Neustadt Bildung und Freizeit für Straßenkinder

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DEIDESHEIM. Straßenkindern in Managua Zukunftsperspektiven geben will Natascha Müller bei ihrem Freiwilligendienst in der Hauptstadt von Nicaragua. Für ein Jahr wird die 19-Jährige im „Nitras-Projekt“ der christlich-gemeinnützigen Organisation CEB (Communidades Eclesiales de Base) mitarbeiten, das sich um auf der Straße lebende Kinder und Jugendliche kümmert.

Derzeit bereitet sich Natascha vor auf ihren ehrenamtlichen Einsatz mit Spanischlernen, einem Seminar, Kuchenaktionen und Anklopfen bei Firmen und Winzerbetrieben für einen Beitrag zur Mitfinanzierung der Kosten. Am 10. August startet sie zusammen mit einer Kollegin, die sie im Vorbereitungsseminar kennenlernt. Wohnen bei freier Kost werden die jungen Frauen in einer Wohngemeinschaft. Für ihre Projektmitarbeit gibt’s Taschengeld. „Ich möchte die Chance nutzen, die mir ,Weltwärts’ bietet, in dem Projekt mitzuhelfen, jungen Menschen Lebensgrundlagen durch Bildung zu ermöglichen und durch Sport in der Freizeit Lebensqualität zu erreichen“, sagt Natascha. „Weltwärts“ (eines der ineinandergreifenden Projekte) ist der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 2007 ins Leben gerufene entwicklungspolitische Freiwilligendienst, der von der Organisation anteilig finanziert wird. Die Republik Nicaragua habe sie ausgewählt, erklärt Natascha, weil es das zweitärmste Land in Lateinamerika ist mit 22 Prozent Analphabeten bei den über 15-Jährigen. Natascha, die gerade ihr Abitur bestanden hat und in der protestantischen Kirchengemeinde Deidesheim ehrenamtlich mitwirkt, will beim Entwicklungsdienst „praktische Erfahrungen sammeln und meinen Horizont erweitern“, sagt sie. Sie folgt dem Beispiel ihrer älteren Schwestern Theresia und Samira und ihres Bruders Sharon, die im Freiwilligendienst in Südafrika, Uganda und Bolivien waren. Nun sammelt sie fleißig Spenden für die Restfinanzierung des Aufenthalts, hat von ihr, ihrer Mama Heidrun und ihren Freundinnen gebackene Kuchen verkauft, wie beim protestantischen Gemeindefest und in ihrer ehemaligen Schule, dem Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium in Neustadt. Besonders der Rotweinkuchen und das Gebäck „Amerikaner“ fanden reißenden Absatz. Deshalb will sie die Rezepte dafür mitnehmen. „Vielleicht gibt’s die Zutaten und ich kann das Gebäck machen“, hofft sie. Natascha muss rund 3000 Euro selbst aufbringen. Für die Trägerorganisation „Volunta“ (Tochter des Deutschen Roten Kreuzes) bittet sie um Spenden. Wer spenden will, kann Kontakt aufnehmen per E-Mail unter natascha.mueller97@t-online.de. In ihrem Blog im Internet nataschamueller.jimdo.com verspricht sie, über ihr Engagement zu berichten. In der Freizeit will sie mit ihrem Gesparten durchs Land reisen und mit den Menschen kommunizieren. „Ich möchte lernen, was es heißt, mit Weniger auskommen zu müssen“, sagt sie. „Die Erfahrungen sollen mein weiteres Leben und meinen Beruf beeinflussen und die Studienrichtung bestimmen“. |awk

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