elf das bereits jetzt gegen den Vorjahres-Elften der Landesliga Ost. Das Heimspiel des 1. FC 08 Haßloch gegen den ambitionierten Landesligisten SV Viktoria Herxheim ist auf kommenden Dienstag, 19 Uhr, verlegt worden, da an diesem Wochenende American-Football-Oberligist Haßloch 8-Balls am Samstag sein letztes Heimspiel auf dem 08-Gelände bestreitet. Dass sich die Chance bietet, im Verbandspokalwettbewerb möglicherweise auf die Profis des 1. FC Kaiserslautern treffen zu können, sehen nicht alle Vereinsverantwortlichen positiv. „Wenn ich mir ansehe, welche Auflagen wir da erfüllen müssten, weiß ich nicht, ob das unbedingt sein muss“, meinte Jürgen Hurrle, der Vorsitzende des 1. FC 08 Haßloch. So müssten beispielsweise ein Gästeblock und auch ein separater Zugang für die gegnerischen Fans eingerichtet werden. „Ich glaube deshalb, dass wir nicht auf unserem Gelände spielen könnten“, befürchtete Hurrle. Fußballkreis-Vorsitzender Klaus Karl informierte darüber auch bei den Spielleitersitzungen: „Alleine für den erforderlichen Sicherheitsdienst muss mit Kosten in Höhe von etwa 10.000 Euro gerechnet werden“, gab er zu bedenken. Der FCK habe deshalb schon im Vorfeld angeboten, das Heimrecht zu tauschen und im Fritz-Walter-Stadion zu spielen, falls ein Gegner Probleme habe, die Begegnung auszurichten. Dazu müssen die Vereine unterhalb der Verbandsliga Südwest aber zunächst einmal jeweils drei andere Gegner besiegen.