Neustadt Brände treten häufig am Abend auf

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Wald- und Gebäudebrände, technische Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle, Naturereignisse wie Hochwasser, Unwetter und Sturm oder die Katze im Baum: 213 Einsätze haben die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Haßloch im vergangenen Jahr geleistet. Eine Herausforderung für die Aktiven, die Familien und die Arbeitgeber. Positiv: Das ehrenamtliche Engagement erfährt von allen Seiten große Unterstützung.

„Wir wollen die Tradition der jährlichen Chronik wieder aufleben lassen, die den Bürgern zeigt, was auf ehrenamtlicher Basis geleistet wird“, nennt Wehrleiter Marco Himmighöfer als Grund für die Präsentation der Einsatzstatistiken pro Kalenderjahr. Gerade 2015 habe es viele Neuerungen bei der Freiwilligen Feuerwehr gegeben. Der Beigeordnete Tobias Meyer (CDU) habe Bürgermeister Lothar Lorch (CDU) als Feuerwehrdezernenten abgelöst, neuer Sachbearbeiter sei Jochen Ohler. Himmighöfer, der sein Amt als Wehrleiter am 1. Januar 2015 angetreten hat, bezeichnete das vergangene Jahr als „abwechslungsreich und spannend“. Das Ausbildungskonzept sei überarbeitet worden. Jeden Mittwoch werden in zwei Stunden „Stationsausbildung“, abhängig vom persönlichen Ausbildungsstand, Weiter- und Sonderausbildungen angeboten. „Die Resonanz ist sehr positiv“, stellt der Wehrleiter fest. Zwei Arbeitsgemeinschaften, Technik und Ausbildung, seien gegründet worden. Damit werde die Mannschaft stärker einbezogen. Im Februar sei das neue Mehrzweckfahrzeug (MZF3) nach mehreren Monaten Planungs- und Bauzeit eingetroffen. Das Fahrzeug wurde nach einer gemeinsamen Ausschreibung mit der Feuerwehr Deidesheim angeschafft und soll demnächst offiziell übergeben werden. Mittelfristig wird das Fahrzeug für Logistikeinsätze zwei ältere Fahrzeuge ersetzen. Zwei weitere ehrenamtliche Gerätewarte wurden eingesetzt, „denn die Prüfung der Materialien und Gerätschaften und die Dokumentation werden immer aufwendiger“. Die Tageseinsatzbereitschaft sei „noch gut“. 15 bis 20 Feuerwehrleute arbeiteten vor Ort, hier sei ein großer Dank an die Arbeitgeber zu richten. Michael Krist, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, erläuterte die statistischen Daten des Jahresberichts. Derzeit leisten 76 Aktive, darunter fünf Frauen, Dienst. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 213 Einsätze. Dabei wurden insgesamt 3571 Einsatzstunden geleistet, rund 2265 im Bereich Brand und rund 1306 für technische Hilfeleistungen. Es gab 53 Gebäudebrände, 26 Objektbrände (Flächen-, Waldbrand), 36 Sonstige Brände (PKW, Brandwachen), 78 technische Hilfeleistungen und 19 Gefahrguteinsätze (häufig: auslaufende Betriebsstoffe). Aufgeschlüsselt nach Einsatzarten (detaillierte Statistik: www.feuerwehr-hassloch.de) zeigt sich ein sehr differenziertes Bild. Neben 32 Klein- und 4 Mittelbränden waren auch sechs Großbrände zu verzeichnen, darunter ein Hausbrand im eng bebauten Bereich der Langgasse und ein großer Flächenbrand zwischen Schifferstadt und Speyer, bei dem die Haßlocher Wehr Nachbarschaftshilfe leistete. Zwar gab es Fehlalarme im Bereich der häuslichen Rauchmelder (16) oder durch automatische Brandmeldeanlagen (27), aber gerade die Rauchmelderpflicht im privaten Bereich habe in mehreren Fällen größere Schäden verhindern können. Positiv sei, dass es keine „böswilligen“ Alarme gegeben habe. Leider seien bei einem Verkehrsunfall zwei Menschen ums Leben gekommen. Häufige Einsätze gab es bei der Hilfe für Menschen (11), auslaufenden Betriebsstoffen (15), Sicherungsmaßnahmen (12) oder Türöffnungen (15) und Nachbarschaftshilfen (5) in Neustadt oder Speyer (Brand des Kutscherhauses). Die Einsatzhäufigkeit nach Monaten variiert laut Krist in jedem Jahr, allerdings gebe es häufig in den Sommermonaten (Trockenheit, Waldbrände) oder im Herbst (Sturm) vermehrt Einsätze. Während technische Hilfeleistungen vermehrt am Nachmittag und den frühen Abendstunden zu verzeichnen seien, treten Brände auffällig häufig zwischen 19 und 23 Uhr auf, „wenn die meisten Menschen zu Hause sind“. Zählt man die Dauer der einzelnen Einsätze zusammen, war die Feuerwehr fast 430 Stunden im Einsatz. Dezernent Tobias Meyer unterstrich die Leistung der Freiwilligen Feuerwehr. Dabei betonte er auch die Bedeutung der Jugendfeuerwehr, aus der sich der Nachwuchs für die Aktiven rekrutiere, und die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr sichere. 15 Jugendliche sind derzeit bei der Jugendfeuerwehr in Ausbildung. Ab 16 Jahren erfolge die Übernahme in die aktive Wehr, Neuaufnahmen halten die „Mannschaftsstärke“ seit Jahren konstant. Weitere Aufgabenbereiche sind die Brandschutzerziehung in Kindertagesstätten und Schulen und die Brandschutzaufklärung rund um alle Brandschutzfragen, Rauchmelder oder Feuerlöscher. Mit Informationsständen ist die Feuerwehr am EASI-Tag oder dem Gesundheitstag vertreten. Mit der Homepage und dem Facebook-Auftritt will man die Öffentlichkeitsarbeit verbessern.

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