Neustadt Beirat sucht „Sprachvermittler“

Ernst Bedau aus Deidesheim wurde bei der konstituierenden Sitzung des Beirats für Migration und Integration des Landkreises Bad Dürkheim zum Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterinnen sind Lara Jennings und Anna Breier (beide Bad Dürkheim). Bedau betonte, dass der Beirat „nicht der verlängerte Arm der Kreisverwaltung ist“.
Sprachkenntnisse seien ein entscheidender Faktor bei der Integration, darüber waren sich alle einig. Beim Spracherwerb gebe es derzeit aber ein großes Problem, mahnte Lara Jennings. Die Anfänger-Integrationskurse der Kreisvolkshochschule sind in dem im März beginnenden neuen Semester bereits komplett ausgebucht. Das heißt, dass erst wieder im September Plätze zur Verfügung stehen. Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) sagte, dass die Stiftung des Landkreises im Februar zwar Geld für die Sprachförderung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen will, dies sei aber für Schulen und Kindertagesstätten vorgesehen. Bedau kündigte an, dass der Beirat ein Netzwerk für „Sprachvermittler“ aufbauen will. Dann sollen Menschen zur Verfügung stehen, die für Flüchtlinge und Asylbewerber ohne Deutschkenntnisse bei Bedarf ehrenamtlich dolmetschen. Nach Angaben des Landrats sind in diesem Monat bereits 50 Flüchtlinge in den Landkreis gekommen. 2014 waren es insgesamt 350. Ihlenfeld verwies darauf, dass der Landkreis im Haushalt 2015 Geld für die Stelle eines Sozialarbeiters eingeplant hat, der sich um die sozialen Belange von Flüchtlingen und Migranten kümmern soll. Außerdem setze der Kreis bei der sozialen Betreuung auch auf die Unterstützung des Beirats. Er bedankte sich beim langjährigen Vorsitzenden Olivier Farge, der dem Beirat weiter angehört, aber nicht mehr für den Vorsitz kandidiert hatte. Das Gremium habe dazu beigetragen, dass es einen „offenen Landkreis“ gebe. Der für die einstige Ausländerbehörde der Kreisverwaltung (jetzt „Amt für Migration und Integration“) zuständige Beigeordnete Frank Rüttger (CDU) verwies darauf, dass die Kreisverwaltung sich an einem Modellprojekt des Landes beteilige, in dem es darum gehe, wie man Asylbewerber bei einem möglichst guten Start in ihr neues Leben unterstützen kann. Der Beirat sei an einer Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung interessiert, sagte Bedau, auch bei gegenläufigen Interessen. So müsse die Verwaltung die Gesetze anwenden, Aufgabe des Beirats sei es, die Behörde auf humanitäre Aspekte hinzuweisen. Der Beirat strebe an, eine „Willkommenskultur“ für Flüchtlinge und Migranten zu schaffen. Es sei geplant, Arbeitsgruppen zu bilden. (ann)