Neustadt Bibelgarten soll aufblühen
Einst war der Bibelgarten in St. Martin eine Attraktion im Ortsbild, die auch für touristische Führungen genutzt wurde. Sein Zustand lässt derzeit mangels Pflege zu wünschen übrig. Das soll sich aber jetzt mit einem Freundeskreis wieder ändern.
Der Bibelgarten bei der Pfarrkirche in St. Martin ist seit über anderthalb Jahrzehnten eine feste Größe im Ort. Doch insbesondere in den vergangenen zwei Jahren sei seine Pflege sehr vernachlässigt worden, berichten Ortsbürgermeister Timo Glaser und die Vorsitzende des Gemeindeausschusses der Katholischen Kirchengemeinde, Annette Seeber-Wadlinger. Unkraut sei gewuchert, nichts nachgepflanzt worden, und Rückschnitte hätten nur sporadisch stattgefunden. Da sowohl die Ortsgemeinde an der Erhaltung ihrer ehemaligen touristischen Attraktion als auch die Kirche als Grundstückseigentümerin großes Interesse am Erhalt des Gartens haben, soll jetzt der Freundeskreis Bibelgarten ins Leben gerufen werden. Ihm können sich weitere Interessenten anschließen, die sich etwa fünfmal im Jahr um die Gartenpflege kümmern und bei der Anlage eines Weges helfen wollen. Wie Seeber-Wadlinger berichtet, werden dem Freundeskreis außer Glaser und ihr selbst bereits Pfarrer Matthias Pfeiffer von der Pfarrei Heilige Anna Edenkoben, Martin Anslinger vom Pfarrverwaltungsrat und die beiden Beigeordneten Michael Rößler und Frank Moll angehören. Da der Garten noch nicht ganz verwildert sei und die Schilder mit den Bezeichnungen der biblischen Pflanzen weiter verwendet werden könnten, hoffe man schnell auf zahlreiche Mitstreiter und „auch den einen oder anderen Sponsor“. Dann könne man das Gelände rasch wieder auf Vordermann bringen, erklärt Glaser. Die anteilige Finanzierung durch Orts- und Kirchengemeinde sei bereits gesichert. Als der Garten angelegt wurde, habe die Gemeinde vom Wissen des begeisterten Pflanzenkundlers und Winzers Peter Straub profitiert, der das Projekt auch zukünftig wieder mit betreuen soll. Straub werde beim Nachpflanzen mit Rat und Tat zur Seite stehen, so Glaser, denn es sollen wieder Passionsblumen, Granatapfelpflanzen und exotische Bäume, Büsche und Gewürze grünen und Führungen angeboten werden. Mit den zahlreichen Führungen bereits zu Beginn des Bibelgartens habe man gute Erfahrungen gemacht. Auch ein kleiner Führer mit Erklärungen zu den einzelnen Pflanzen und deren biblischen Hintergründen in Israel und dem Nahen Osten sei damals geschrieben worden, berichtet Glaser. Bei den Führungen wurde beispielsweise erklärt, was es mit dem Ölbaum auf sich hat, wieso der Granatapfel bereits im Hohelied gepriesen wurde und welche Bedeutung Wein und Reben in der Bibel hatten. Grundschüler hätten den Garten als Unterrichtsergänzung kennen gelernt. „Wir wollen zukünftig auch die Kirchennischen wieder begrünen und durch Neupflanzungen das ganze Kirchengelände aufwerten“, beschreibt Seeber-Wadlinger die Pläne. Sie hofft auch auf die Mithilfe von Vereinen, die sich bereits früher regelmäßig eingebracht hätten. Gemeinsam mit Straubs Wissen werden man so neben einem gepflegten, touristischen Alleinstellungsmerkmal rund um die Pfarrkirche, dem Wahrzeichen der Gemeinde St. Martin, auch ein Areal der Artenvielfalt und ein Insektenparadies schaffen können, ist sich Glaser sicher. Termin Das erste Treffen des Freundeskreises findet heute, Donnerstag, um 20 Uhr, im Pfarrzentrum St. Martin in der ehemaligen Gaststätte des Pfarrheims statt. Es steht jedem offen, der sich für den Bibelgarten interessiert. |aew