Neustadt Beschädigtes Kulturhaus wird gesichert

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Die erste Begutachtung der Experten nach dem Dachstuhlbrand an der ehemaligen Synagoge brachte noch nicht viel Klarheit. Sowohl die Ursache des Brandes als auch die Schadenshöhe konnten auch nach der Freigabe durch die Kriminalpolizei nicht genannt werden. Dies berichtete Stadtbürgermeister Manfred Dörr in der Stadtratssitzung am Dienstagabend. Voraussichtlich bis zum Frühjahr 2017 werden im Kulturhaus an der Bahnhofstraße keine Veranstaltungen stattfinden.

In Absprache mit den Vertretern der Denkmalbehörde sowie der Versicherung, die inzwischen den Schaden vor Ort begutachtet haben, gelte es vorrangig die Sicherungsmaßnahmen einzuleiten. In den nächsten Tagen sollen nach Aufstellung eines Gerüstes um das Gebäude die auf der Zwischendecke aus Gipskarton befindlichen Ziegeln entfernt werden. Die Zwischendecke ist für diese Belastung nicht ausgelegt und damit einsturzgefährdet. Dies erfordere aber auch weitere Sicherungsmaßnahmen im Innern des Kulturhauses. Dazu soll nach der Entfernung der Ziegel der komplette Dachstuhl vor dem Schutz der Witterung mit einer Plane abgedeckt werden. Besonders ein weiteres Eindringen von Wasser soll damit vermieden werden. Zuvor müssen die Balken auf dem Dachstuhl, die nach Expertenmeinung nicht ganz verbrannt sind, verstärkt werden. „Uns geht es darum, weitere Schäden zu vermeiden“, sagte Dörr. Von einem Abriss des Gebäudes war im Stadtrat keine Rede. Allerdings müssen der komplette Dachstuhl und auch die Zwischendecke im Vorgriff auf die Bauantragstellung und wegen der erforderlichen Statik zurückgebaut werden. „Es wird hier eine enge Abstimmung der Behörden mit der Versicherung, aber auch mit dem Statiker notwendig sein, ehe wir weitere Überlegungen anstellen können“, sagte Dörr. Darüber hinaus habe der Stadtbürgermeister die umliegend geschädigten Anwohner gebeten, ihre Schäden anzumelden. Das sei auch der Grund, weshalb aktuell auch noch keine Schadenssumme genannt werden könne. Auch die Ermittlungen in Sachen Brandursache laufen weiter. Sowohl ein technischer Defekt der Elektroanlage als auch ein Entzünden durch nicht ganz verglühte Grillkohlen stehen bei den Untersuchungen im Raum. „Es sind noch sehr viele Fragen offen, auf deren Antworten wir noch warten müssen“, meinte Dörr. Fest steht lediglich, dass die bisher geplanten Veranstaltungen des Freundeskreises der ehemaligen Synagoge und auch der Stadt bis voraussichtlich im Frühjahr 2017 nicht im Kulturhaus stattfinden können. Einige Veranstaltungen sollen im Ratssaal der Verbandsgemeinde durchgeführt werden. Wie am 22. August und danach mehrfach berichtet, hatte ein Brand am frühen Morgen des 21. August einen Schuppen und das Dach des benachbarten Kulturhauses ehemalige Synagoge komplett zerstört. Als Synagoge wurde das Haus 1852 von der jüdischen Gemeinde Deidesheim erbaut. Das Haus gehört der Stadt Deidesheim und wird vor allem für Ausstellungen, Lesungen und Konzerte genutzt. Der Freundeskreis ehemalige Synagoge ist mit seiner Ausstellung zur Geschichte und Kultur des Judentums, die noch am kommenden Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr zu sehen ist, in den Ratssaal der Verbandsgemeinde Deidesheim ausgewichen. |wij

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