St. Martin
Bildhauer-Ehepaar Nadolleck-Eerkens stellt sich mit seinen „Schwimmern“ in St. Martin vor
Wobei das mit dem „neu“ allerdings so eine Sache ist. Denn Nadolleck und Eerkens, die für ihr Unternehmen den schönen lautmalerischen Namen „Klopp-Tokk“ gewählt haben, waren schon 2019 erstmals bei den „Offenen Ateliers“ des „Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler“ (BBK) mit dabei – damals allerdings noch im Landauer Stadtteil Godramstein. Dort haben sie auch weiterhin ihre „Dreck- und Lautwerkstatt“, wie sie lachend erklären. Seit Februar aber nun leben sie in einem wunderschönen Hanganwesen am Ende der Kellereistraße in St. Martin, direkt am Wanderweg zur Kropsburg – und hier, wo die gelernte Bildhauerin Daniela Nadolleck auch die Feinarbeiten an ihren Sandsteinskulpturen ausführt, empfangen sie nun bei den „Offenen Ateliers“ (aber nicht nur da) auch ihre Besucher.
Versonnener Blick nach oben
Das künstlerische Produkt, das sie dabei in vielfältiger Variation ihrem Publikum offerieren, ist absolut unverwechselbar: Es ist der „Schwimmer“, als Kopf oder Ganzkörperfigur, für den Garten oder das Bad, einzeln, im Ensemble oder eingebunden in eine ganze Brunnenanlage, ein sympathisches Wesen mit zumeist vorwitzig in den Himmel gereckter Knubbelnase und farbigen Bademützen, das Nadolleck mit dem Pressluftmeißel aus gelbem oder rotem Sandstein herausskulptiert, auf Wunsch auch in ganz individueller Ausführung. „Neulich wollte ein Kunde eine Figur mit einem Schnurrbart, der genauso aussehen sollte wie sein eigener“, berichtet die Bildhauerin. Die kleinste Variante gibt es schon für 75 Euro.
Ihre ursprüngliche Idee sei es dabei gewesen, eine witzige und möglichst unkonventionelle Version einer Vogeltränke zu fertigen, berichtet Eerkens. Das war vor vier Jahren – und die „Schwimmer“ damals nur eines von vielen Motiven aus ihrem Repertoire. Doch weil sie auf den Kunsthandwerker- und Weihnachtsmärkten, auf denen das Paar regelmäßig ausstellt (auch in Neustadt, Maikammer, Edenkoben und Edesheim waren sie schon!), bei weitem am besten ankam, konzentrieren sie sich inzwischen ganz auf diese Werkgruppe. Rund 1000 der drolligen Kerlchen haben sie mittlerweile schon verkauft, darunter als bislang größtes eine Ein-Meter-Standfigur, die in einem Weinheimer Spaßbad steht. Dass ihr die Ideen ausgehen könnten oder die Freude an der Arbeit befürchtet Nadolleck dabei nicht. „Es ist jedes Mal wieder spannend für mich“, lacht sie.
Sie arbeitet am Stein, er plant
Dabei gibt es eine klare Arbeitsteilung für das Paar: Die Arbeit am Stein und die farbige Fassung sind ihr Ressort. Die 40-Jährige, die ursprünglich aus dem brandenburgischen Wittenberge stammt, hat das Metier in der Meisterschule in Kaiserslautern von der Pike auf gelernt und später auch noch ein Kunststudium in Saarbrücken draufgesetzt. Er ist dagegen eher der „Mastermind“ und kümmert sich zudem um die wirtschaftliche Seite. Der 48-Jährige hat 15 Jahre lang als freier Mediendesigner in Amsterdam gelebt. Seine spätere Frau hat er bei einem Workshop an der deutsch-niederländischen Grenze kennengelernt, und von der Pfalz, die er vorher gar nicht kannte, war er sofort begeistert – nicht zuletzt, weil man hier so schön Fahrrad fahren kann.
Erstes Projekt in St. Martin war ein „Ausstellungshang“
Auch von ihrem neuen Domizil in St. Martin sind die beiden begeistert – ebenso wie Sohnemann Ilja (2), der munter auf dem weitläufigen Gelände herumkraxelt. Die Zeit des Corona-Lockdowns haben Nadolleck und Eerkens genutzt, den Hang neben der Auffahrt zur Ausstellungsfläche umzugestalten. Hier gucken nun bereits jede Menge „Schwimmer“ versonnen in den Himmel. Deren Ausgangsmaterial stammt übrigens überwiegend aus dem Elsass, denn der Pfälzer Sandstein habe leider zu viele Einschlüsse. Der komme deshalb nur bei den Brunneneinfassungen zum Einsatz, so Nadolleck. Ansonsten fehlt der kleinen Familie eigentlich nichts mehr zum Glück – nur ein Werkstattgelände in der Nähe vielleicht, wo man ordentlich Lärm und Staub machen kann. Denn die ständige Pendelei nach Landau nervt.
Noch Fragen?
Zur Sache: Die anderen „Offenen Ateliers“ in der Region
Haßloch
Gabriele Köbler,
Kirchgasse 265, Plastik, Objekte, 06324/1893, www.gabriele-koebler.de (nur erstes Wochenende)
Neustadt
Rosel Anton,
Weinstraße 234 (Hambach), Malerei, Radierungen, 06321/80967, www.antondesign.de (beide Wochenenden)
Olaf E. Bergmann und Cordula Wagner,
Kantine 16, Am Hauptbahnhof, Vorplatz links, Plastik, Objekte, Malerei, Grafik, Architektur, 06327/961566, 06321/575105, www.olafebergmann.de (nur erstes Wochenende)
Manfred E. Plathe,
Hetzelstraße 10 (Nähe Lidl), Malerei, Grafik, 06321/69921, www.manfredplathe.de (beide Wochenenden)
Klaus Scheu,
Malerei, Grafik, Hetzelstraße 15, 06321/483243 (erstes Wochenende)
St. Martin
Martin Lorenz,
Tanzstraße 10, Atelier T10, Malerei, Grafik, Plastik, Objekte, www.atelier-t10.de (beide Wochenenden)
Anja Roth,
Kirchstraße 5, Malerei, Grafik, 0176 -31723516, www.anja-roth.info (beide Wochenenden)