Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Blues beim Badehaisl: Satt und süffig

Andreas Schmid-Martelle, hier mit einer Strat-Typ Gitarre.
Andreas Schmid-Martelle, hier mit einer Strat-Typ Gitarre.

Gitarrist Andreas Schmid-Martelle babbelt pälzisch in der alten Heimat. Er spielte bei der Blues Session im Badehaisl, zusammen mit einem Überraschungsgast am Schlagzeug.

Mit sattem Sound und einer süffigen Slidegitarre des Gastgitarristen ging es gleich gut los. Und natürlich groovte die Elville Blues Band gleich ordentlich mit. Und weiter ging es mit allen möglichen Blues-Spielarten und auch einigen eigenen Stücken von Schmid-Martelle.

Die Session war im Freien und enorm gut besucht. Nicht nur weil am Ludwigshafener Stammsitz der musikalischen Gastgeber gerade Sommerpause ist und viele Session-Fans nach Wachenheim gepilgert sind – natürlich hat „de Martelle“ auch einen Ruf als Bluesgitarrist. Er stammt aus Mutterstadt und ist in Ludwigshafen aufgewachsen. Dort gründete er 1979 die Hopp’n’Ex Group, die als Coverband angefangen hat. 1983 kam Julia Neigel als Sängerin dazu und die Band machte auch eigene Stücke. Später entstand die Jule Neigel Band, die mehrere Hits hatte. Danach hat Martelle als Solokünstler Platten gemacht, erst noch eher Richtung Pop orientiert.

Den Blues im Blut

Als Produzent und Komponist arbeitet er für seither für Fernsehen und Werbung und andere Künstler. Zugleich hat er sich in seiner eigenen Musik immer mehr auf seine Wurzeln und alte Leidenschaft besonnen: Den Blues. Es ist kein Geheimnis, dass er ein glühender Steve Ray Vaughn Fan ist und angeblich soll die lila Strat-Typ Gitarre, die Martelle bei der Wachenheimer Session spielte, auch mal im Besitz des Meisters gewesen sein. Aber die Gitarre spielt ja nicht von selber.

Martelle hat seinen eigenen Stil und Sound entwickelt. Bemerkenswert ist dabei, dass sein Ton präsent, aber immer auch geschmeidig und cremig wirkt, egal ob er die lila Strat oder die schwarze Paula spielt. Das ist sehr angenehm zu hören. Dazu kommt eine sehr differenzierte Phrasierung, die auch recht eigenständig klingt und ohne abgespielte Licks auskommt. Dass Martelles stilistische Bandbreite zur Geltung kommt, liegt natürlich auch an der exzellenten Begleitband. Und die hatte einen besonderen Gast am Schlagzeug, nämlich Tobias Frohnhöfer. Der aus Ludwigshafen stammende, jetzt in Bad Dürkheim lebende Musiker ist als Jazzer bekannt und hat im vergangenen Jahr den Wormser Jazzpreis gewonnen. Tags zuvor spielte er noch mit Jazz-Weltstar Richie Beirach in Köln. Er stellte sich bestens auf die Musik ein und war Teil der großartigen Dynamik der Band, als wäre er schon ewig dabei. Frowin Ickler am Bass ist seit ein paar Monaten dabei und er hat nicht nur einen tollen druckvollen Sound, sondern spielt auch beeindruckend Solo. Und Organist Tom Karb und Stammgitarrist Tom Schaffert sind bewährte Könner und spielfreudig wie immer.

Eigene Stücke im Gepäck

Neben einigen Klassiker von Albert Collins, Freddy King und ZZ Top hatte Martelle auch ein paar eigene Sachen mitgebracht. Die spielt er mit seinem Trio Incredible Pack, das sich dem klassischen Rock und Blues Sound verschrieben hat und bereits das dritte Album in Arbeit hat. Da gab es auch ein Stück, das Martelle aus dem Stand für Wachenheim angepasst hat. Und so sang er wie es da abgeht, nämlich „the Badehaisl was jumping and the Riesling Schorle was flowing ...“ Und tatsächlich ging es da richtig ab und der Schorle floss in Strömen.

Tipp

Am Mittwoch, 24. August, ab 20 Uhr ist im Badehaisl die Jazz Jam-Session zu der sich Jazzer aus der Region zum spontanen Zusammenspiel treffen.

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