Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Bildung, Kultur und Sport: Die Ideen des neuen Fachbereichsleiters Constantin Beck-Burak

Constantin Beck-Burak auf dem Balkon an seinem Büro. Im Hintergrund ist der Saalbau zu sehen.
Constantin Beck-Burak auf dem Balkon an seinem Büro. Im Hintergrund ist der Saalbau zu sehen.

Constantin Beck-Burak ist der neue Fachbereichsleiter Bildung, Kultur und Sport. Der 35-Jährige deckt damit im Prinzip das ganze Leben in Neustadt ab. Wie er seinen Einstieg bei der Stadtverwaltung bewertet – und welche Aufgaben er zuerst anpacken möchte.

Constantin Beck-Burak hat von seinem Büro in der Friedrichstraße aus einen optimalen Blick. Er kann zusehen, was sich in Sachen Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes tut und hat den Saalbau immer im Blick. Das passt gut für ihn, denn er will sich auf Neustadt einstimmen. Er wohnt in Dannstadt-Schauernheim, hat in Ludwigshafen Abitur gemacht und in Mannheim Geschichte sowie Betriebswirtschaftslehre studiert. „Ich bin also ein Kind der Region“, sagt der verheiratete Vater eines Kleinkindes. Aber zu Neustadt hatte er bislang keinen konkreten Bezug: „Ich kenne die Stadt vom Weihnachtsmarkt, von Weinfesten und von Veranstaltungen im Saalbau.“ Immerhin, werden die einen sagen. Andere werden einwenden, dass damit das richtige Neustadter Leben fehlt. Was Beck-Burak weiß. Und was er seit ein paar Wochen ändert. Denn als neuer Fachbereichsleiter Bildung, Kultur und Sport wird er die Stadt in seiner ganzen Bandbreite kennenlernen: „Von der Stadtrechtsurkunde 1275 bis zum Rasenmäher für die Sportplätze“, so beschreibt er selbst sein Gebiet.

Doch nicht nur die Stadt Neustadt ist für den 35-Jährigen Neuland. Auch eine Stadtverwaltung kannte er bisher nicht, ist aber sehr angetan „von der Willkommenskultur“ und dem positiven Empfang durch die vielen neuen Kollegen. Denn die vergangenen fünf Jahre war Beck-Burak bei der Regionaldirektion in Frankfurt für die Bundesagentur für Arbeit tätig und bekam es dabei mit einer ganz besonderen Aufgabe zu tun. Denn aufgrund der Corona-Krise musste der Pfälzer viel Krisenmanagement rund um das Thema Kurzarbeit für den gesamten Frankfurter Flughafen und später sogar hessenweit betreiben. Da trotz des Jobs in der hessischen Metropole die Vorderpfalz immer der Lebensmittelpunkt war und wegen des 2022 geborenen Nachwuchses war Beck-Burak dann an einem Job näher am Wohnort interessiert. Und da kam es „ganz klassisch“, wie er selbst sagt, dass er die Stellenanzeige für die neue Fachbereichsleitung las. „Diese Stelle war ein Traum für mich“, sagt er offen, da er eine große Leidenschaft für Geschichte, Kultur und den Bildungsbereich habe. „Ich fühle mich in Neustadt inhaltlich sehr gut aufgehoben.“

Städtische Kunstsammlung präsentieren

Dazu gehört in den ersten Wochen und Monaten sehr viel zuhören und lernen. Schließlich folgt Constantin Beck-Burak auf Rolf Müller, der fast 50 Jahre lang bei der Stadt tätig war und den Bereich 20 Jahre lang geleitet hatte. Über die Mitarbeiter, viele Gespräche und Veranstaltungen komme er nun so nach und nach in die Themen rein. Und lernt die Schnittstellen zum Gebäudemanagement und der IT kennen, wenn es etwa um die Ausstattung und Weiterentwicklung der Schulen geht. Er sei begeistert von allen Aufgaben, betont der 35-Jährige immer wieder. Einige Themen und Schwerpunkte liegen dabei auf dem Tisch. Da Neustadt im kommenden Jahr 750 Jahre Stadtrechte feiern werde, soll es eine entsprechende Ausstellung im Stadtmuseum in der Villa Böhm geben. Mit Spannung sieht er dem großen Umbau bei der Stadtbücherei entgegen. „Dass man mit dem Umbau auch eine inhaltliche Neuausrichtung wagt, ist der absolut richtige Weg“, lobt Beck-Burak. Überhaupt sehe er in der Neuausrichtung des Klemmhofs große Chancen. So könnte die geplante Ausstellungsfläche im Erdgeschoss auch für eine Präsentation der städtischen Kunstsammlung genutzt werden.

Lob für Junior Memory Guides

Ende Mai kommt mit dem Demokratiefest die erste Großveranstaltung, die inhaltlich ganz stark im Fachbereich verankert ist. Geplant sind wieder über mehrere Tage Angebote in der Innenstadt und auf dem Hambacher Schloss. „Das wird ein schönes Fest“, ist Beck-Burak überzeugt, ohne schon auf Einzelheiten im Programm eingehen zu wollen. Überhaupt sei das Thema Demokratieförderung eine große Aufgabe für Neustadt, wenn man an die NS-Zeit zurückdenkt, die mit dem Gestapo-Keller, der Villa Böhm und der Gedenkstätte im Quartier Hornbach immer noch erlebbar sei. Daher freut er sich über das Projekt Junior Memory Guides, bei dem sich Jugendliche intensiv mit der Geschichte Neustadts befassen und dieses Wissen an ihre Mitschüler weitergeben. Ebenso wichtig seien für ihn außer den Vereinen die Volkshochschule. Speziell mit den Integrationskursen leiste sie sehr wertvolle Arbeit für das Zusammenleben in der Kommune. Daher unterstützt er auch diese Ansätze in Bildungsbüro und Mehrgenerationenhaus. „Kommunales Bildungsmanagement ist ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung. Denn wenn die Bildung in einer Kommune nicht gut läuft, trägt sie am Ende die Sozialkosten.“

Bei aller Begeisterung für die Themen stellt sich schnell die Frage: Stört da die Verwaltungsaufgabe nicht? Beck-Burak lacht und betont dann schnell: „Das ist für mich kein Gegensatz. Verwaltung gehört dazu, aber ich will ein Gestalter sein und einen Blick auf das haben, was hier läuft und allen in meinem Bereich ein guter Anlaufpunkt sein.“

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