Neustadt Beim Adventsmarkt Türchen zum Turm geöffnet

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Eine ganz neue Sicht gibt es für Besucher des Deidesheimer Adventsmarktes auf den Turmschreiberturm der Stadt Deidesheim.

Der mittelalterliche Turm kann derzeit auf normalem Wege – über den Schlossgraben – nämlich nicht besichtigt werden. Der Schlossgraben ist wegen gravierender Schäden an den Mauern schon seit dem vergangene Jahr aus Sicherheitsgründen gesperrt (wir haben zuletzt am 30. Oktober berichtet). Über den Garten des Weingutes Georg Ferdinand Kimich gibt es aber einen Zugang zum oberen Bereich des Turms. Und der wird jetzt genutzt. Von dem Garten aus kann man quasi ebenerdig hinein in die Turmschreiberstube, die im Obergeschoß des Turms eingerichtet wurde und normalerweise nur vom Schlossgraben aus über eine Wendeltreppe zu erreichen ist. In der Stube, in der einst literarische Größen wie Herbert Heckmann und Ludwig Harig die Feder spitzten, wohl auch ein Glas Deputatwein der Stadt Deidesheim schlürften, vor allem aber Besucher empfingen, gibt es derzeit zwar keine Schriftsteller, aber immerhin eine Märchenerzählerin. Maya Woelm führte am Wochenende Erwachsene und Kinder in die Welt der Märchen. Ingo Kimich hat die Erzählerin engagiert. Es ist sozusagen das Tüpfelchen auf dem i für den neuen Teilnehmer am Weihnachtsmarkt. Während der Kimich-Garten zur Deidesheimer Weinkerwe schon seit 30 Jahren öffnet und etabliert ist, ist die Adventsstimmung etwas Neues für Winzer Ferdinand Kimich und seinen Sohn. Den Turmschreiberturm einzubeziehen, ist erst seit einigen Monaten möglich. Früher war der hintere Teil des Gartens Richtung Schlossgraben mit Gestrüpp überwuchert. Das wurde entfernt. Eine Betonmauer, die das Privatgelände vom städtischen Streifen am Schlossgraben abtrennte, wurde ebenfalls abgetragen. Ferdinand Kimich hat die schmiedeeiserne Tür, die den Zugang zum Turm freigibt, neu gestrichen. Nun geht man auf einem Bett aus Rindenmulch zum angeleuchteten Turm mit der heimelig eingerichteten Stube. In die kann man auch einen Blick werfen, wenn die Märchenerzählerin nicht da ist. Ingo Kimich hat den gesamten Garten gemeinsam mit einer Bekannten dekoriert. Lichterbäume strahlen, in der Mitte brennt ein offenes Feuer. Saisonal passend, gibt es warme Suppen und Glühwein. Und am dritten Adventswochenende kommt noch mal märchenhafte Unterhaltung dazu: Erzählerin Maya Woelm unterhält wieder am Samstag, 13., und Sonntag, 14. Dezember, jeweils 16 bis 18 Uhr, ihre Zuhörer in der Turmschreiberstube. (ff)

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