Neustadt Bei Schäden automatisch Alarm

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Die Waldgaststätten Wallberg-Hütte, Waldschenke und Pfalzblick, alle im Bereich der Verbandsgemeinde Deidesheim, sind seit Kurzem an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen. Die oftmals wöchentlich notwendige Leerung der Abwassergruben gehört nun der Vergangenheit an. Moderne Technik macht eine jährliche Überprüfung der Leitungen unnötig.

In dieser Woche übergab Umweltstaatssekretär Thomas Griese (Die Grünen) den Förderbescheid für einen Landeszuschuss von 225.000 Euro sowie ein zinsloses Darlehen in derselben Höhe an Verbandsgemeindebürgermeister Theo Hoffmann (CDU). Der bezeichnete die insgesamt 460.000 Euro teure Baumaßnahme als „Pilotprojekt“. Thomas Heyne, Geschäftsführer des Planungsbüros H + S Ingenieure, erklärte, dass hier erstmals in Rheinland-Pfalz eine neue Abwasserleitungstechnik zum Einsatz gekommen sei. Die Besonderheit: Zwischen der eigentlichen Abwasserleitung im Kern und einer weiteren Schutzummantelung befinde sich eine leitende Schicht, durch die schwacher Strom fließe. Entstünden an der Rohrleitung Schäden, seien die über den Stromfluss messbar und das System gebe dann automatisch Alarm. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ ergänzte der Diplom-Ingenieur, dass die dafür anfallenden Stromkosten verschwindend gering – „kaum messbar“ - seien und der finanzielle Nutzen durch die Wartungsersparnis deutlich überwiege. Die Schäden seien zudem konkret lokalisierbar, wodurch langwieriges Suchen nach Leckagen nicht mehr nötig sei. Die sonst geforderten jährlichen Kontrollen solcher Abwasserleitungen – die Leitungen führen im konkreten Fall durch ein Wasserschutzgebiet – könnten somit entfallen. Heyne betonte, die Technik sei zwar erstmals in Rheinland-Pfalz zum Einsatz gekommen, aber keinesfalls unerprobt und bereits seit einigen Jahren auf dem Markt. Sie biete nahezu 100-prozentigen Schutz und die Mehrkosten im Vergleich zu den Abwasserleitungen ohne die integrierte Leitungsüberwachung würden sich schon bald rechnen. Der Staatssekretär begründete die Unterstützung der Landesregierung mit der Bedeutung von Waldgaststätten und Infrastrukturmaßnahmen gerade im ländlichen Raum. Außerdem handele es sich bei dem Projekt innerhalb eines Wasserschutzgebietes um eine Maßnahme, für die das Land Einnahmen aus dem sogenannten Wassercent zum Einsatz bringe. Die „schwierige Topografie“ im Umfeld der Gaststätten habe deren Anfahrt mit den schweren Lastwagen zur Entleerung der Abwassergruben insbesondere im Winter häufiger erschwert, sagte Hoffmann. Daher liefen die Planungen zur Zukunftssicherung der beliebten „Magnetpunkte für Touristen“ (Hoffmann) bereits seit mehreren Jahren. Im Dezember 2014 hatten die Arbeiten begonnen. 1000 Meter der Rohrleitung seien von der Wallberggaststätte und 400 Meter vom Pfalzblick privat finanziert worden. Von der Waldschenke des Pfälzerwald-Vereins im Mühltal sei eine bis dato noch nicht genutzte Leitung aus den 90er Jahren an die neu verlegte Abwasserleitung angeschlossen worden, erklärte Heyne. (tefa)

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