Neustadt Botschaften für mehr Toleranz
Das Hannah-Arendt-Gymnasium hatte Ende November zur Wanderausstellung „Gott hat den Fremdling lieb“ eine Luftballonaktion als Zeichen gegen Fremdenhass und für Toleranz veranstaltet. Selbstgestaltete Postkarten mit Botschaften gegen Rassismus waren an den 800 bunten Ballons befestigt, die die Schüler in den Himmel steigen ließen. Viele positive Rückmeldungen sind zurückgekommen.
Die Empfänger der Karten wurden mit einem kurzen Text dazu aufgefordert, die Botschaft an das Gymnasium zurückzuschicken. Somit kann nachverfolgt werden, wie weit die Luftballons gekommen sind – und wie viel Resonanz die Aktion erhält. Schon Anfang Dezember kamen die ersten Rückmeldungen per Post, die meisten aus Frankreich. Der am weitesten entfernte Ort, an dem einer der 800 Ballons landete und von wo aus die Karte zurückgeschickt wurde, heißt Bourneau. Das liegt in Westfrankreich, nahe der Küste des Atlantischen Ozeans. Schon circa 30 der in den Himmel geschickten Nachrichten erhielten Rückmeldung. Fast alle dieser Ballons waren in Frankreich gelandet. In der Eingangshalle des Gymnasiums steht dazu eine Stellwand mit einer großen Karte, auf der mit roten Stecknadeln die Landepunkte der Luftballons gekennzeichnet sind. Eine grüne Nadel markiert den Ausgangsort. Nicht alle Karten kamen ohne Nachricht des Empfängers zurück. Einige Rücksendungen enthielten einen kleinen Brief, in dem die Finder ihre Überraschung und Freude über die erhaltene Botschaft schilderten. ,,Merci pour tes dessins et ton message“, hieß es zum Beispiel in einer Nachricht aus Marmoutier. Auch in deutscher Sprache schrieben Franzosen zurück. So teilte ein Mann aus einem Dorf bei Vesoul mit: „,Gestern Nachmittag, ich habe diese Luftballon gefunden im Wald zwischen Pusy und Charmoill.“ Außerdem entschuldigte er sich für sein Deutsch, dass er in den 1960er Jahren in der Schule gelernt hatte. Nicht nur eine ehemalige Lehrerin, die ,,immer mit meinen lieben Schüler(innen)für ein respektvolles Miteinander gekämpft“ habe, informierte über ihren Fund. Auch ein sechsjähriges Mädchen antwortete freudig auf die Postkarte: „,Je suis ravis d`avoir récupéré ton ballon et te renvoyer ta carte“: Sie ist also begeistert, den Ballon gefunden zu haben und die Karte nach Haßloch zurücksenden zu können. Die Schüler des Hannah-Arendt-Gymnasiums freuten sich über die ausgezeichnete Resonanz auf ihre Luftballonaktion. |lbah