Neustadt Blarr glaubt weiter an eine IGS

Vertreter aller Fraktionen bekräftigen gestern Abend im Stadtrat ihren Wunsch, dass die Realschule plus in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) umgewandelt wird. Den Mut, Zweifel an der Umsetzungsmöglichkeit anzusprechen, hatte allerdings nur der FDP-Fraktionsvorsitzende Matthias Frey.
„Das Land hat uns dazu aufgefordert, einen schulischen Bedarf nachzuweisen. Wenn ich mir das neue Schulentwicklungsgutachten anschaue, wird das überhaupt nicht so einfach. Die Begründungen der Gutachter dazu sind sehr dünn. Wenn das nicht gelingt, ist das Thema einfach tot“, erklärte Frey. Wie berichtet, hatte der Stadtrat einen IGS-Antrag beschlossen, der vorsieht, dass die Schule mit einem anderen Gymnasium kooperiert und eine gemeinsame Oberstufe bildet. Bei einem Gespräch im Mainzer Kultusministerium erfuhr Schuldezernentin Waltraud Blarr (Grüne), dass das Land keine Kooperation will und den Nachweis eines eigenständigen Bedarfs fordert. Deshalb hat die Stadt nun die Bonner Firma Bildung und Region (Biregio), die bereits den Schulentwicklungsplan erstellt hat, beauftragt, den IGS-Antrag mit dem geforderten Bedarfsnachweis zu begleiten. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Pascal Bender warf der Schuldezernentin vor, kein vernünftiges Konzept präsentieren zu können, das eine Chance auf Umsetzung habe. Neustadt habe fahrlässig zwei Monate Zeit verloren, weil die Verwaltung einen Antrag formuliert habe, der überhaupt nicht genehmigt werden könne. Der FWG-Fraktionsvorsitzende Marc Weigel legte nach, in dem er Blarr vorwarf, zwei Jahre verloren zu haben, weil der Schulentwicklungsplan viel zu spät in Auftrag gegeben worden sei. Blarr habe auch viel zu spät die erforderliche Abstimmung mit den beiden benachbarten Landkreisen Bad Dürkheim und Südliche Weinstraße vorgenommen. Die Schuldezernentin widersprach vehement. Neustadt habe nicht Zeit verloren, sondern wichtige Erkenntnisse gewonnen. Sie sei gegen Schnellschüsse und davon überzeugt, dass die strategische Vorgehensweise zum Erfolg führen könne. Das Gutachten von Biregio sei sehr wohl in der Lage, den geforderten Bedarf nachzuweisen. Die Autoren würden es bis Februar vorlegen. Folglich könne der Antrag bis zum 31. März fristgerecht abgegeben werden. |wkr